Was eine Kryptowährung ist
Eine Kryptowährung ist ein Eintrag in einem Kassenbuch, das viele Rechner gemeinsam führen, ohne dass eine Bank oder Behörde dazwischensitzt. Anders als hinter einer Aktie steht dahinter keine Firma, die Gewinne macht.
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, worin sich eine Kryptowährung grundlegend von einer Aktie unterscheidet.
Wenn du Geld überweist, schreibt deine Bank auf, wem was gehört. Bei einer Kryptowährung führen tausende Rechner auf der ganzen Welt gemeinsam dasselbe Kassenbuch, und keiner kann es allein ändern.
Die eigentliche Erfindung
Das war die eigentliche Erfindung: Menschen können sich einigen, wem etwas gehört, ohne einer Bank vertrauen zu müssen. Ob man dafür im Alltag Verwendung hat, ist eine andere Frage.
Der Unterschied zur Aktie
Der wichtigste Unterschied zur Aktie: Hinter einer Aktie steht eine Firma, die Brot backt oder Software verkauft und damit Gewinn macht. Hinter einem Coin steht so etwas nicht. Sein Preis hängt allein davon ab, was andere dafür zu zahlen bereit sind.
Schwer zu bewerten
Wertlos ist ein Coin deshalb nicht, aber schwer zu bewerten. Bei einer Aktie kannst du fragen, ob der Preis zum Gewinn passt. Bei einem Coin gibt es keinen Gewinn, an dem du den Preis messen könntest. Darum schwanken Kryptowerte so viel stärker. Bitcoin ist in seiner Geschichte mehrmals um mehr als 70 Prozent gefallen, viele kleinere Coins um über 90 Prozent. Leg deshalb nur so viel hinein, wie du auch komplett verlieren könntest.
Technisch ist eine Kryptowährung ein verteiltes Register. Überweisungen werden in Blöcken gesammelt und diese Blöcke mit Verschlüsselungstechnik aneinandergehängt. Gelöst wird damit ein altes Problem digitalen Geldes. Eine Datei kannst du beliebig kopieren, Geld darf man aber nicht zweimal ausgeben können. Bisher brauchte es dafür eine zentrale Stelle, die das prüft. Bei Kryptowährungen einigt sich das Netzwerk selbst, entweder über Proof of Work, bei dem ein neuer Block viel Rechenarbeit kostet, oder über Proof of Stake, bei dem hinterlegtes Geld als Pfand dient.
Bewertung ohne Zahlungsströme
Für die Bewertung fehlt, was Aktien und Anleihen haben: künftige Zahlungen an den Besitzer. Ersatzweise schauen Anleger darauf, wie knapp ein Coin ist, wie viele Menschen ihn nutzen oder was es kostet, ihn herzustellen. Keine dieser Größen liefert eine belastbare Ober oder Untergrenze. Daraus folgt direkt die hohe Schwankung. Wo es keinen Maßstab für den Wert gibt, gibt es auch kein Preisniveau, zu dem der Markt verlässlich zurückkehrt.
Sehr verschiedene Dinge
Unter dem Wort Krypto laufen sehr verschiedene Dinge. Es gibt Kryptowährungen im engeren Sinn wie Bitcoin, Token von Plattformen, die man dort für etwas nutzt, Stablecoins, die an eine Währung wie den Dollar gebunden sind, und Token ohne erkennbaren Zweck. Ihre Risiken unterscheiden sich stark. Bei einem Stablecoin hängt alles daran, ob die hinterlegten Reserven wirklich da sind und geprüft werden. Du trägst dort also vor allem das Risiko, dass der Herausgeber nicht zahlen kann, und weniger das Risiko schwankender Kurse.
Zusammenfassung
- Die Erfindung ist ein gemeinsames Kassenbuch ohne zentrale Stelle.
- Hinter einem Coin steht keine Firma und kein Gewinn.
- Ohne Maßstab für den Wert gibt es kein festes Preisniveau, daher die starken Schwankungen.
- Häufiger Fehler: mehr hineinstecken, als du im schlimmsten Fall komplett verlieren kannst.
Hast du es verstanden?
Welches Problem löst die Technik hinter Kryptowährungen?
Dass man dasselbe Guthaben nicht zweimal ausgeben kann, ohne dass eine zentrale Stelle das prüfen muss.
Warum ist ein Coin schwerer zu bewerten als eine Aktie?
Weil es keine künftigen Zahlungen an den Besitzer gibt, aus denen sich ein Wert berechnen ließe.
Welches Risiko trägst du bei einem Stablecoin vor allem?
Das Risiko, dass der Herausgeber nicht zahlen kann, weil die hinterlegten Reserven fehlen oder nicht prüfbar sind.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Du steckst 2.000 € in einen Coin, und er fällt um 70 Prozent. Rechne, wie viel Euro dir bleiben und um wie viel Prozent der Coin danach steigen müsste, damit du wieder bei 2.000 € bist. Prüf deine Rechnung im Drawdownrechner und schreib auf, welchen Betrag du komplett verlieren könntest.
Quellen und Weiterlesen
- Das ursprüngliche Bitcoin-Whitepaper von Satoshi Nakamoto beschreibt, wie das Problem der doppelten Ausgabe ohne vertrauenswürdige zentrale Stelle über eine Kette kryptografischer Zeitstempel gelöst wird. Quelle ansehen ↗
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