Spread, Slippage und Liquidität
Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis und damit eine unsichtbare Gebühr. Slippage ist die Abweichung zwischen erwartetem und tatsächlichem Ausführungspreis.
An jedem Markt gibt es zwei Preise: den, zu dem du sofort kaufen kannst, und den etwas niedrigeren, zu dem du sofort verkaufen kannst. Die Differenz ist der Spread.
Wer kauft und im selben Moment wieder verkauft, verliert diesen Betrag, ohne dass sich der Kurs bewegt hat. Bei häufigem Handeln ist das oft die größte Kostenposition, obwohl sie auf keiner Abrechnung als Gebühr auftaucht.
Slippage ist etwas anderes: Du siehst einen Kurs, drückst auf kaufen, und ausgeführt wird zu einem etwas anderen. Das passiert bei schnellen Bewegungen, bei großen Orders und bei dünnen Märkten.
Beides hängt an der Liquidität. Bei einem breiten Index-ETF zu normalen Handelszeiten sind Spread und Slippage winzig. Bei einer kleinen Aktie am Abend oder einem selten gehandelten Coin können sie mehrere Prozent betragen.
Der Spread vergütet den Market Maker für die Bereitstellung von Liquidität und für das Risiko der adversen Selektion. Er weitet sich systematisch bei erhöhter Volatilität, geringerer Handelsaktivität und um Nachrichtenzeitpunkte, weil das Risiko, gegen informierte Marktteilnehmer zu handeln, dann steigt.
Die effektiven Handelskosten einer Order lassen sich als Differenz zwischen Ausführungspreis und dem Mittelwert aus bestem Kauf- und Verkaufskurs zum Ordereingang messen. Diese Größe erfasst sowohl den halben Spread als auch die Marktauswirkung größerer Orders und ist der belastbare Maßstab für einen Anbietervergleich.
Die Marktauswirkung wächst unterproportional mit der Ordergröße, häufig näherungsweise mit der Wurzel des Verhältnisses aus Ordergröße und typischem Tagesvolumen. Für Privatanleger ist dieser Effekt bei liquiden Titeln vernachlässigbar, bei kleinen Nebenwerten und Kryptowerten mit geringem Volumen dagegen erheblich und häufig größer als sämtliche ausgewiesenen Gebühren zusammen.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Der Spread ist eine Gebühr, die auf keiner Abrechnung steht.
- Spreads weiten sich bei Volatilität, außerhalb der Kernzeiten und um Nachrichten.
- Bei kleinen Werten übersteigen Spread und Slippage oft alle Gebühren.
Hast du es verstanden?
Was verlierst du, wenn du sofort kaufst und wieder verkaufst?
Den Spread, auch wenn sich der Kurs nicht bewegt hat.
Wann weiten sich Spreads aus?
Bei hoher Volatilität, geringer Handelsaktivität und rund um Nachrichtenzeitpunkte.
Wie misst man die effektiven Handelskosten?
Als Differenz zwischen Ausführungspreis und dem Mittelwert von Kauf- und Verkaufskurs bei Ordereingang.