Korrelation
Die Korrelation misst, wie sehr sich zwei Anlagen im Gleichschritt bewegen. Sie entscheidet darüber, ob Streuung wirkt, und leider bleibt sie nicht immer gleich.
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, warum die Korrelation für die Streuung den Ausschlag gibt und warum sie sich ändern kann.
Eine Korrelation von plus eins heißt: Zwei Anlagen bewegen sich immer gleich. Minus eins heißt: immer genau entgegengesetzt. Null heißt: Es gibt keinen Zusammenhang.
Werte für die Streuung
Für die Streuung willst du Werte deutlich unter eins. Zwei europäische Aktienfonds liegen zueinander oft über 0,9, das ist kaum Streuung. Aktien und sichere Staatsanleihen lagen in der Vergangenheit meistens deutlich niedriger, oft um null.
Korrelationen ändern sich
Die unangenehme Seite: Korrelationen ändern sich. In ruhigen Zeiten bewegen sich Anlagen oft unterschiedlich. In Panik fällt vieles gemeinsam, weil alle gleichzeitig verkaufen wollen. Und 2022 fielen sogar Aktien und Anleihen zusammen, weil die Zinsen schnell stiegen.
Planen mit Polster
Deshalb hilft Streuung genau dann oft am wenigsten, wenn du sie am dringendsten brauchst. Wer das weiß, plant anders: mit einem echten Polster aus sicheren Anlagen und nicht mit der Hoffnung, dass sich schon alles ausgleicht.
Die übliche Korrelation nach Pearson misst nur geradlinige Zusammenhänge. Abhängigkeiten, die nicht geradlinig sind, etwa bei Optionen oder bei ganz extremen Bewegungen, erfasst sie nicht. Zwei Anlagen können an normalen Tagen eine Korrelation nahe null haben und trotzdem an den schlimmsten Tagen gemeinsam einbrechen.
Korrelation in Krisen
Dass die Korrelationen in Krisen steigen, ist gut belegt. Dafür gibt es drei Gründe. Viele brauchen gleichzeitig Geld und verkaufen, was sich verkaufen lässt. Wer mit Hebel investiert hat, muss zwangsweise verkaufen. Und ein gemeinsamer Risikofaktor, der in ruhigen Zeiten von den Eigenheiten einzelner Anlagen überdeckt wird, bestimmt plötzlich alles. Korrelationen, die man aus normalen Zeiten schätzt, überschätzen deshalb, wie viel Streuung im Ernstfall bringt.
Zwei Rechnungen
Sinnvoll ist deshalb, zwei Rechnungen zu machen: einmal die Korrelation über den ganzen Zeitraum und einmal nur über die Phasen, in denen der Markt stark gefallen ist. Die zweite Zahl zeigt, ob eine Anlage dich im Ernstfall wirklich schützt. Wirkt eine Anlage nur in der ersten Rechnung ausgleichend, taugt sie nicht als Absicherung.
Zusammenfassung
- Die Korrelation misst nur geradlinige Zusammenhänge.
- In Krisen steigen die Korrelationen, und Streuung wirkt schlechter.
- Prüfe Korrelationen auch nur für Krisenzeiten, nicht nur im Durchschnitt.
Hast du es verstanden?
Was erfasst die übliche Korrelation nicht?
Zusammenhänge, die nicht geradlinig sind, vor allem bei extremen Bewegungen.
Warum steigen die Korrelationen in Krisen?
Weil viele gleichzeitig Geld brauchen, Positionen mit Hebel zwangsweise verkauft werden und ein gemeinsamer Risikofaktor alles bestimmt.
Wie prüfst du realistisch, ob Streuung dich schützt?
Indem du die Korrelation zusätzlich nur für Phasen starker Rückgänge berechnest.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Schreibe zwei Anlagen aus deinem Depot oder deinem Wunschdepot auf und schätze, ob ihre Korrelation nahe bei eins, nahe bei null oder darunter liegt. Begründe das in einem Satz. Trage dann deine Positionen in das Portfolio Röntgenbild ein und schau, ob dein Depot stark in einer Anlageklasse gebündelt ist.
Quellen und Weiterlesen
- Die Studie von Longin und Solnik (2001) im Journal of Finance zeigt mit Extremwerttheorie, dass die Korrelation internationaler Aktienmärkte in fallenden Märkten stark ansteigt, in steigenden dagegen kaum. Quelle ansehen ↗
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