Das symmetrische Dreieck
Die Hochs fallen, die Tiefs steigen, der Kurs wird in eine Spitze gedrückt. Das Muster zeigt, dass eine größere Bewegung kommen könnte, aber nicht in welche Richtung.
Beim symmetrischen Dreieck werden Käufer und Verkäufer gleichzeitig vorsichtiger. Die Ausschläge werden kleiner, bis der Kurs die Enge verlässt.
Worum es geht
Zwei Linien laufen aufeinander zu, die obere fällt, die untere steigt. Das beschreibt eine Pause, in der sich keine Seite durchsetzt. Viele warten deshalb den Ausbruch ab, statt vorher zu raten.
Woran du es erkennst
- Mindestens zwei fallende Hochs und zwei steigende Tiefs.
- Beide Linien laufen auf eine Spitze zu.
- Ein Schluss außerhalb einer Linie gilt als Ausbruch.
- Die Richtung ergibt sich erst aus dem Ausbruch.
Wie das Kursziel geschätzt wird
Die Höhe am Anfang des Dreiecks wird zum Ausbruchspunkt addiert oder abgezogen. Anfangshöhe 6 €, Ausbruch nach oben bei 42 €: Das Ziel liegt bei rund 48 €.
Wo es dich in die Irre führt
Weil das Muster keine Richtung vorgibt, hilft es wenig, vorher zu kaufen. Nach dem Ausbruch drehen viele Kurse wieder in die Gegenrichtung. Und je näher der Kurs an die Spitze kommt, desto bedeutungsloser wird das Muster.
Ein Beispieltrade mit erfundenen Zahlen
Pia hat 10.000 € auf dem Konto und riskiert pro Trade höchstens 150 €. Eine Aktie verlässt ein symmetrisches Dreieck nach oben bei 42 €. Pia kauft bei 42,20 € und setzt ihren Stop Loss bei 40,70 €. Bei diesem Abstand kauft sie 100 Stück für 4.220 €. Kosten: je 1 € Gebühr für Kauf und Verkauf, dazu etwa 2 Cent Spread pro Aktie und Order.
Wenn es klappt: Der Kurs erreicht das Ziel bei 48 € und Pia verkauft. Pia liegt 580 € vorne, nach 2 € Gebühren und 4 € Spread bleiben 574 €.
Wenn es schiefgeht: Der Ausbruch scheitert, der Stop wird bei 40,60 € ausgeführt. Das sind 160 € Verlust, mit Kosten 166 €.
Pia hat nicht geraten, sondern auf den Ausbruch gewartet. Ob er hält, wusste sie trotzdem nicht.
Symmetrische Dreiecke gelten als neutrale Muster. In einem bestehenden Trend brechen sie etwas häufiger in Trendrichtung aus, doch die Unterschiede sind in Auswertungen nicht groß.
Verwandt sind Wimpel, sehr kleine symmetrische Dreiecke nach einer steilen Bewegung, die auf der Seite zu Flaggen und Wimpeln erklärt werden.
Zusammenfassung
- Das symmetrische Dreieck zeigt eine Pause, keine Richtung.
- Die Richtung ergibt sich erst aus dem Ausbruch.
- Rückläufer nach dem Ausbruch sind häufig.
Hast du es verstanden?
Zeigt ein symmetrisches Dreieck die Richtung des Ausbruchs?
Nein. Es zeigt nur, dass sich der Kurs zusammenzieht.
Anfangshöhe 6 €, Ausbruch bei 42 € nach oben. Wo liegt das Ziel?
Bei rund 48 €.
Was passiert mit der Aussagekraft nahe der Spitze?
Sie nimmt ab.
Quellen und Weiterlesen
- StockCharts ChartSchool, Symmetrical Triangle (englisch). Quelle ansehen ↗
- Thomas N. Bulkowski: Encyclopedia of Chart Patterns, 3. Auflage 2021.
Passt dazu
- Aufsteigendes DreieckChartmuster
- Flagge und WimpelChartmuster
- Chartmuster, was sie leistenLektion