Der Markt fällt gerade
Eine kurze Orientierung für den Moment, in dem alles rot ist. Kein Verkauf, keine Prognose, nur die Punkte, die jetzt tatsächlich zählen.
Erstens: Was du gerade siehst, ist noch kein Verlust. Er wird erst dann einer, wenn du verkaufst. Bis dahin ist es eine Zahl, die sich wieder ändert.
Zweitens: Rückgänge dieser Art sind normal. Etwa jährlich fallen breite Märkte um zehn Prozent, alle paar Jahre um zwanzig oder mehr. Dass es sich diesmal anders anfühlt, gehört dazu. Es fühlt sich jedes Mal anders an.
Drittens: Prüf nur eine einzige Sache. Brauchst du das angelegte Geld in den nächsten drei Jahren? Wenn nein, ändert der heutige Kurs an deinem Plan nichts. Wenn ja, war die Aufteilung zu riskant, und das ist eine Frage für später, nicht für heute.
Viertens: Oft hilft es, heute nichts zu tun. Viele verzichten in dieser Lage auf Verkäufe, auf Nachkäufe auf Kredit und auf eine neue Strategie. Wer einen schriftlichen Plan hat, liest den Satz für den Krisenfall. Wer keinen hat, schreibt ihn, wenn es vorbei ist.
Die besten Tage an der Börse kommen oft genau dann, wenn es am schlimmsten aussieht. Viele der stärksten Erholungstage lagen mitten in einer Krise oder kurz danach. Im März 2020 zum Beispiel fiel der Markt innerhalb weniger Wochen um rund ein Drittel, und einige der größten Tagesgewinne seit Jahrzehnten folgten direkt darauf. Wer in so einer Phase aussteigt, verpasst mit hoher Wahrscheinlichkeit genau diese Tage.
Dazu kommt eine einfache Rechnung. Fällt dein Depot von 10.000 auf 7.000 Euro, brauchst du danach fast 43 Prozent Plus, um wieder bei 10.000 zu sein. Solange du nicht verkaufst, bleibt das eine Zahl auf dem Bildschirm, die sich wieder ändern kann. Verkaufst du, machst du daraus einen echten Verlust, den kein Aufschwung mehr ausgleicht. Mehr dazu steht in der Lektion Drawdown.
Bleibt noch eine ganz praktische Frage. Kommst du mit deinem Geld auf dem Konto über die nächsten Monate, ohne etwas zu verkaufen? Wenn ja, musst du wegen des Kurses nichts tun. Wenn nein, kümmere dich zuerst darum, dass deine laufenden Ausgaben gedeckt sind. Das ist deine Liquidität, und die ist jetzt wichtiger als jede Einschätzung des Marktes.
Zusammenfassung
- Ein Rückgang wird erst durch den Verkauf zum Verlust.
- Die stärksten Erholungstage liegen meist direkt nach den schlimmsten.
- Die einzige Frage heute: Brauchst du das Geld in den nächsten drei Jahren?
Hast du es verstanden?
Wann wird aus einem Rückgang ein Verlust?
Beim Verkauf. Vorher ist es nur eine Zahl, die sich wieder ändern kann.
Warum ist ein Ausstieg im Rückgang besonders teuer?
Weil viele der stärksten Erholungstage mitten in der Krise oder kurz danach kommen. Wer draußen ist, verpasst sie.
Was solltest du in diesem Moment als Einziges prüfen?
Ob du das angelegte Geld in den nächsten drei Jahren brauchst. Wenn nicht, ändert der heutige Kurs an deinem Plan nichts.
Passt dazu
- DrawdownStufe 3
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