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Diversifikation in der Praxis

Du hast dein Geld auf fünf verschiedene Tech-Aktien verteilt und fühlst dich damit breit aufgestellt. Ob das stimmt, hängt nicht davon ab, wie viele Aktien im Depot liegen, sondern wie unabhängig sie voneinander sind.

2 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-11

Du bist überzeugt, dass Technologie und KI die Zukunft prägen werden, und hast dein Depot entsprechend aufgebaut: fünf verschiedene große Tech-Aktien, jede davon in etwa gleich stark gewichtet. Kein Sparplan, keine ETFs, nur Einzelaktien aus derselben Branche. Weil es fünf unterschiedliche Unternehmen sind, hast du das Gefühl, ausreichend gestreut zu sein.

Das Gefühl trügt. Diversifikation bedeutet nicht, mehrere Positionen zu halten, sondern Positionen zu halten, die sich bei einem gemeinsamen Auslöser nicht gleichzeitig in dieselbe Richtung bewegen. Fünf Tech-Aktien reagieren auf dieselben Ereignisse meist sehr ähnlich: steigende Zinsen, eine neue Regulierung für die Branche oder ein enttäuschender Ausblick eines großen Wettbewerbers können alle fünf Aktien gleichzeitig unter Druck setzen.

Das Depot ist damit weniger gestreut, als die Anzahl der Positionen vermuten lässt. Es trägt im Kern ein einziges großes Risiko — nämlich das der Tech-Branche insgesamt — nur verteilt auf fünf Etiketten.

Echte Streuung entsteht erst, wenn Positionen aus unterschiedlichen Branchen, Regionen und im besten Fall unterschiedlichen Anlageklassen kombiniert werden, sodass ein einzelnes Ereignis nicht das gesamte Depot gleichzeitig trifft.

Zusammenfassung

  • Die Anzahl der Aktien im Depot sagt nichts über echte Streuung aus.
  • Aktien aus derselben Branche bewegen sich bei gemeinsamen Auslösern oft gleichzeitig.
  • Echte Diversifikation braucht unterschiedliche Branchen, Regionen und Anlageklassen.

Hast du es verstanden?

Warum sind fünf verschiedene Aktien nicht automatisch Diversifikation?

Weil die Anzahl der Positionen nichts über ihre Streuung aussagt. Entscheidend ist, wie stark sich die Kurse gemeinsam bewegen, nicht wie viele Namen im Depot stehen.

Was bedeutet eine hohe Korrelation zwischen Aktien?

Dass sich ihre Kurse überwiegend in dieselbe Richtung bewegen — bei einem gemeinsamen Auslöser fallen oder steigen sie meist gleichzeitig.

Wie lässt sich echte Streuung erkennen?

Am Zusammenspiel verschiedener Branchen, Regionen und Anlageklassen, die nicht von denselben Ereignissen gleichzeitig getroffen werden.

Was würdest du tun?

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