Das aufsteigende Dreieck
Eine waagerechte Obergrenze und immer höhere Tiefs darunter. Viele erwarten einen Ausbruch nach oben. Sicher ist die Richtung aber erst nach dem Ausbruch.
Beim aufsteigenden Dreieck läuft der Kurs immer wieder gegen dieselbe Obergrenze, fällt aber jedes Mal weniger tief zurück. Die Käufer greifen früher zu. Irgendwann reicht der Druck, um die Grenze zu durchbrechen, oder eben nicht.
Worum es geht
Oben liegt ein Widerstand, an dem Verkäufer warten. Unten steigen die Tiefs an. Der Spielraum wird enger, bis der Kurs die eine oder die andere Seite verlässt.
Woran du es erkennst
- Mindestens zwei Hochs auf derselben Höhe.
- Mindestens zwei steigende Tiefs.
- Die Schwankungen werden kleiner.
- Ein Schluss über dem Widerstand gilt als Ausbruch.
Wie das Kursziel geschätzt wird
Die Höhe des Dreiecks an seiner breitesten Stelle wird zum Ausbruchspunkt addiert. Widerstand bei 80 €, erstes Tief bei 72 €: Das Ziel liegt bei rund 88 €.
Wo es dich in die Irre führt
Aufsteigende Dreiecke brechen nicht immer nach oben aus. Bricht der Kurs durch die steigende Linie nach unten, fällt er oft schnell, weil viele ihren Stop genau dort haben. Und Ausbrüche, die kurz über die Grenze gehen und dann zurückfallen, sind häufig.
Ein Beispieltrade mit erfundenen Zahlen
Sven hat 10.000 € auf dem Konto und riskiert pro Trade höchstens 150 €. Eine Aktie steigt über den Widerstand bei 80 €. Sven kauft bei 80,50 € und setzt seinen Stop Loss bei 77,50 €. Bei diesem Abstand kauft er 50 Stück für 4.025 €. Kosten: je 1 € Gebühr für Kauf und Verkauf, dazu etwa 2 Cent Spread pro Aktie und Order.
Wenn es klappt: Der Kurs erreicht das Ziel bei 88 € und Sven verkauft. Sven liegt 375 € vorne, nach 2 € Gebühren und 2 € Spread bleiben 371 €.
Wenn es schiefgeht: Der Ausbruch scheitert, der Stop wird bei 77,40 € ausgeführt. Das sind 155 € Verlust, mit Kosten 159 €.
Sven hat seinen Stop unter das letzte Tief im Dreieck gelegt. Wird das unterschritten, ist die Idee der steigenden Tiefs widerlegt.
Aufsteigende Dreiecke gelten in der klassischen Chartanalyse als Fortsetzungsmuster in einem Aufwärtstrend, kommen aber auch am Ende von Rückgängen vor. Viele achten darauf, dass der Ausbruch mit erhöhtem Volumen stattfindet.
Die Faustregel, dass der Ausbruch spätestens nach zwei Dritteln der Dreieckslänge kommen sollte, stammt aus der Praxis und ist nicht belastbar belegt.
Zusammenfassung
- Beim aufsteigenden Dreieck ist die Obergrenze waagerecht und die Tiefs steigen.
- Das Ziel ist die Dreieckshöhe, zum Ausbruch addiert.
- Ausbrüche nach unten sind möglich und oft schnell.
Hast du es verstanden?
Widerstand bei 80 €, erstes Tief bei 72 €. Wo liegt das Ziel?
Bei rund 88 €.
Woran erkennt man ein aufsteigendes Dreieck?
Waagerechte Obergrenze, steigende Tiefs.
Warum fällt der Kurs nach einem Bruch nach unten oft schnell?
Weil viele ihren Stop unter der steigenden Linie haben.
Quellen und Weiterlesen
- StockCharts ChartSchool, Ascending Triangle (englisch). Quelle ansehen ↗
- Thomas N. Bulkowski: Encyclopedia of Chart Patterns, 3. Auflage 2021.
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