Der Sparplan
Ein Sparplan kauft automatisch in festen Abständen für einen festen Betrag. Sein Wert liegt nicht in einem Renditevorteil, sondern darin, dass er die Entscheidung abschafft.
Du legst einen Betrag und einen Termin fest, und danach passiert es von selbst. Kein Nachdenken, kein Zeitpunkt, keine Nachrichten. Das ist der ganze Trick.
Nebenbei kaufst du bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen weniger. Das wird gern als Renditevorteil verkauft, was zu viel behauptet ist. Der eigentliche Nutzen ist, dass du überhaupt kaufst, auch dann, wenn es sich schlecht anfühlt.
Ehrlich gesagt: Wer eine größere Summe zur Verfügung hat, fährt statistisch mit einer sofortigen Anlage im Mittel etwas besser als mit gestreckter Einzahlung, weil Märkte häufiger steigen als fallen. Gestreckt einzuzahlen ist trotzdem oft die bessere Wahl, weil man es durchhält.
Für die Einrichtung: monatlich oder zweiwöchentlich, ein breiter Index, Ausführung kurz nach dem Gehaltseingang. Dann erhöhe die Rate einmal im Jahr, wenn dein Einkommen steigt. Diese eine Gewohnheit wirkt stärker als jede Produktauswahl.
Der Effekt unterschiedlicher Stückzahlen bei festem Betrag führt dazu, dass der Durchschnittspreis dem harmonischen Mittel der Kurse entspricht, das stets kleiner oder gleich dem arithmetischen Mittel ist. Der daraus abgeleitete Vorteil bezieht sich jedoch auf einen Vergleich mit gleichverteilten Stückkäufen, nicht auf einen Vergleich mit sofortiger Einmalanlage.
Der Vergleich zwischen Einmalanlage und gestreckter Einzahlung fällt bei positiver erwarteter Rendite im Mittel zugunsten der Einmalanlage aus, da das Kapital länger investiert ist. Gestreckte Einzahlung reduziert dafür die Streuung der Ergebnisse und das Bedauernsrisiko bei einem unmittelbar folgenden Rückgang. Es handelt sich um einen Tausch von erwarteter Rendite gegen Ergebnisstreuung.
Der praktisch bedeutsamste Effekt liegt in der Verhaltensebene: Automatisierung entfernt wiederkehrende Entscheidungspunkte und damit die Angriffsfläche für prozyklisches Verhalten. Da die dokumentierte Renditelücke zwischen Fonds und Fondsanlegern in derselben Größenordnung liegt wie typische Kostenunterschiede zwischen Produkten, ist dieser Effekt quantitativ mit einer Kostenoptimierung vergleichbar.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Der Nutzen liegt im Wegfall der Entscheidung, nicht in einem Renditetrick.
- Einmalanlage ist im Mittel besser, gestreckt ist ruhiger und wird eher durchgehalten.
- Die Rate einmal im Jahr erhöhen wirkt stärker als jede Produktauswahl.
Hast du es verstanden?
Ist ein Sparplan renditestärker als eine Einmalanlage?
Im Mittel nicht. Die Einmalanlage ist länger investiert. Der Sparplan reduziert dafür die Ergebnisstreuung.
Worin liegt der eigentliche Wert des Sparplans?
Er entfernt wiederkehrende Entscheidungspunkte und damit die Angriffsfläche für prozyklisches Verhalten.
Welche jährliche Gewohnheit wirkt am stärksten?
Die Sparrate anzuheben, wenn das Einkommen steigt.
Passt dazu
- Warum die meisten investieren solltenStufe 0
- Broker vergleichenStufe 1
- Deine erste OrderStufe 1