Was eine Kryptowährung ist
Eine Kryptowährung ist ein Eintrag in einem gemeinsam geführten Kassenbuch ohne zentrale Stelle. Anders als eine Aktie steht dahinter kein Unternehmen, das Gewinne erwirtschaftet.
Bei einer Überweisung führt deine Bank Buch darüber, wem was gehört. Bei einer Kryptowährung führen stattdessen tausende Rechner weltweit gemeinsam dasselbe Kassenbuch, und niemand kann es allein ändern.
Das war die eigentliche Erfindung: eine Art, sich über Besitz zu einigen, ohne einer Behörde oder Bank vertrauen zu müssen. Ob man dafür Verwendung hat, ist eine andere Frage.
Der wichtigste Unterschied zur Aktie: Hinter einer Aktie steht eine Firma, die Brot backt oder Software verkauft und damit Gewinn erwirtschaftet. Hinter einer Kryptowährung steht das nicht. Ihr Preis entsteht allein daraus, was andere zu zahlen bereit sind.
Das macht sie nicht wertlos, aber es macht sie schwer zu bewerten. Bei einer Aktie kannst du fragen, ob der Preis zum Gewinn passt. Bei einem Coin gibt es diese Frage nicht. Deshalb schwanken Kryptowerte so viel stärker, oft achtzig Prozent und mehr.
Technisch ist eine Kryptowährung ein verteiltes Register, in dem Transaktionen in Blöcken zusammengefasst und kryptografisch verkettet werden. Die zentrale gelöste Aufgabe ist das Problem der doppelten Ausgabe ohne vertrauenswürdige dritte Partei. Es wird über einen Konsensmechanismus gelöst, klassisch Proof of Work, bei dem das Einbringen eines Blocks Rechenaufwand erfordert, oder Proof of Stake, bei dem hinterlegtes Kapital als Sicherheit dient.
Für die Bewertung fehlt der Zahlungsstrom, der bei Aktien und Anleihen die Grundlage jeder Barwertbetrachtung bildet. Herangezogen werden ersatzweise Angebotsknappheit, Netzwerkeffekte oder Kostenmodelle der Erzeugung. Alle drei liefern keine belastbare Ober- oder Untergrenze. Aus dem Fehlen eines fundamentalen Ankers folgt unmittelbar die beobachtete Volatilität: Ohne Bewertungsmaßstab existiert kein Preisniveau, zu dem Marktteilnehmer verlässlich zurückkehren.
Zu trennen ist ferner zwischen Kryptowährungen im engeren Sinn, Plattform-Token mit Nutzungsfunktion, Stablecoins mit Wertbindung an eine Währung und Token ohne erkennbare Funktion. Die Risikoprofile unterscheiden sich erheblich. Stablecoins etwa verlagern das Risiko auf die Qualität und Prüfbarkeit der hinterlegten Reserven, was sie zu einem Kreditrisiko macht, nicht zu einem Kursrisiko.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Die Erfindung ist ein gemeinsames Kassenbuch ohne zentrale Stelle.
- Hinter einem Coin steht kein Unternehmen und kein Gewinn.
- Ohne Bewertungsanker gibt es kein Preisniveau, deshalb die extremen Schwankungen.
Hast du es verstanden?
Welches Problem löst die Technik hinter Kryptowährungen?
Die doppelte Ausgabe desselben Guthabens, ohne dass eine vertrauenswürdige zentrale Stelle nötig ist.
Warum ist ein Coin schwerer zu bewerten als eine Aktie?
Weil kein Zahlungsstrom existiert, aus dem sich ein Barwert ableiten ließe.
Welches Risiko trägst du bei einem Stablecoin hauptsächlich?
Ein Kreditrisiko: Es hängt daran, ob die hinterlegten Reserven tatsächlich vorhanden und prüfbar sind.
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