Alle Anlageklassen im Vergleich
Die Übersicht über alles aus dieser Stufe: was jede Anlageklasse leistet, was sie kostet, wie stark sie schwankt und wofür sie sich eignet.
Kein Vermögenswert ist gut oder schlecht. Er passt zu einem Zweck oder nicht. Die entscheidenden Fragen sind immer dieselben: Erwirtschaftet es etwas? Wie schnell komme ich heran? Wie stark schwankt es? Was kostet es?
Erwirtschaften etwas: Aktien, Anleihen, Immobilien. Erwirtschaften nichts und hängen allein am Preis: Gold, Rohstoffe, Kryptowährungen, Sammlerstücke. Diese Trennlinie ist die wichtigste in der ganzen Stufe.
Sofort verfügbar: Tagesgeld, Aktien, ETFs, große Kryptowerte. Gebunden: Festgeld bis zum Ende, Immobilien über Monate, Sammlerstücke unter Umständen sehr lange.
Für dich heißt das: Notgroschen auf Tagesgeld. Ziele in drei bis zehn Jahren gemischt. Langfristiger Vermögensaufbau überwiegend breit gestreut in Aktien. Alles andere ist Beimischung, wenn du es verstehst und willst.
Eine sinnvolle Systematisierung trennt produktive von nicht produktiven Vermögenswerten. Produktive Werte erzeugen einen Zahlungsstrom und lassen sich über Barwertverfahren bewerten, wodurch ein Bewertungsanker existiert, zu dem Preise tendieren. Nicht produktive Werte haben diesen Anker nicht, weshalb ihre Preisbildung stärker von Erwartungen und Stimmung abhängt und ihre Volatilität systematisch höher ausfällt.
Die zweite Dimension ist die Liquidität, verstanden als Möglichkeit, zeitnah zu einem Preis nahe dem fairen Wert zu handeln. Illiquide Anlagen bieten häufig eine Illiquiditätsprämie als Ausgleich, weisen aber ein doppeltes Risiko auf: Der Bedarf an Liquidität und die Verschlechterung der Handelbarkeit treten typischerweise gleichzeitig auf, nämlich in Krisen.
Die dritte Dimension ist die Korrelationsstruktur. Der Portfolionutzen einer Beimischung ergibt sich nicht aus ihrer erwarteten Einzelrendite, sondern aus ihrem Beitrag zur Schwankung des Gesamtportfolios. Eine Anlage mit niedrigerer erwarteter Rendite kann das Gesamtergebnis verbessern, wenn ihre Korrelation zu den übrigen Positionen hinreichend gering ist. Diese Betrachtung wird in Stufe 4 vertieft.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Die wichtigste Trennlinie: erwirtschaftet der Wert etwas oder nicht.
- Illiquide Anlagen werden genau dann unverkäuflich, wenn man Geld braucht.
- Der Nutzen einer Beimischung liegt in ihrer Korrelation, nicht in ihrer Einzelrendite.
Hast du es verstanden?
Welche Trennlinie zwischen Anlageklassen ist die wichtigste?
Ob der Wert einen Zahlungsstrom erwirtschaftet oder allein am Preis hängt.
Warum ist Illiquidität doppelt gefährlich?
Weil der eigene Liquiditätsbedarf und die verschlechterte Handelbarkeit typischerweise gleichzeitig auftreten.
Woraus ergibt sich der Nutzen einer Beimischung im Portfolio?
Aus ihrem Beitrag zur Gesamtschwankung, also ihrer Korrelation, nicht aus ihrer Einzelrendite.
Passt dazu
- Was eine Kryptowährung istStufe 0
- Gold und EdelmetalleStufe 0
- WährungsrisikoStufe 1