Alle Anlageklassen im Vergleich
Hier siehst du alles aus dieser Stufe auf einen Blick: was jede Anlageklasse leistet, was sie kostet, wie stark sie schwankt und wofür sie sich eignet.
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du die wichtigsten Anlageklassen nach Kosten, Schwankung und Zweck miteinander vergleichen.
Keine Anlage ist an sich gut oder schlecht. Sie passt zu einem Zweck oder eben nicht. Dafür helfen dir jedes Mal dieselben vier Fragen. Bringt sie etwas ein? Wie schnell komme ich an mein Geld? Wie stark schwankt sie? Was kostet sie?
Anlagen mit und ohne Ertrag
Aktien, Anleihen und Immobilien bringen etwas ein. Gold, Rohstoffe, Kryptowährungen und Sammlerstücke bringen nichts ein und hängen allein am Preis. Diese Trennlinie ist eine der wichtigsten in der ganzen Stufe.
Wie schnell du an dein Geld kommst
Sofort an dein Geld kommst du bei Tagesgeld, Aktien, ETFs und großen Kryptowährungen. Gebunden ist es beim Festgeld bis zum Ende der Laufzeit, bei Immobilien oft über Monate, bei Sammlerstücken manchmal sehr lange.
Was das für dich heißt
Für dich heißt das: Der Notgroschen kommt aufs Tagesgeld. Geld für Ziele in drei bis zehn Jahren legst du gemischt an. Für den langfristigen Vermögensaufbau nimmst du überwiegend breit gestreute Aktien. Alles andere ist eine Beimischung, wenn du sie verstehst und wirklich willst.
Eine hilfreiche Einteilung trennt Anlagen, die etwas erwirtschaften, von solchen, die das nicht tun. Anlagen mit laufenden Erträgen lassen sich über diese Erträge bewerten. Es gibt also einen Maßstab, an dem sich der Preis auf Dauer orientiert. Anlagen ohne Erträge haben diesen Maßstab nicht. Ihr Preis hängt stärker an Erwartungen und Stimmung, und ihre Schwankung ist deshalb meist höher.
Liquidität und Verkaufspreis
Die zweite Frage ist die Liquidität, also ob du schnell zu einem fairen Preis verkaufen kannst. Schwer verkäufliche Anlagen bringen oft etwas mehr, als Ausgleich für diesen Nachteil. Sie haben aber ein doppeltes Risiko. Du brauchst dein Geld meistens genau dann dringend, wenn auch der Markt schwierig ist, nämlich in Krisen. Und gerade dann findest du am schwersten einen Käufer.
Zusammenspiel mit anderen Anlagen
Die dritte Frage ist, wie sich eine Anlage im Verhältnis zu deinen anderen bewegt. Ob eine Beimischung dein Depot verbessert, hängt weniger von ihrer eigenen erwarteten Rendite ab als davon, wie sie die Schwankung des Ganzen beeinflusst. Auch eine Anlage mit niedrigerer Rendite kann dein Ergebnis verbessern, wenn ihre Korrelation zum Rest niedrig genug ist. Mehr dazu kommt in Stufe 5.
Zusammenfassung
- Eine der wichtigsten Trennlinien: Bringt die Anlage etwas ein oder nicht?
- Schwer verkäufliche Anlagen lassen sich genau dann nicht verkaufen, wenn du Geld brauchst.
- Ob eine Beimischung hilft, hängt davon ab, wie sie sich zum Rest bewegt, weniger von ihrer eigenen Rendite.
Hast du es verstanden?
Welche Trennlinie zwischen Anlageklassen gehört zu den wichtigsten?
Ob die Anlage etwas einbringt oder allein am Preis hängt.
Warum ist eine schwer verkäufliche Anlage doppelt gefährlich?
Weil du dein Geld meist genau dann brauchst, wenn sich auch am schwersten ein Käufer findet, nämlich in Krisen.
Wovon hängt ab, ob eine Beimischung dein Depot verbessert?
Davon, wie sie die Schwankung des ganzen Depots beeinflusst, also von ihrer Korrelation zum Rest, weniger von ihrer eigenen Rendite.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Trage deine Positionen, oder ein Beispieldepot mit Anlageklassen deiner Wahl, in das Portfolio Röntgenbild ein. Schreibe auf, welche davon laufende Erträge bringen und welche nur am Preis hängen. Notiere außerdem für deinen Notgroschen und für ein Ziel in fünf Jahren, welche der vier Fragen (Ertrag, Zugriff, Schwankung, Kosten) bei der Wahl der Anlageklasse am schwersten wiegt.
Passt dazu
- Was eine Kryptowährung istStufe 1
- Gold und EdelmetalleStufe 1
- WährungsrisikoStufe 2
- Passende Fragen zu dieser StufeFragen