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Wer sonst noch am Markt handelt

Der Markt ist kein einzelner Gegner, sondern viele verschiedene Teilnehmer mit völlig unterschiedlichen Zielen, Kapital und Zeithorizonten. Zu wissen, wer sonst noch handelt, erklärt viele Marktbewegungen.

1 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-09

Wenn Anfänger vom Markt sprechen, stellen sie sich oft eine einzelne Gegenkraft vor. Tatsächlich handeln dort sehr unterschiedliche Akteure gleichzeitig, mit sehr unterschiedlichen Absichten.

Ein Privatanleger investiert eigenes Geld, meist nebenberuflich, oft über Jahre. Ein Daytrader eröffnet und schließt Positionen innerhalb eines Tages. Eine Investmentbank oder ein Eigenhandelsunternehmen setzt Firmenkapital ein, oft mit klaren Risikolimits und viel Technik im Hintergrund.

Ein Hedgefonds verwaltet Geld von Investoren und verfolgt eine bestimmte Strategie, die er verkauft. Eine Pensionskasse oder ein Vermögensverwalter legt sehr langfristig und meist sehr diversifiziert an, oft mit gesetzlichen Vorgaben. Ein Market Maker stellt fortlaufend Kauf- und Verkaufspreise und verdient an der Spanne dazwischen, nicht an der Richtung.

Wichtig ist, was daraus NICHT folgt: Es gibt keine einzelne Methode, die alle Profis benutzen. Die Gruppen unterscheiden sich in Zeithorizont, Kapitalquelle und Risikogrenzen so stark, dass eine gemeinsame Erfolgsformel gar nicht existieren kann.

Marktteilnehmer im Vergleich
PrivatanlegerDaytraderHedgefondsMarket Maker
Kapitalquelleeigenes Geldeigenes oder FirmenkapitalKundengelderFirmenkapital
Typischer ZeithorizontJahre bis JahrzehnteMinuten bis StundenWochen bis JahreSekunden
Erfolgsmaßstabeigene Ziele erreichenabsoluter GewinnRendite über VergleichsindexSpanne, unabhängig von Richtung
Risikolimitsselbst gewähltmeist informellvertraglich und aufsichtsrechtlichstreng, automatisiert
HauptvorteilZeit und niedrige Kostenkeiner, empirisch meist NachteilKapitalgröße und ZugangGeschwindigkeit

Privatanleger

Kapitalquelleeigenes Geld
Typischer ZeithorizontJahre bis Jahrzehnte
Erfolgsmaßstabeigene Ziele erreichen
Risikolimitsselbst gewählt
HauptvorteilZeit und niedrige Kosten

Daytrader

Kapitalquelleeigenes oder Firmenkapital
Typischer ZeithorizontMinuten bis Stunden
Erfolgsmaßstababsoluter Gewinn
Risikolimitsmeist informell
Hauptvorteilkeiner, empirisch meist Nachteil

Hedgefonds

KapitalquelleKundengelder
Typischer ZeithorizontWochen bis Jahre
ErfolgsmaßstabRendite über Vergleichsindex
Risikolimitsvertraglich und aufsichtsrechtlich
HauptvorteilKapitalgröße und Zugang

Market Maker

KapitalquelleFirmenkapital
Typischer ZeithorizontSekunden
ErfolgsmaßstabSpanne, unabhängig von Richtung
Risikolimitsstreng, automatisiert
HauptvorteilGeschwindigkeit
Vier sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle, kein gemeinsamer Erfolgsweg.

Zusammenfassung

  • Der Markt besteht aus vielen Teilnehmern mit unterschiedlichen Zielen, nicht aus einem Gegner.
  • Es gibt keine einzelne Methode, die alle professionellen Teilnehmer benutzen.
  • Market Maker verdienen an der Spanne, nicht an der Richtung, das ist ein anderes Geschäftsmodell.

Hast du es verstanden?

Woran verdient ein Market Maker in erster Linie?

An der Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis, nicht an einer Kursrichtung.

Warum verhalten sich Pensionskassen manchmal prozyklisch?

Wegen aufsichtsrechtlicher Anlagegrenzen, nicht zwangsläufig wegen ihrer Markteinschätzung.

Gibt es eine gemeinsame Erfolgsmethode aller professionellen Marktteilnehmer?

Nein. Die Gruppen unterscheiden sich in Kapitalquelle, Zeithorizont und Risikolimits zu stark dafür.

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