Chancen-Risiko-Verhältnis
Das Chance Risiko Verhältnis vergleicht den möglichen Gewinn mit dem möglichen Verlust. Zusammen mit der Trefferquote entscheidet es, ob eine Strategie überhaupt funktionieren kann.
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du das Chance Risiko Verhältnis einer Position berechnen und beurteilen, ob eine Strategie tragfähig ist.
Kannst du zwei Euro gewinnen und riskierst einen, liegt dein Verhältnis bei zwei zu eins. Das heißt: Du darfst öfter falsch als richtig liegen und verdienst trotzdem.
Die nötige Trefferquote
Bei zwei zu eins reicht eine Trefferquote von etwas über 33 Prozent, um bei null herauszukommen. Bei eins zu eins brauchst du über 50 Prozent. Bei eins zu zwei knapp 67 Prozent.
Warum die Trefferquote nicht reicht
Die Trefferquote allein sagt deshalb nichts. Selbst wer in neun von zehn Fällen richtig liegt, kann verlieren, wenn der eine Fehlschlag alle neun Gewinne auffrisst. Das passiert häufiger, als man denkt, vor allem bei Leuten, die Gewinne schnell mitnehmen und Verluste laufen lassen.
Verhältnis vorab festlegen
Wichtig ist, dass das Verhältnis vor dem Einstieg feststeht. Wer das Ziel nachträglich nach oben schiebt, weil es gerade gut läuft, oder den Stop nach unten, weil es schlecht läuft, hat gar kein Verhältnis mehr.
Welche Trefferquote du mindestens brauchst, um nicht zu verlieren, rechnest du so aus: eins geteilt durch (eins plus Verhältnis). Bei drei zu eins sind das 25 Prozent, bei eins zu eins 50 Prozent, bei eins zu zwei knapp 67 Prozent. Trefferquote und Verhältnis ergeben also nur zusammen eine Aussage.
Wie beide zusammenhängen
In der Praxis hängen beide zusammen. Weit entfernte Kursziele werden seltener erreicht. Ein hohes Verhältnis geht deshalb fast immer mit einer niedrigeren Trefferquote einher. Du kannst eine Strategie nicht einfach verbessern, indem du das Ziel weiter weg setzt. Du triffst es dann eben seltener.
Geplant und tatsächlich
Achte auch auf den Unterschied zwischen geplantem und tatsächlichem Verhältnis. Wer Gewinne früher mitnimmt als geplant, kürzt die Gewinnseite. Verluste können durch Slippage und Kurslücken größer ausfallen als geplant. Das tatsächliche Verhältnis liegt deshalb fast immer unter dem geplanten, und das musst du einrechnen, wenn du eine Strategie beurteilst.
Zusammenfassung
- Die Trefferquote sagt nur zusammen mit dem Verhältnis etwas.
- Die nötige Trefferquote ist eins geteilt durch (eins plus Verhältnis).
- Das tatsächliche Verhältnis liegt fast immer unter dem geplanten.
Hast du es verstanden?
Welche Trefferquote braucht ein Verhältnis von drei zu eins, um bei null herauszukommen?
25 Prozent, denn 1 geteilt durch (1 plus 3) ergibt 0,25.
Warum wird eine Strategie mit einem höheren Kursziel nicht automatisch besser?
Weil weiter entfernte Ziele seltener erreicht werden und die Trefferquote entsprechend sinkt.
Warum liegt das tatsächliche Verhältnis unter dem geplanten?
Weil Gewinne oft zu früh mitgenommen werden und Verluste durch Slippage und Kurslücken größer ausfallen können.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Du steigst bei 50 € ein, setzt den Stop bei 47 € und das Ziel bei 59 €. Berechne das Chance Risiko Verhältnis und die Trefferquote, die du mindestens brauchst, um bei null herauszukommen. Schreibe danach auf, wie sich beides ändert, wenn du das Ziel auf 56 € setzt.
Passt dazu
- Trefferquote und ErwartungswertStufe 3
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