Order-Arten
Eine Market Order sorgt dafür, dass du sofort kaufst, aber nicht zu welchem Preis. Eine Limit Order legt den Preis fest, aber nicht, ob überhaupt gekauft wird. Mit diesem einen Unterschied verstehst du fast alles.
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du Market Order und Limit Order unterscheiden und für jede Lage die passende wählen.
Eine Market Order sagt: Kauf sofort, egal zu welchem Preis. Sie wird praktisch immer ausgeführt, aber du weißt vorher nicht genau, zu welchem Kurs.
Die Limit Order
Eine Limit Order sagt: Kauf höchstens zu diesem Preis. Du bestimmst die Obergrenze. Dafür kann es passieren, dass nie gekauft wird, weil der Kurs nie so tief fällt.
Die Stop Order
Eine Stop Order ist etwas anderes und wird oft verwechselt. Beim Verkauf liegt sie unter dem aktuellen Kurs und schläft, bis dieser Preis erreicht ist. Dann wird sie zur Market Order. Sie ist zum Aussteigen gedacht.
Faustregel für den Anfang
Die Faustregel für den Anfang: Bei Aktien, die wenig gehandelt werden, und wenn es an der Börse gerade hektisch zugeht, arbeitest du mit Limit. Eine Market Order in einem dünnen Markt kann zu einem Preis ausgeführt werden, der deutlich schlechter ist als der, den du eben noch gesehen hast. Jan wollte eine kleine Aktie für 12,00 € kaufen, gab eine Market Order über 200 Stück auf und zahlte im Schnitt 12,40 €, weil zu 12,00 € nur 20 Stück angeboten waren.
Beim kurzfristigen Handel kommt noch etwas dazu. Market Orders und ausgelöste Stop Orders zählen immer als Taker und kosten damit die höhere Gebühr. Auch eine Limit Order zählt als Taker, wenn sie sofort ausgeführt werden kann. Nur eine Limit Order, die im Orderbuch wartet, ist ein Maker und damit meist günstiger. Mehr dazu in der Lektion Maker, Taker und Funding.
Ein Beispieltrade mit erfundenen Zahlen
Julia will 100 Aktien kaufen. Die App zeigt 50 €, dann kommt eine gute Nachricht und der Kurs springt.
Mit einer Market Order: Julias Kauf wird sofort ausgeführt, aber zu 50,60 €. Sie zahlt 60 € mehr als gedacht.
Mit einer Limit Order bei 50,20 €: Der Kurs springt über ihr Limit, die Order wird nicht ausgeführt. Die Aktie steigt auf 53 €, Julia hat nichts gekauft. Das ist der Preis für die Preissicherheit.
Beim Verkauf gilt dasselbe in umgekehrter Richtung. Julia hat einen Stop bei 47 €. Über Nacht kommt eine schlechte Nachricht, die Aktie eröffnet bei 45 €. Als Stop Market Order wird sofort zu etwa 45 € verkauft, also 2 € pro Aktie schlechter als geplant, 200 € bei 100 Stück. Als Stop Limit Order mit Limit 46,50 € wird gar nicht verkauft, und fällt die Aktie weiter auf 42 €, hält Julia sie immer noch.
Market Orders nehmen Liquidität aus dem Orderbuch. Sie werden gegen die besten wartenden Gegenaufträge ausgeführt. Reicht das Volumen auf der besten Preisstufe nicht, geht es auf der nächstschlechteren weiter. So wie bei Jan liegt der Durchschnittspreis dann über dem angezeigten. Je größer deine Order im Verhältnis zu dem, was im Buch steht, desto stärker dieser Effekt.
Limit Orders im Orderbuch
Limit Orders bringen Liquidität ins Orderbuch und warten dort. Ihr Nachteil ist, dass sie vielleicht nie ausgeführt werden. Dazu kommt ein weniger offensichtlicher Nachteil: Eine wartende Kauforder wird bevorzugt dann ausgeführt, wenn der Kurs gerade fällt, also oft genau dann, wenn du lieber noch gewartet hättest. Beide Ordertypen tauschen Sicherheit beim Preis gegen Sicherheit bei der Ausführung.
Zwei Preise bei Stop Orders
Bei Stop Orders musst du zwei Preise auseinanderhalten: den, der sie auslöst, und den, zu dem am Ende verkauft wird. Ist die Schwelle erreicht, entsteht eine Market Order, und bei einer Kurslücke kann die weit darunter ausgeführt werden. Eine Stop Limit Order begrenzt das, bleibt aber in einem schnell fallenden Markt womöglich ganz liegen. Dann schützt sie dich gar nicht mehr. Du wählst also zwischen einem sicheren Ausstieg zu einem ungewissen Preis und einem sicheren Mindestpreis ohne Garantie, dass du rauskommst.
Willst du auf steigende oder fallende Kurse setzen?
Zusammenfassung
- Market wird in der Regel ausgeführt, aber ohne Preisgarantie. Limit garantiert den Preis, nicht die Ausführung.
- Eine Stop Order wird beim Auslösen zur Market Order.
- In dünnen Märkten lieber mit Limit arbeiten.
Hast du es verstanden?
Was garantiert eine Limit Order und was nicht?
Sie garantiert den Höchstpreis, aber nicht, dass überhaupt gekauft wird.
Warum kann eine Market Order schlechter ausgeführt werden als angezeigt?
Weil sie bei zu wenig Angebot auf der besten Preisstufe auf schlechteren Stufen weiter ausgeführt wird.
Was ist der Nachteil einer Stop Limit Order?
In einem schnell fallenden Markt wird sie vielleicht gar nicht ausgeführt und schützt dann nicht.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Du willst 500 Stück einer wenig gehandelten Aktie kaufen, die bei 8,00 € steht. Im Orderbuch werden 100 Stück zu 8,00 € und 400 Stück zu 8,10 € angeboten. Berechne den Durchschnittspreis einer Market Order und die Mehrkosten gegenüber 8,00 €. Schreibe auf, welche Orderart du stattdessen wählst und bei welchem Preis du das Limit setzt.
Quellen und Weiterlesen
- Die Deutsche Börse beschreibt in ihrer eigenen Handelsdokumentation Market- und Limit-Order genau nach diesem Prinzip: Ausführungssicherheit gegen Preissicherheit. Quelle ansehen ↗