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Altersvorsorge

Die gesetzliche Rente deckt bei den meisten nur einen Teil dessen, was sie im Alter ausgeben. Die Lücke rechnest du in drei Schritten aus, und je früher du anfängst, desto kleiner ist die Rate, die sie schließt.

5 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-10-21

Altersvorsorge klingt nach einem Thema für später. Rechnerisch ist sie ein Thema für jetzt, weil die Zeit bis zur Rente die stärkste Hilfe ist, die du hast. Wichtig ist vor allem, dass du weißt, wie viel dir später fehlt.

Schritt 1: deine Renteninformation lesen

Die Deutsche Rentenversicherung schickt allen Versicherten ab 27 Jahren, die mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt haben, jedes Jahr automatisch eine Renteninformation. Darin steht unter anderem eine Hochrechnung deiner Regelaltersrente, die davon ausgeht, dass du so weiter einzahlst wie in den letzten fünf Jahren. Ab 55 kommt stattdessen alle drei Jahre die ausführlichere Rentenauskunft.

Der Betrag dort ist ein Bruttowert. Von der späteren Rente gehen in der Regel noch Steuern und Beiträge zur Kranken und Pflegeversicherung ab. Rechne also mit etwas weniger.

Schritt 2: alle Ansprüche an einem Ort sehen

Seit dem 30. Juni 2023 gibt es die Digitale Rentenübersicht unter rentenuebersicht.de. Dort siehst du kostenlos gesetzliche, betriebliche und private Ansprüche zusammen. Für die Anmeldung brauchst du einen Personalausweis mit freigeschalteter Onlinefunktion und deine Steuer ID.

Schritt 3: die Lücke ausrechnen

Überleg, wie viel du im Alter im Monat ausgeben wirst, in heutigem Geld. Zieh davon ab, was aus Renteninformation und Übersicht zusammenkommt. Was übrig bleibt, ist deine Lücke.

Ein Beispiel: Lea ist 30 und rechnet im Alter mit 2.400 € Ausgaben im Monat. Ihre Ansprüche ergeben zusammen rund 1.500 €. Es fehlen also etwa 900 € im Monat. Nach dem Rechner für finanzielle Freiheit braucht sie dafür bei einer vorsichtigen Entnahmerate von 3,5 Prozent rund 308.600 €. Bis 67 hat sie 37 Jahre Zeit. Bei angenommenen 5 Prozent Rendite nach Inflation reichen dafür rund 240 € im Monat. Fängt sie zehn Jahre später an, wird die Rate deutlich größer.

Drei Wege, die sich ergänzen

  • Gesetzlich: Die Rente aus der Rentenversicherung ist die Grundlage. Ihr Niveau ist gesetzlich bis einschließlich 2031 bei 48 Prozent festgeschrieben. Was das genau bedeutet, steht im Bereich Tiefer.
  • Betrieblich: Bei der Entgeltumwandlung zahlst du einen Teil deines Bruttolohns in eine Betriebsrente ein. Spart dein Arbeitgeber dadurch Sozialabgaben, muss er bei Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds 15 Prozent des umgewandelten Betrags dazugeben.
  • Privat: Ein breit gestreuter ETF Sparplan, den du selbst führst. Ab Januar 2027 gibt es zusätzlich das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot, das die Riester Rente für neue Verträge ablöst.

Welcher Weg sich lohnt, hängt von Kosten, Förderung und deiner Lage ab. Zahl nichts in einen Vertrag ein, den du nicht verstehst, und lass dich nicht zu einem schnellen Abschluss drängen.

Zusammenfassung

  • Die Renteninformation kommt ab 27 Jahren und fünf Beitragsjahren jedes Jahr und zeigt einen Bruttobetrag.
  • Die Digitale Rentenübersicht zeigt gesetzliche, betriebliche und private Ansprüche an einem Ort.
  • Deine Lücke ist das, was du im Alter ausgibst, minus das, was an Renten zusammenkommt.
  • Ab 2027 löst das geförderte Altersvorsorgedepot die Riester Rente für neue Verträge ab.
  • Je früher du anfängst, desto kleiner ist die Rate, die deine Lücke schließt.

Hast du es verstanden?

Ab wann bekomme ich eine Renteninformation?

Ab 27 Jahren, wenn du mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt hast. Sie kommt dann jedes Jahr automatisch, ab 55 alle drei Jahre als ausführlichere Rentenauskunft.

Heißt Rentenniveau 48 Prozent, dass ich 48 Prozent meines Gehalts bekomme?

Nein. Das Rentenniveau vergleicht eine Standardrente nach 45 Jahren mit Durchschnittsverdienst mit dem Durchschnittsverdienst. Deine eigene Rente hängt von deinen Beitragsjahren und deinem Verdienst ab.

Wie hoch ist die Förderung im neuen Altersvorsorgedepot?

Ab 2027 gibt es 50 Prozent Zulage auf Einzahlungen bis 360 € und 25 Prozent auf weitere bis 1.440 € im Jahr, zusammen höchstens 540 €. Dazu kommen bis zu 300 € Kinderzulage pro Kind.

Quellen und Weiterlesen

  • Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg, Was sagt die Renteninformation aus? (April 2025). Quelle ansehen ↗
  • Deutsche Rentenversicherung, Digitale Rentenübersicht: Durchblick bei der Altersvorsorge (März 2026). Quelle ansehen ↗
  • ZDFheute, Rentenpaket: Das kostet es, so entwickelt sich das Rentenniveau. Quelle ansehen ↗
  • Deutsche Rentenversicherung, Bundesrat verabschiedet Reform der privaten Altersvorsorge (Mai 2026). Quelle ansehen ↗
  • Verbraucherzentrale, Neues Altersvorsorgedepot: Rentenchance oder teure Verkaufsfalle? (Juli 2026). Quelle ansehen ↗
  • Deutsche Rentenversicherung, Lexikon: Arbeitgeberzuschuss bei Entgeltumwandlung. Quelle ansehen ↗

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