Der fallende Keil
Der Kurs fällt, aber in einem Keil, der immer enger wird. Viele sehen darin nachlassenden Verkaufsdruck und rechnen mit einem Ausbruch nach oben.
Der fallende Keil ist das Spiegelbild des steigenden. Der Kurs fällt, doch jedes neue Tief ist nur noch wenig tiefer als das letzte.
Worum es geht
Beide Begrenzungen fallen und laufen aufeinander zu. Die Verkäufer drücken den Kurs immer mühsamer nach unten. Steigt der Kurs über die obere Linie, gilt der Keil als vollendet.
Woran du es erkennst
- Mindestens zwei fallende Hochs und zwei fallende Tiefs.
- Die obere Linie fällt steiler als die untere.
- Die Ausschläge werden kleiner.
- Ein Schluss über der oberen Linie gilt als Ausbruch.
Wie das Kursziel geschätzt wird
Als grobes Ziel gilt der Anfang des Keils. Begann er bei 18 €, rechnen viele nach dem Ausbruch mit einem Anstieg dorthin.
Wo es dich in die Irre führt
Auch ein fallender Keil kann einfach weiter fallen. Wer vor dem Ausbruch kauft, setzt auf ein Muster, das noch nicht fertig ist. Und bei Aktien in echten Schwierigkeiten ist jeder Keil nur eine Pause vor dem nächsten Rückgang.
Ein Beispieltrade mit erfundenen Zahlen
Ida hat 10.000 € auf dem Konto und riskiert pro Trade höchstens 150 €. Eine Aktie steigt aus einem fallenden Keil nach oben aus. Ida kauft bei 15,40 € und setzt ihren Stop Loss bei 14,40 €. Bei diesem Abstand kauft sie 150 Stück für 2.310 €. Kosten: je 1 € Gebühr für Kauf und Verkauf, dazu etwa 2 Cent Spread pro Aktie und Order.
Wenn es klappt: Der Kurs erreicht den Anfang des Keils bei 18 € und Ida verkauft. Ida liegt 390 € vorne, nach 2 € Gebühren und 6 € Spread bleiben 382 €.
Wenn es schiefgeht: Der Ausbruch scheitert, der Stop wird bei 14,30 € ausgeführt. Das sind 165 € Verlust, mit Kosten 173 €.
Ida hat ihren Stop unter das letzte Tief im Keil gelegt. Fällt der Kurs dorthin, ist der Ausbruch gescheitert.
Fallende Keile gelten als Umkehrmuster am Ende eines Rückgangs oder als Fortsetzungsmuster, wenn sie als Rücksetzer in einem Aufwärtstrend auftreten. Viele achten auf steigendes Volumen beim Ausbruch.
Zusammenfassung
- Beim fallenden Keil fällt der Kurs, aber mit nachlassender Kraft.
- Erst der Ausbruch über die obere Linie vollendet das Muster.
- Der Anfang des Keils gilt als grobes Ziel.
Hast du es verstanden?
Warum gilt ein fallender Keil als mögliches Wendezeichen?
Weil jedes neue Tief nur noch wenig tiefer ist.
Wann ist der Keil vollendet?
Wenn der Kurs über der oberen Linie schließt.
Wo setzen viele den Stop?
Unter das letzte Tief im Keil.
Quellen und Weiterlesen
- StockCharts ChartSchool, Falling Wedge (englisch). Quelle ansehen ↗
- Thomas N. Bulkowski: Encyclopedia of Chart Patterns, 3. Auflage 2021.
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