Zum Inhalt springen
Zerotoinvest
DEEN

Stop Loss richtig setzen

Ein Stop Loss begrenzt deinen Verlust, einen bestimmten Preis garantiert er aber nicht. Er gehört an die Stelle, an der deine Idee für den Kauf nicht mehr stimmt, und nicht dorthin, wo dein Wunschbetrag liegt.

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du einen Stop Loss an einer begründeten Stelle setzen statt bei deinem Wunschbetrag.

1 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-24

Der Stop Loss ist die Marke, an der du zugibst, dass du falsch lagst. Wird sie erreicht, wird verkauft, ohne dass du in diesem Moment noch entscheiden musst. Das ist sein ganzer Wert, denn in diesem Moment entscheidet man selten gut.

Zu enge Stops

Der häufigste Fehler ist, ihn zu eng zu setzen. Kurse schwanken auch ohne Grund ein bisschen hin und her. Liegt dein Stop mitten in diesem normalen Rauschen, wird er ausgelöst, obwohl nichts passiert ist, und danach läuft der Kurs oft genau in die Richtung, die du erwartet hattest.

Den Stop verschieben

Der zweithäufigste Fehler ist, ihn zu verschieben, wenn der Kurs näher kommt. Dann hast du keinen Stop mehr, nur noch Hoffnung. Nach unten verschieben ist immer falsch. Nach oben nachziehen, wenn es gut läuft, ist dagegen sinnvoll.

Keine Preisgarantie

Wichtig: Ein Stop garantiert keinen Preis. Springt der Kurs über Nacht nach unten, wird zum nächsten verfügbaren Kurs verkauft, und der kann deutlich tiefer liegen. Der Stop schützt dich im normalen Fall, nicht im Ausnahmefall.

Ein Beispieltrade mit erfundenen Zahlen

Tom kauft eine Aktie für 40 €. Das letzte deutliche Tief liegt bei 37,80 €, an einem normalen Tag schwankt die Aktie um etwa 0,90 €. Er will pro Trade höchstens 100 € verlieren.

Variante A, Stop nach Wunschbetrag: Tom kauft 100 Stück und setzt den Stop bei 39,00 €, weil dann genau 100 € Verlust entstehen. Am nächsten Tag fällt die Aktie kurz auf 38,80 € und steigt danach auf 44 €. Der Stop hat ausgelöst, Tom ist mit 100 € Verlust und 6 € Kosten draußen und schaut dem Anstieg zu.

Variante B, Stop an der richtigen Stelle: Tom setzt den Stop unter das Tief, bei 37,50 €. Weil er jetzt 2,50 € pro Aktie riskiert, kauft er nur 40 Stück für 1.600 €. Der kurze Rückgang auf 38,80 € berührt den Stop nicht. Bei 44 € verkauft er und liegt 160 € vorne, nach 2 € Gebühren und rund 1,60 € Spread bleiben etwa 156 €.

Wäre die Aktie unter 37,50 € gefallen, hätte Tom 100 € plus Kosten verloren, so wie geplant. Der Stop an der sinnvollen Stelle hat ihn gezwungen, weniger zu kaufen. Das ist der Preis dafür, dass normale Schwankungen ihn nicht ständig rauswerfen.

Ein Stop Loss Schritt für Schritt

Zusammenfassung

  • Der Stop gehört dorthin, wo deine Idee widerlegt ist.
  • Weiterer Stop heißt immer kleinere Position.
  • Ein Stop schützt im normalen Fall, nicht bei einer Kurslücke.

Hast du es verstanden?

Was passiert bei einer Kurslücke über Nacht?

Der Stop wird zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt, und der kann deutlich schlechter sein.

Was folgt aus einem weiteren Abstand des Stops?

Eine entsprechend kleinere Position, damit das Risiko gleich bleibt.

Warum sind runde Zahlen als Stopmarke ungünstig?

Weil sich dort viele Stops häufen und kurze Übertreibungen sie mit auslösen.

Verstehens-Check

Aufgabe für dich

Du willst eine Aktie zu 25 € kaufen. Nach deiner Begründung gehört der Stop Loss auf 23,50 €, und du willst höchstens 90 € verlieren. Rechne mit dem Positionsgrößenrechner oder von Hand, wie viele Stück du kaufen darfst und wie hoch deine Kaufsumme dann ist.

Quellen und Weiterlesen

  • Die Studie von Carol Osler (Federal Reserve Bank of New York) zeigt, dass sich Stop Loss Orders an auffälligen Kursniveaus wie runden Zahlen häufen und ihre Auslösung selbstverstärkende Kursbewegungen und Kaskaden erzeugen kann. Quelle ansehen ↗

Passt dazu

Wie es weitergeht

Nächste LektionSpread, Slippage und LiquiditätSelbst durchrechnenPositionsgrößen-Rechner