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RSI, MACD und Bollinger Bänder

RSI, MACD und Bollinger Bänder sind drei verbreitete Indikatoren. Alle drei werden aus dem Kursverlauf berechnet: aus der relativen Stärke, aus dem Abstand zweier Durchschnitte und aus dem Abstand zur üblichen Schwankung.

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du die drei bekanntesten technischen Indikatoren benennen und sagen, woraus sie berechnet werden.

1 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-24

Der RSI misst, wie stark die Anstiege der letzten Tage im Verhältnis zu den Rückgängen waren. Er läuft von 0 bis 100. Über 70 gilt ein Wert als überkauft, unter 30 als überverkauft.

Der MACD

Der MACD zeigt den Abstand zwischen einem kurzen und einem langen Durchschnitt. Wird der Abstand größer, wird die Bewegung stärker. Wird er kleiner, lässt sie nach.

Bollinger Bänder legen zwei Linien um einen Durchschnitt. Wie weit sie auseinanderliegen, hängt davon ab, wie stark der Kurs zuletzt geschwankt hat. So siehst du, ob der Kurs gerade ungewöhnlich weit von seinem Mittel weg ist.

Keine neue Information

Wichtig: Alle drei werden aus dem Kurs berechnet. Sie bringen keine neue Information, sie zeigen dieselbe Information nur anders. Zehn Indikatoren auf einem Chart sind deshalb keine zehn Meinungen. Es ist eine Meinung in zehn Verkleidungen.

Der häufigste Denkfehler

Der häufigste Denkfehler: RSI über 70 heißt jetzt verkaufen. In starken Trends bleibt der RSI oft wochenlang über 70, ohne dass der Kurs dreht. Ähnlich ist es mit den anderen beiden. Eine MACD Kreuzung kommt meist erst, wenn der Trend schon läuft, und am oberen Bollinger Band kann ein Kurs in einem starken Trend einfach entlanglaufen. Keiner der drei sagt die Zukunft verlässlich voraus. Sie beschreiben, was schon passiert ist. Alle drei und sechzehn weitere findest du mit Beispielgrafiken in der Übersicht der Indikatoren.

Zusammenfassung

  • Alle Indikatoren werden aus dem Kurs berechnet, keiner bringt neue Information.
  • In starken Trends bleibt der RSI lange im Extrembereich und taugt dort nicht als Umkehrsignal.
  • Bollinger Bänder unterstellen eine Verteilung, die es am Markt so nicht gibt.

Hast du es verstanden?

Was misst der RSI?

Das Verhältnis der durchschnittlichen Anstiege zu den durchschnittlichen Rückgängen über einen gewählten Zeitraum.

Warum versagt der RSI in starken Trends?

Weil er dort lange im Extrembereich bleibt und immer wieder eine Umkehr anzeigt, die nicht kommt.

Welche Annahme steckt in den Bollinger Bändern?

Dass die Kursbewegungen normalverteilt sind. In Wirklichkeit sind extreme Bewegungen häufiger, und der Kurs verlässt die Bänder öfter.

Was andere dazu oft fragen

Welche Indikatoren soll ich nutzen?

Wenige, die du wirklich verstehst und die sich ergänzen, zum Beispiel einen für den Trend und einen für die Schwankung. Fünf Indikatoren, die dasselbe messen, bestätigen sich nur scheinbar gegenseitig.

Gibt es einen Indikator, der zuverlässig funktioniert?

Nein. Jeder Indikator beschreibt die Vergangenheit. Ob eine Regel damit Geld verdient, zeigt sich erst über viele Trades nach Kosten.

Verstehens-Check

Aufgabe für dich

Schreibe für RSI, MACD und Bollinger Bänder in je einem Satz auf, woraus sie berechnet werden. Öffne dann den Chart einer Aktie oder Kryptowährung, die zuletzt lange gestiegen ist, und zähle, an wie vielen Tagen der RSI über 70 lag. Notiere, ob der Kurs in dieser Zeit tatsächlich gedreht hat.

Quellen und Weiterlesen

  • Bereits Benoit Mandelbrot zeigte 1963 in seiner Originalarbeit zu Kursschwankungen, dass die empirischen Verteilungen von Preisänderungen deutlich mehr Ausreißer aufweisen, als es eine Normalverteilung vorhersagen würde. Quelle ansehen ↗

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