Das erste Auto
199 Euro im Monat ist keine Zahl, mit der sich vergleichen lässt — das kann fast alles bedeuten.
Das erste eigene Auto soll her. Bar würde das gewünschte Modell 18.000 Euro kosten, 6.000 Euro sind gespart. Ein Händler bietet stattdessen eine Finanzierung an: 199 Euro im Monat, sofort losfahren.
199 Euro klingt nach wenig, gemessen an 18.000 Euro. Genau darin liegt die Falle: Eine Monatsrate allein sagt nichts darüber aus, wie viel am Ende insgesamt bezahlt wird. Dieselbe Rate kann aus einer kurzen Laufzeit mit hohem Zins, einer langen Laufzeit mit niedrigem Zins oder einer hohen Schlussrate entstehen, die am Ende der Laufzeit separat fällig wird.
Erst zwei Zahlen zusammen zeigen die wahren Kosten: der effektive Jahreszins und die Summe aller Zahlungen über die gesamte Laufzeit, inklusive einer eventuellen Schlussrate. Wer nur auf die Monatsrate schaut, vergleicht eine Zahl, die sich beliebig klein rechnen lässt, indem man die Laufzeit streckt oder eine Schlussrate ans Ende schiebt.
Die Monatsrate als alleinige Vergleichsgröße ist deshalb irreführend, weil sie drei unabhängige Variablen vermischt: die Kreditsumme, die Laufzeit und den Zinssatz. Ein Angebot mit langer Laufzeit oder hoher Schlussrate erzeugt fast immer eine niedrigere Monatsrate als ein Angebot mit kurzer Laufzeit, selbst wenn das lang laufende Angebot am Ende deutlich teurer ist — der Zins wird schlicht über einen längeren Zeitraum oder auf eine größere Restsumme berechnet.
Der effektive Jahreszins (in der EU gesetzlich vorgeschrieben anzugeben) bündelt Zinsen und die meisten Nebenkosten in eine vergleichbare Prozentzahl und ist damit die relevante Kennzahl für den Vergleich verschiedener Finanzierungsangebote. Ergänzend zeigt die Gesamtsumme aller Zahlungen über die Laufzeit — inklusive Anzahlung und Schlussrate — den tatsächlichen Preis des Autos in Euro, unabhängig davon, wie die Zahlungen zeitlich verteilt sind.
Diese Logik gilt allgemein für jede Form von Finanzierung, nicht nur für Autokredite — mehr dazu unter Alle Gebühren, die dich Rendite kosten und, für den umgekehrten Vergleich Tilgen versus Anlegen, Teure Schulden zuerst.
Verstehens-Check
Zusammenfassung
- Die Monatsrate allein ist keine Vergleichsgröße.
- Effektiver Jahreszins und Gesamtsumme zeigen die wahren Kosten.
- Ein günstigeres Auto mit derselben Logik löst nichts.
Hast du es verstanden?
Warum reicht die Monatsrate allein nicht als Entscheidungsgrundlage?
Weil sie nichts über Laufzeit, Zinssatz oder eine mögliche Schlussrate aussagt — erst die Gesamtsumme zeigt die wahren Kosten.
Was kann eine niedrige Monatsrate verstecken?
Eine besonders lange Laufzeit oder eine hohe Schlussrate am Ende, die separat aufgebracht werden muss.
Löst ein noch günstigeres Auto mit noch niedrigerer Monatsrate das Problem?
Nein, das verschiebt nur dieselbe falsche Kennzahl auf ein anderes Objekt.