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Pivot Punkte einfach erklärt

Pivot Punkte sind waagerechte Linien, berechnet aus Hoch, Tief und Schluss des Vortags oder der Vorwoche. Viele Daytrader nutzen sie als mögliche Wendemarken.

5 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-24

Pivot Punkte stammen aus der Zeit, als Parketthändler an der Börse keine Computer hatten. Sie brauchten einfache Marken, die sich morgens mit dem Taschenrechner bestimmen ließen. Heute zeichnet jedes Chartprogramm sie automatisch ein. Sie funktionieren ähnlich wie Unterstützungen und Widerstände.

Worum es geht

Die mittlere Linie P ist der Pivot Punkt. Darüber liegen die Widerstände R1 und R2, darunter die Unterstützungen S1 und S2. Liegt der Kurs über P, gilt die Stimmung als eher freundlich, darunter als eher schwach.

Ein Beispiel: Der Pivot für heute liegt bei 100 €, R1 bei 104 €, S1 bei 97 €. Fällt der Kurs am Vormittag auf 97 € und prallt dort ab, sehen viele Daytrader S1 als bestätigt.

So wird gerechnet

Du nimmst Hoch, Tief und Schluss des vorherigen Zeitraums, meist des Vortags. P ist deren Durchschnitt. R1 ist zweimal P minus Tief, S1 ist zweimal P minus Hoch. R2 liegt um die ganze Spanne über P, S2 um die ganze Spanne darunter.

Mit Zahlen: Hoch 103 €, Tief 97 €, Schluss 100 €. P ist 100 €. R1 ist 200 minus 97, also 103 €. S1 ist 200 minus 103, also 97 €. R2 liegt bei 106 €, S2 bei 94 €.

Welche Signale Trader daraus lesen

  • Abprallen: Erreicht der Kurs S1 und dreht nach oben, kaufen manche mit Ziel P.
  • Durchbruch: Steigt der Kurs deutlich über R1, erwarten manche eine Fortsetzung bis R2.
  • Stimmung: Handel über P gilt als freundlich, darunter als schwach.

Wo es dich in die Irre führt

Pivot Punkte sind reine Rechnerei aus drei Zahlen des Vortags. Sie wissen nichts über Nachrichten, Termine oder die Lage des Unternehmens. Dass Kurse manchmal an ihnen drehen, liegt zum Teil daran, dass sehr viele Daytrader auf dieselben Linien schauen.

Außerdem gibt es mehrere Rechenweisen, zum Beispiel klassisch, nach Fibonacci, nach Woodie oder Camarilla. Jede ergibt andere Linien. Irgendeine liegt fast immer in der Nähe des Kurses.

Ein Beispieltrade mit erfundenen Zahlen

Ben hat 10.000 € auf dem Konto und riskiert pro Trade höchstens 150 €. Eine Aktie fällt am Vormittag auf S1 bei 97 € und dreht leicht nach oben. Ben kauft bei 97,20 € und setzt seinen Stop Loss bei 95,20 €. Bei diesem Abstand kauft er 75 Stück für 7.290 €. Kosten: je 1 € Gebühr für Kauf und Verkauf, dazu etwa 2 Cent Spread pro Aktie und Order.

Wenn es klappt: Der Kurs steigt bis zum Pivot bei 100 €, dort verkauft Ben. Ben liegt 210 € vorne, nach 2 € Gebühren und 3 € Spread bleiben 205 €.

Wenn es schiefgeht: S1 hält nicht, der Kurs fällt Richtung S2. Der Stop wird bei 95,10 € ausgeführt. Das sind 157,50 € Verlust, mit Kosten 162,50 €.

Mögliche 205 € Gewinn gegen mögliche 162,50 € Verlust sind kein gutes Verhältnis. Damit sich das lohnt, müsste Ben deutlich öfter richtig liegen als falsch.

Kurs mit Pivot PunktenKurs · Pivot PunkteR2R1PS1S2ab hier gelten die Linienzerotoinvest.com
Kurs mit Pivot Punkten Erfundene Kursdaten. Die Linien sind klassische Pivot Punkte, berechnet aus Hoch, Tief und Schluss der zehn Tage vor der Markierung. Danach bewegt sich der Kurs zwischen ihnen.

Zusammenfassung

  • Pivot Punkte werden aus Hoch, Tief und Schluss des Vortags berechnet.
  • Sie wirken auch, weil viele auf dieselben Linien schauen.
  • Die Abstände sind oft klein, das Chance Risiko Verhältnis entsprechend knapp.

Hast du es verstanden?

Hoch 103 €, Tief 97 €, Schluss 100 €. Wo liegt der Pivot Punkt?

Bei 100 €, dem Durchschnitt der drei Werte.

Wie wird S1 berechnet?

Zweimal der Pivot Punkt minus das Hoch des Vortags.

Warum sind Pivot Punkte bei Kryptowährungen schwieriger?

Weil es keinen natürlichen Tagesschluss gibt und die Linien von der gewählten Uhrzeit abhängen.

Quellen und Weiterlesen

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