Das Shooting Star Kerzenmuster
Das Spiegelbild des Hammers: kleiner Körper unten, kaum unterer Docht, ein oberer Docht mindestens doppelt so lang wie der Körper, am Ende eines Aufwärtstrends. Käufer trieben den Kurs zunächst hoch, Verkäufer drückten ihn wieder zurück.
Der Shooting Star taucht nach einem Anstieg auf und gilt als möglicher erster Hinweis, dass Käufern die Kraft ausgeht.
Worum es geht
Innerhalb eines Tages steigt der Kurs deutlich, fällt dann aber zurück und schließt nahe dem Eröffnungskurs. Der lange obere Docht zeigt, wie hoch der Kurs zwischenzeitlich stand, bevor die Verkäufer übernahmen.
Woran du es erkennst
- Ein kurzer Körper im unteren Drittel der Handelsspanne.
- Ein oberer Docht, der mindestens doppelt so lang ist wie der Körper.
- Kaum oder gar kein unterer Docht.
- Das Muster steht nach einem klaren Aufwärtstrend, sonst ist die Form bedeutungslos.
Was danach normalerweise passiert
Auch hier gilt: erst die nächste Kerze bestätigt das Muster. Schließt sie unter dem Shooting Star, nehmen viele das als Anlass, Gewinne zu sichern oder eine Position abzusichern. Ohne diese Bestätigung bleibt es eine einzelne auffällige Kerze.
Wo es dich in die Irre führt
Dieselbe Form entsteht auch ohne vorherigen Aufwärtstrend und bedeutet dann nichts. Und ein starker Trend läuft nach einem Shooting Star nicht selten einfach weiter, der lange Docht war dann nur ein kurzes Zögern.
Ein Beispieltrade mit erfundenen Zahlen
Selin hat vor Monaten 100 Aktien zu 20 € gekauft. Der Kurs steigt bis auf 34 €, bildet dort einen Shooting Star und schließt am nächsten Tag darunter bei 32,50 €. Die meisten nutzen ein fallendes Muster gar nicht für einen Leerverkauf. Sie nehmen es als Anlass, eine bestehende Position zu verkaufen oder abzusichern. So auch Selin.
Die Entscheidung: Selin verkauft alle 100 Stück bei 32,80 €. Nach 1 € Gebühr und etwas Spread sichert Selin damit rund 1.277 € Gewinn.
Wenn das Muster stimmt: Die Aktie fällt in den folgenden Wochen auf 27 €. Verglichen mit Halten hat Selin rund 580 € Kursverlust vermieden.
Wenn es ein Fehlausbruch war: Die Aktie dreht wieder und steigt weiter auf 39 €. Selin entgehen rund 620 € zusätzlicher Gewinn, den sie mit Halten gehabt hätte.
Ein einzelner Shooting Star war für Selin kein Grund zur Panik, aber ein Anlass, einen bereits gut gelaufenen Gewinn mitzunehmen.
Der Name beschreibt das Bild: eine Sternschnuppe, die kurz hoch aufleuchtet und dann verglüht. In der japanischen Terminologie steht die Form für ein Scheitern der Käufer, den erreichten Hochstand zu halten.
Die spiegelbildliche Form am Ende eines Abwärtstrends heißt Inverted Hammer und wird trotz identischer Form als möglicher Wendepunkt nach unten gelesen, nicht nach oben. Auch hier entscheidet allein der Kontext davor über die Lesart.
Zusammenfassung
- Ein Shooting Star steht am Ende eines Aufwärtstrends, kleiner Körper unten, langer oberer Docht.
- Erst eine fallende Bestätigungskerze macht daraus ein brauchbares Signal.
- Dieselbe Form nach einem Abwärtstrend heißt Inverted Hammer und bedeutet etwas anderes.
Hast du es verstanden?
Woran erkennst du einen Shooting Star?
Kleiner Körper unten, oberer Docht mindestens doppelt so lang wie der Körper, nach einem Aufwärtstrend.
Was macht die Bestätigung aus?
Eine folgende Kerze, die unter dem Shooting Star schließt.
Wie heißt dieselbe Form am Ende eines Abwärtstrends?
Inverted Hammer, und dort wird sie als möglicher Wendepunkt nach oben gelesen.
Quellen und Weiterlesen
- StockCharts ChartSchool, Shooting Star (englisch). Quelle ansehen ↗
- Steve Nison: Japanese Candlestick Charting Techniques, 2. Auflage 2001.
Passt dazu
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