Zahlungen zurückholen
Eine Lastschrift kannst du wochenlang zurückgeben, eine Überweisung fast gar nicht. Wer den Unterschied kennt, weiß im Ernstfall sofort, was zu tun ist.
Die meisten Zahlungen laufen einfach durch, und niemand denkt darüber nach. Interessant wird es erst, wenn du dich vertippt hast, ein Händler zu viel abbucht oder etwas nach Betrug aussieht. Dann hängt fast alles davon ab, wie das Geld geflossen ist.
Die Überweisung
Bei einer Überweisung schickst du das Geld selbst los. Eine normale SEPA Überweisung ist spätestens am nächsten Geschäftstag beim Empfänger, eine Echtzeitüberweisung in wenigen Sekunden. Zurückbuchen kannst du beides nicht. Deine Bank kann den Empfänger nur bitten, das Geld zurückzuschicken.
Hast du dich in der IBAN vertippt, ruf sofort deine Bank an. Sie muss sich darum bemühen, das Geld zurückzuholen, und darf dafür eine Gebühr verlangen. Klappt das nicht, bekommst du zumindest die Daten, um den Empfänger selbst anzuschreiben. Er muss das Geld zurückgeben, denn es steht ihm nicht zu.
Seit Oktober 2025 hilft dir dabei eine neue Prüfung. Bevor du eine Überweisung in Euro abschickst, vergleicht deine Bank den eingegebenen Namen mit dem Namen, der zur IBAN gehört. Passt er nicht, bekommst du eine Warnung. Nimm sie ernst, denn so fallen Betrugsversuche mit falschen Kontodaten auf.
Die Lastschrift
Bei einer Lastschrift holt sich der Empfänger das Geld selbst, weil du ihm vorher die Erlaubnis gegeben hast, zum Beispiel deinem Fitnessstudio. Dafür bist du hier am besten geschützt. Acht Wochen lang kannst du jede Lastschrift ohne Begründung zurückgeben, meist mit ein paar Klicks in der App.
Mia sieht, dass ihr Stromanbieter 180 Euro statt der vereinbarten 90 Euro abgebucht hat. Sie gibt die Lastschrift zurück und meldet sich beim Anbieter. Das Geld ist am nächsten Tag wieder da. Hat jemand ganz ohne deine Erlaubnis abgebucht, hast du sogar 13 Monate Zeit.
Wichtig dabei: Die Rückgabe löscht nicht die Rechnung. Schuldest du das Geld wirklich, musst du es trotzdem bezahlen, sonst kommen Mahngebühren dazu.
Dauerauftrag
Ein Dauerauftrag ist eine Überweisung, die sich automatisch wiederholt, etwa für die Miete oder deinen Sparplan. Du kannst ihn jederzeit ändern oder löschen, bereits ausgeführte Zahlungen aber nicht zurückholen.
Die Regeln kommen aus zwei europäischen Gesetzen. Die Zahlungsdiensterichtlinie legt Fristen und Haftung fest, etwa die acht Wochen bei der Lastschrift und die 13 Monate bei nicht erlaubten Zahlungen. Die Verordnung über Echtzeitüberweisungen von 2024 schreibt vor, dass Banken im Euroraum Echtzeitüberweisungen anbieten müssen, und zwar zum selben Preis wie eine normale Überweisung.
Dieselbe Verordnung hat die Empfängerüberprüfung eingeführt. Stimmt der Name nicht mit der IBAN überein und du überweist trotzdem, trägst du das Risiko selbst. Hat die Bank die Prüfung dagegen nicht angeboten oder falsch gemacht, haftet sie für den Schaden.
Bei der Lastschrift gibt es zwei Verfahren. Die Basislastschrift für Privatleute kannst du wie beschrieben zurückgeben. Bei der Firmenlastschrift zwischen Unternehmen gibt es dieses Recht nicht. Als Privatperson begegnet dir diese Form fast nie.
Wer eine Zahlung nicht selbst ausgelöst hat, zum Beispiel weil jemand mit gestohlenen Zugangsdaten überwiesen hat, bekommt das Geld in der Regel von der Bank erstattet. Ausnahme ist grobe Fahrlässigkeit, etwa wenn du TAN oder Zugangsdaten am Telefon an einen angeblichen Bankmitarbeiter weitergegeben hast. Was du im Betrugsfall Schritt für Schritt tust, steht auf der Seite zum Betrugsschutz.
Zusammenfassung
- Eine Lastschrift kannst du acht Wochen lang ohne Grund zurückgeben, ohne Erlaubnis sogar 13 Monate.
- Eine Überweisung lässt sich nicht zurückbuchen, nur zurückfordern. Bei Tippfehlern sofort die Bank anrufen.
- Warnt die Bank, dass Name und IBAN nicht zusammenpassen, halt an und prüf nach.
Hast du es verstanden?
Wie lange kannst du eine erlaubte Lastschrift zurückgeben?
Acht Wochen ohne Begründung.
Was passiert, wenn du bei einer Überweisung die IBAN falsch eintippst?
Die Bank muss sich bemühen, das Geld zurückzuholen. Klappt das nicht, bekommst du die Daten des Empfängers und kannst das Geld von ihm zurückfordern.
Wofür gibt es die Empfängerüberprüfung?
Sie vergleicht vor einer Überweisung den eingegebenen Namen mit dem Namen zur IBAN und warnt dich, wenn beides nicht zusammenpasst.
Quellen und Weiterlesen
- Richtlinie (EU) 2015/2366 über Zahlungsdienste (PSD2), Artikel 71, 76 und 88. Quelle ansehen ↗
- Verordnung (EU) 2024/886 über Echtzeitüberweisungen in Euro. Quelle ansehen ↗
- Deutsche Bundesbank, SEPA Lastschrift. Quelle ansehen ↗
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