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Der Money Flow Index einfach erklärt

Der Money Flow Index ist ein RSI mit Volumen. Er zeigt, ob an steigenden oder an fallenden Tagen mehr Geld umgesetzt wurde, auf einer Skala von 0 bis 100.

5 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-24

Den Money Flow Index, kurz MFI, haben Gene Quong und Avrum Soudack Ende der 1980er Jahre entwickelt. Er beantwortet dieselbe Frage wie der RSI, gewichtet die Tage aber danach, wie viel Geld an ihnen umgesetzt wurde. Ein Anstieg mit viel Handel zählt mehr als einer mit wenig.

Worum es geht

Der MFI liegt zwischen 0 und 100. Über 80 gilt der Wert als überkauft, unter 20 als überverkauft. Diese Grenzen liegen weiter außen als beim RSI, weil der MFI stärker ausschlägt.

Ein Beispiel: Eine Aktie steigt an drei Tagen leicht, aber mit wenig Handel, und fällt an zwei Tagen deutlich bei hohem Volumen. Der RSI zeigt vielleicht ein ausgeglichenes Bild, der MFI eher Geldabfluss.

So wird gerechnet

Für jeden Tag nimmst du den typischen Preis, den Durchschnitt aus Hoch, Tief und Schluss, und multiplizierst ihn mit dem Volumen. Das ist der Geldfluss des Tages. Liegt der typische Preis höher als am Vortag, zählt der Geldfluss als positiv, sonst als negativ. Über 14 Tage teilst du die Summe der positiven durch die Summe der negativen Flüsse und rechnest das wie beim RSI in 0 bis 100 um.

Mit Zahlen: In 14 Tagen flossen 6 Millionen € positiv und 2 Millionen € negativ. Das Verhältnis ist 3, der MFI also 100 minus 100 geteilt durch 4, gleich 75.

Welche Signale Trader daraus lesen

  • Überkauft und überverkauft: Unter 20 hoffen manche auf eine Erholung, über 80 rechnen manche mit einem Rücksetzer.
  • Divergenz: Der Kurs steigt auf ein neues Hoch, der MFI aber nicht. Dann steht weniger Geld hinter dem Anstieg.
  • Bestätigung: Steigen Kurs und MFI gemeinsam, gilt der Anstieg als von Geld getragen.

Wo es dich in die Irre führt

Der MFI hat dieselben Schwächen wie der RSI. In starken Trends bleibt er lange im Extrembereich, und Umkehrsignale gegen den Trend gehen oft schief. Dazu kommen die Schwächen des Volumens, das je nach Datenquelle unvollständig sein kann, bei Kryptowährungen sogar geschönt.

Ein einzelner Tag mit riesigem Volumen, etwa bei einer Indexänderung, kann den MFI zwei Wochen lang verzerren.

Ein Beispieltrade mit erfundenen Zahlen

Lara hat 10.000 € auf dem Konto und riskiert pro Trade höchstens 150 €. Der MFI einer Aktie fällt unter 20 und steigt dann wieder darüber. Lara kauft bei 35 € und setzt ihren Stop Loss bei 33,50 €. Bei diesem Abstand kauft sie 100 Stück für 3.500 €. Kosten: je 1 € Gebühr für Kauf und Verkauf, dazu etwa 2 Cent Spread pro Aktie und Order.

Wenn es klappt: Die Aktie erholt sich, Lara verkauft bei 37 €. Lara liegt 200 € vorne, nach 2 € Gebühren und 4 € Spread bleiben 194 €.

Wenn es schiefgeht: Der Geldabfluss geht weiter. Der Stop wird bei 33,40 € ausgeführt. Das sind 160 € Verlust, mit Kosten 166 €.

Lara hat ein bescheidenes Ziel gewählt. Dadurch ist ihr möglicher Gewinn kleiner als ihr möglicher Verlust. Das kann sich nur lohnen, wenn solche Trades bei ihr deutlich öfter klappen als nicht.

Kurs und Money Flow IndexKursMFI (14 Tage) · über 80 überkauft · unter 20 überverkauft8020Geld fließt abGeld fließt zuzerotoinvest.com
Kurs und Money Flow Index Erfundene Kursdaten, der MFI ist echt nachgerechnet (14 Tage). Er rechnet wie der RSI, nimmt aber das Volumen dazu.

Zusammenfassung

  • Der MFI ist ein RSI, der das Volumen mitzählt.
  • Über 80 gilt als überkauft, unter 20 als überverkauft.
  • Er erbt die Schwächen von RSI und Volumen.

Hast du es verstanden?

Was unterscheidet den MFI vom RSI?

Der MFI gewichtet jeden Tag mit dem umgesetzten Geld, der RSI zählt nur die Kursveränderung.

Positiver Geldfluss 6 Millionen €, negativer 2 Millionen €. Wo steht der MFI?

Bei 75.

Warum kann ein einzelner Tag den MFI lange verzerren?

Weil ein Tag mit riesigem Volumen 14 Tage lang in der Rechnung bleibt.

Quellen und Weiterlesen

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