Warum die meisten investieren sollten
Untersuchungen über Jahrzehnte zeigen dasselbe Bild: Je mehr Privatanleger handeln, desto schlechter ihr Ergebnis. Nichtstun ist die unterschätzteste Strategie überhaupt.
Es gibt kaum ein Feld, in dem mehr Aufwand so zuverlässig zu schlechteren Ergebnissen führt. Wer viel handelt, zahlt viel Gebühren, trifft mehr Entscheidungen und hat damit mehr Gelegenheiten, sich zu irren.
Dazu kommt der Zeitpunkt. Die stärksten Kursanstiege liegen oft direkt hinter den schlimmsten Tagen. Wer aus Angst aussteigt, verpasst genau diese Erholung und steigt später teurer wieder ein.
Der Sparplan löst das Problem, indem er die Entscheidung abschafft. Es wird gekauft, wenn der Termin da ist, nicht wenn das Gefühl passt. Das klingt langweilig und ist genau deshalb wirksam.
Wenn dich das Thema trotzdem reizt, gibt es einen vernünftigen Weg: der überwiegende Teil des Geldes im langweiligen Sparplan, ein kleiner Teil als Spielgeld, dessen Totalverlust dich nicht trifft. Damit lernst du, ohne dich zu ruinieren.
Die bekannteste Untersuchung von Barber und Odean wertete Depots eines großen Discountbrokers aus und fand, dass die Anleger mit dem höchsten Umschlag deutlich hinter dem Marktdurchschnitt zurückblieben, während die passivsten Depots am besten abschnitten. Die Renditedifferenz erklärte sich weitgehend aus Handelskosten und schlechtem Timing, nicht aus schlechter Titelauswahl allein.
Ein zweiter Effekt ist die Renditelücke zwischen Fonds und Fondsanlegern. Zeitgewichtete Fondsrenditen liegen regelmäßig über den geldgewichteten Renditen der Anleger desselben Fonds, weil nach starken Anstiegen Geld zufließt und nach Rückgängen abfließt. Das Verhalten kostet unabhängig von der Produktwahl.
Zum Timing-Argument existieren Auswertungen, die zeigen, wie stark das Endergebnis leidet, wenn die besten Handelstage eines Zeitraums fehlen. Der Effekt ist deshalb so groß, weil Renditen nicht gleichmäßig verteilt sind, sondern in wenigen Tagen konzentriert auftreten, und weil diese Tage überproportional häufig in Phasen hoher Unsicherheit fallen, in denen Anleger typischerweise nicht investiert sind.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Mehr Handeln führt bei Privatanlegern im Schnitt zu schlechteren Ergebnissen.
- Die stärksten Tage liegen oft direkt nach den schlimmsten.
- Der Sparplan wirkt, weil er die Entscheidung abschafft.
Hast du es verstanden?
Was fanden Barber und Odean in ihrer Auswertung?
Anleger mit dem höchsten Handelsumschlag schnitten am schlechtesten ab, die passivsten am besten.
Was ist die Renditelücke zwischen Fonds und Fondsanlegern?
Anleger erzielen weniger als ihr eigener Fonds, weil sie nach Anstiegen kaufen und nach Rückgängen verkaufen.
Warum ist Aussteigen im Rückgang so teuer?
Weil die stärksten Erholungstage überproportional in Phasen hoher Unsicherheit fallen, in denen man dann nicht investiert ist.
Quellen und Weiterlesen
- Barber und Odean, Untersuchungen zum Handelsverhalten von Privatanlegern.
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- Warum aktive Fonds meist schlechter abschneidenStufe 0
- RohstoffeStufe 0
- Der SparplanStufe 1