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Der ADX einfach erklärt

Der ADX misst, wie stark ein Trend ist, nicht in welche Richtung er geht. Die Richtung zeigen die beiden Begleitlinien +DI und −DI.

5 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-24

ADX steht für Average Directional Index. Auch er stammt von J. Welles Wilder aus dem Jahr 1978. Er beantwortet eine Frage, die viele andere Indikatoren voraussetzen: Gibt es überhaupt einen Trend, oder bewegt sich der Kurs nur hin und her?

Worum es geht

Unter dem Kurs siehst du drei Linien. Der ADX zeigt die Stärke, +DI den Druck nach oben, −DI den Druck nach unten. Liegt der ADX über 25, gilt der Trend als ausgeprägt. Liegt er unter 20, eher als schwach oder nicht vorhanden.

Ein Beispiel: Der ADX steigt auf 40, und +DI liegt über −DI. Das heißt, es gibt einen kräftigen Aufwärtstrend. Steigt der ADX auf 40, aber −DI liegt oben, gibt es einen kräftigen Abwärtstrend. Der ADX selbst sieht in beiden Fällen gleich aus.

So wird gerechnet

Zuerst vergleichst du jeden Tag mit dem Vortag. Ist das heutige Hoch stärker gestiegen als das Tief gefallen ist, zählt die Bewegung für +DI, im umgekehrten Fall für −DI. Beide werden über 14 Tage geglättet und durch die durchschnittliche Tagesspanne geteilt. Der ADX ist dann ein geglätteter Durchschnitt davon, wie weit +DI und −DI auseinanderliegen.

Mit Zahlen: +DI steht bei 30, −DI bei 10. Der Abstand ist 20, die Summe 40, das Verhältnis also 50 Prozent. Hält das eine Weile an, wandert der ADX in Richtung 50.

Welche Signale Trader daraus lesen

  • Trendfilter: Viele nutzen Trendfolger wie den MACD nur, wenn der ADX über 25 liegt, und Umkehrsignale wie den RSI nur, wenn er niedrig ist.
  • Kreuzung von +DI und −DI: Steigt +DI über −DI, lesen manche das als Kaufsignal.
  • Steigender ADX: Ein ADX, der von unter 20 auf über 25 steigt, zeigt einen neu entstehenden Trend.

Wo es dich in die Irre führt

Ein hoher ADX sagt nichts über die Richtung. Wer einen steigenden ADX als Kaufsignal liest, kauft manchmal mitten in einen Absturz hinein. Die Grafik zeigt das: Beim Einbruch steigt der ADX genauso wie im späteren Anstieg.

Außerdem ist der ADX doppelt geglättet und damit langsam. Wenn er über 25 steigt, ist ein guter Teil des Trends oft schon gelaufen. Und wenn er zu fallen beginnt, heißt das nur, dass der Trend schwächer wird, nicht dass er sich umkehrt.

Ein Beispieltrade mit erfundenen Zahlen

Felix hat 10.000 € auf dem Konto und riskiert pro Trade höchstens 150 €. Bei einer Aktie steigt der ADX über 25, und +DI liegt deutlich über −DI. Felix kauft bei 55 € und setzt seinen Stop Loss bei 52 €. Bei diesem Abstand kauft er 50 Stück für 2.750 €. Kosten: je 1 € Gebühr für Kauf und Verkauf, dazu etwa 2 Cent Spread pro Aktie und Order.

Wenn es klappt: Der Trend setzt sich fort, Felix verkauft bei 61 €. Felix liegt 300 € vorne, nach 2 € Gebühren und 2 € Spread bleiben 296 €.

Wenn es schiefgeht: Der ADX beginnt zu fallen, der Trend schläft ein und der Kurs bröckelt ab. Der Stop wird bei 51,90 € ausgeführt. Das sind 155 € Verlust, mit Kosten 159 €.

Der ADX hat Felix gezeigt, dass ein Trend da war. Wie lange er hält, konnte er ihm nicht sagen.

Kurs und ADX im selben ZeitraumKursADX · +DI · −DI (14 Tage) · über 25 gilt als Trend25kein Trendstarker Trendzerotoinvest.com
Kurs und ADX im selben Zeitraum Erfundene Kursdaten, ADX, +DI und −DI echt nachgerechnet (14 Tage). Der ADX steigt in beiden starken Bewegungen, beim Einbruch wie im Anstieg.

Zusammenfassung

  • Der ADX misst die Stärke eines Trends, nicht seine Richtung.
  • Die Richtung zeigen +DI und −DI.
  • Er reagiert langsam, weil er doppelt geglättet ist.

Hast du es verstanden?

Der ADX steht bei 40. Steigt der Kurs?

Das lässt sich am ADX nicht ablesen. Er zeigt nur, dass ein starker Trend da ist. Die Richtung zeigen +DI und −DI.

Ab welchem Wert gilt ein Trend beim ADX als ausgeprägt?

Üblich ist ein Wert über 25.

Wofür nutzen viele Trader den ADX vor allem?

Als Filter, um zu entscheiden, ob Trendfolge oder Umkehrsignale gerade besser passen.

Quellen und Weiterlesen

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