Korrelation
Korrelation misst, wie gleichläufig sich zwei Anlagen bewegen. Sie ist die entscheidende Größe für Diversifikation und leider nicht stabil.
Eine Korrelation von plus eins bedeutet, zwei Anlagen bewegen sich immer gleich. Minus eins bedeutet immer entgegengesetzt. Null bedeutet, es gibt keinen Zusammenhang.
Für die Streuung willst du Werte deutlich unter eins. Zwei europäische Aktienfonds haben oft über 0,9 zueinander, das ist kaum Streuung. Aktien und sichere Staatsanleihen liegen historisch deutlich niedriger.
Die unangenehme Eigenschaft: Korrelationen ändern sich. In ruhigen Phasen laufen Dinge auseinander, in Panikphasen fällt vieles gemeinsam, weil alle gleichzeitig verkaufen wollen.
Das ist der Grund, warum Streuung genau dann am wenigsten hilft, wenn man sie am dringendsten bräuchte. Wer das weiß, plant anders: mit einem echten Puffer aus sicheren Anlagen statt mit der Hoffnung auf Ausgleich.
Der Korrelationskoeffizient nach Pearson misst ausschließlich lineare Zusammenhänge. Nichtlineare Abhängigkeiten, wie sie bei Optionsstrategien oder in Extrembereichen auftreten, werden dadurch nicht erfasst. Eine Korrelation nahe null schließt eine starke Abhängigkeit in den Rändern der Verteilung nicht aus.
Empirisch dokumentiert ist der Anstieg paarweiser Korrelationen in Stressphasen. Ursachen sind gemeinsame Liquiditätsbedürfnisse, gehebelte Positionen mit Zwangsverkäufen und ein gemeinsamer Risikofaktor, der in ruhigen Phasen von idiosynkratischen Bewegungen überdeckt wird. Für die Portfoliokonstruktion bedeutet das, dass historisch geschätzte Korrelationen den Diversifikationsnutzen im Krisenfall systematisch überschätzen.
Methodisch sinnvoll ist deshalb eine getrennte Betrachtung: Schätzung der Korrelationen einmal über den gesamten Zeitraum und einmal ausschließlich über Phasen starker Marktrückgänge. Die zweite Schätzung ist für die Frage relevant, ob eine Beimischung im Ernstfall trägt. Anlagen, deren Diversifikationsnutzen nur im ersten Fall besteht, sind für die Absicherung ungeeignet.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Korrelation misst nur lineare Zusammenhänge.
- In Krisen steigen die Korrelationen und Streuung wirkt schlechter.
- Prüfe Korrelationen getrennt für Krisenphasen, nicht nur im Durchschnitt.
Hast du es verstanden?
Was erfasst der Korrelationskoeffizient nicht?
Nichtlineare Abhängigkeiten, insbesondere in den Extrembereichen der Verteilung.
Warum steigen Korrelationen in Krisen?
Durch gemeinsamen Liquiditätsbedarf, Zwangsverkäufe gehebelter Positionen und einen dominierenden gemeinsamen Risikofaktor.
Wie prüft man den Diversifikationsnutzen realistisch?
Indem man Korrelationen zusätzlich nur über Phasen starker Rückgänge schätzt.
Passt dazu
- DiversifikationStufe 2
- VolatilitätStufe 4
- Gold und EdelmetalleStufe 0