Copy Trading
Beim Copy Trading übernimmst du automatisch die Trades anderer Nutzer. Die Bestenlisten, die du dabei siehst, sind durch Auswahl verzerrt, und die Leute, die du kopierst, haben andere Interessen als du.
Die Idee klingt vernünftig. Statt selbst zu handeln, kopierst du jemanden, der es kann. Die Plattform zeigt dir Ranglisten mit beeindruckenden Ergebnissen, etwa 180 Prozent im letzten Jahr.
Das erste Problem ist die Auswahl. Von zehntausend Nutzern haben einige allein durch Zufall mehrere sehr gute Jahre hintereinander. Genau die stehen oben in der Liste. Sichtbar werden sie durch ihr Ergebnis, nicht durch ihr Können.
Das zweite Problem sind die Anreize. Wer nach der Zahl der Kopierer bezahlt wird, hat einen Grund, auffällige Ergebnisse zu erzeugen. Hohes Risiko führt entweder zu einem Spitzenplatz oder dazu, dass man aus der Liste verschwindet, und sehen kannst du nur den ersten Fall.
Das dritte Problem ist die Ausführung. Gehen tausende gleichzeitig dieselbe Position ein, bekommst du einen schlechteren Preis als die Person, die du kopierst. Du zahlst für dieselbe Idee also mehr.
Ranglisten zeigen nur, wer übrig geblieben ist. Machen genug Leute mit, haben allein nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit einige über mehrere Jahre auffällig gute Ergebnisse. Solange du nicht weißt, wie viele insgesamt mitgemacht haben und wie viele ausgeschieden sind, sagt ein Spitzenplatz nichts.
Die Bezahlung verzerrt das Risiko. Wird jemand nach dem kopierten Volumen bezahlt, ist das wirtschaftlich wie eine Option: Er verdient mit, wenn es gut läuft, trägt aber die Verluste seiner Kopierer nicht. Wer unter solchen Bedingungen klug handelt, geht mehr Risiko ein, und genau das beobachtet man auch.
Außerdem kaufen alle gleichzeitig nach. Wird wenig gehandelt (Markttiefe), verschiebt das gebündelte Volumen den Preis zulasten der Kopierer, die später dran sind. Je beliebter das Vorbild, desto stärker dieser Effekt. Deshalb schneiden die Kopierer in der Regel schlechter ab als ihr Vorbild.
Zusammenfassung
- Spitzenplätze entstehen auch durch Zufall bei großer Teilnehmerzahl.
- Wer nach dem Volumen der Kopierer bezahlt wird, wird für hohes Risiko belohnt, trägt die Verluste aber nicht.
- Wenn alle gleichzeitig kaufen, bekommst du einen schlechteren Preis als dein Vorbild.
Hast du es verstanden?
Warum sind Ranglisten verzerrt?
Weil bei vielen Teilnehmern einige allein durch Zufall auffällig gut abschneiden und die Ausgeschiedenen nicht zu sehen sind.
Welchen Anreiz erzeugt eine Vergütung nach Kopiervolumen?
Mehr Risiko, weil der Kopierte am Erfolg beteiligt ist, die Verluste seiner Kopierer aber nicht trägt.
Warum liegen die Ergebnisse der Kopierer typischerweise darunter?
Weil die gebündelten Käufe den Preis zu ihren Lasten verschieben.
Funktioniert Copy Trading?
Technisch ja, die Trades werden automatisch übernommen. Finanziell schneiden Kopierer aber meist schlechter ab als ihr Vorbild, weil Ranglisten durch Zufall verzerrt sind und gebündelte Käufe den Preis verschlechtern. Oft liest man es auch zusammengeschrieben als Copytrading.
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