Alle Gebühren, die dich Rendite kosten
Die Ordergebühr, die du siehst, ist nur ein Teil. Laufende Fondskosten, Depotgebühren, Aufschläge bei Fremdwährungen und der Spread wirken oft stärker, weil sie immer wieder anfallen.
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du abschätzen, was eine Geldanlage dich wirklich kostet, und nicht nur die sichtbare Ordergebühr.
Es gibt zwei Sorten Kosten: einmalige beim Kauf und Verkauf und laufende, die jedes Jahr auf dein ganzes Vermögen wirken. Die zweite Sorte ist die gefährlichere.
Einmalige und laufende Kosten
Einmalig sind die Ordergebühr, das Entgelt des Handelsplatzes, der Spread und bei manchen Produkten ein Ausgabeaufschlag. Laufend sind die Fondskosten, Depotgebühren und Aufschläge bei Fremdwährungen. Wer kurzfristig handelt, zahlt die Ordergebühren bei jedem Ein und Ausstieg. Dort entscheidet oft schon die Art der Order, wie viel es kostet. Mehr dazu in der Lektion Maker, Taker und Funding.
Der Unterschied in Zahlen
Der Unterschied ist gewaltig. Fünf Euro Ordergebühr sind fünf Euro. Ein Prozent laufende Kosten sind bei 50.000 € im Depot 500 € im Jahr, und dieser Betrag wächst mit deinem Vermögen mit.
Wirkung über dreißig Jahre
Über dreißig Jahre kann ein Prozentpunkt laufender Kosten ungefähr ein Viertel deines Endvermögens auffressen. Deshalb lohnt sich hier genaues Hinsehen mehr als bei allem anderen.
Die Kosten stecken an zwei Stellen: im Produkt und im Depot. Im Produkt wirken die laufenden Kosten, die Handelskosten innerhalb des Fonds und manchmal eine Erfolgsgebühr für den Manager. Im Depot wirken Verwahrentgelte, Ordergebühren, Entgelte der Handelsplätze und Aufschläge beim Währungstausch. Die fallen beim Kauf an und bei jeder Ausschüttung in fremder Währung noch einmal.
Wirkung auf den Endwert
Laufende Kosten wirken jedes Jahr auf den ganzen Bestand. Rechnerisch schrumpft dein Endwert jedes Jahr um den Faktor (1 + Rendite minus Kosten) geteilt durch (1 + Rendite). Über viele Jahre multipliziert sich das. Bei 7 Prozent Rendite, 1 Prozent Kosten und dreißig Jahren fehlt dir am Ende etwa ein Viertel.
Versteckte Kosten
Manche Kosten siehst du nirgends. Dazu gehören die Handelskosten im Fonds, die in der Kostenquote nicht enthalten sind, und Steuern, die andere Länder schon auf Dividenden einbehalten. Wie hoch die ausfallen, hängt davon ab, wo der Fonds seinen Sitz hat und wie er den Index nachbildet. Deshalb sagt dir die tatsächliche Abweichung vom Index über mehrere Jahre mehr als jede einzelne Kostenzahl.
Daten als Text
Bei 0,2 Prozent Kosten stehen nach 30 Jahren 236.000 Euro zur Verfügung, bei 1,5 Prozent Kosten 184.000 Euro. Die Differenz beträgt 52.000 Euro.
Zusammenfassung
- Laufende Kosten wirken auf dein ganzes, wachsendes Vermögen.
- Ein Prozentpunkt über dreißig Jahre kostet ungefähr ein Viertel des Endwerts.
- Die tatsächliche Abweichung vom Index sagt mehr als die Kostenquote.
Hast du es verstanden?
Welche Kosten wiegen langfristig schwerer?
Die laufenden Kosten, weil sie jedes Jahr auf dein ganzes wachsendes Vermögen wirken.
Warum reicht die Kostenquote allein nicht?
Weil die Handelskosten im Fonds und steuerliche Effekte darin nicht enthalten sind.
Wann fallen Aufschläge für Fremdwährungen an?
Beim Kauf und Verkauf und bei jeder Ausschüttung in fremder Währung.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Rechne aus, was 0,8 Prozent laufende Kosten bei 50.000 € pro Jahr in Euro kosten. Prüfe dann im Gebührenrechner mit 50.000 € Startkapital, 0 € Sparrate und 7 Prozent Rendite vor Kosten, was dieselbe Quote über 30 Jahre vom Endergebnis abzieht, und schreibe beide Zahlen nebeneinander auf.
Quellen und Weiterlesen
- Der jährliche Marktbericht der europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA zu Kosten und Performance von Anlageprodukten für Privatanleger dokumentiert, wie laufende Kosten die Nettorendite über die Haltedauer hinweg schmälern. Quelle ansehen ↗
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