Maker, Taker und Funding
Beim kurzfristigen Handel entscheiden die Gebühren oft darüber, ob ein Konto wächst oder schrumpft. Welche Order-Art du nutzt, bestimmt, wie viel du zahlst.
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, warum Maker- und Taker-Orders unterschiedlich viel kosten, und weißt, wann sich eine Post-Only-Order lohnt.
Wer einen ETF-Sparplan bespart, zahlt Ordergebühren selten. Wer mehrmals am Tag handelt, zahlt sie bei jedem Einstieg und jedem Ausstieg, und genau dort entscheidet sich oft, ob am Monatsende etwas übrig bleibt.
Ob eine Order wenig oder viel kostet, hängt davon ab, ob sie sofort ausgeführt wird oder erst wartet. Eine Taker-Order nimmt eine bestehende Order aus dem Orderbuch, etwa eine Market-Order oder eine auslösende Stop-Order. Eine Maker-Order legt sich stattdessen selbst ins Orderbuch und wartet, bis jemand anderes sie ausführt, das ist eine Limit-Order, die nicht sofort greift. Wer wartet, stellt Liquidität bereit und zahlt dafür meist weniger, manchmal gar nichts.
Die Sätze wirken auf den ersten Blick winzig. Ein Beispiel mit einer Position von 2.500 US-Dollar und zwei Gebührensätzen, wie sie bei manchen Anbietern üblich sind:
| Einstieg | Ausstieg | Summe | |
|---|---|---|---|
| Taker / Taker (0,06 %) | 1,50 $ | 1,50 $ | 3,00 $ |
| Maker / Maker (0,02 %) | 0,50 $ | 0,50 $ | 1,00 $ |
Zwei US-Dollar Unterschied pro Trade klingen nach wenig. Bei 40 Trades im Monat sind das 80 US-Dollar, allein durch die Wahl der Order-Art, ohne dass sich am Ergebnis des Trades selbst etwas geändert hätte.
Ein Trade muss seine Gebühren erst wieder hereinholen, bevor überhaupt Gewinn entsteht. Bei zwei Taker-Gebühren von je 0,06 Prozent muss sich der Kurs um mindestens 0,12 Prozent in deine Richtung bewegen, nur um bei null zu stehen. Wer auf Bewegungen von 0,3 bis 0,5 Prozent zielt, gibt damit im Voraus ein Viertel bis ein Drittel des möglichen Gewinns ab.
Viele Plattformen bieten für Limit-Orders eine Option namens Post-Only. Die Order wird dann nur angenommen, wenn sie tatsächlich als Maker ins Orderbuch geht, würde sie stattdessen sofort gegen eine bestehende Order ausgeführt, wird sie abgelehnt, statt versehentlich zur teureren Taker-Order zu werden. Der Preis dafür: Manchmal wird die Order gar nicht gefüllt, und der Kurs läuft ohne dich weiter. Ein verpasster Trade kostet allerdings nichts, ein ausgeführter zur falschen Gebühr schon.
Nicht jede Order sollte auf die niedrigere Gebühr getrimmt werden. Einen Stop-Loss setzt man nicht als wartende Limit-Order, sondern lässt ihn als Taker ausführen, er soll im Ernstfall sicher greifen, auch wenn das die höhere Gebühr kostet. Sparen lohnt sich beim Einstieg und beim Gewinnziel, nicht beim Schutz vor einem größeren Verlust.
Perpetuals haben kein Ablaufdatum. Damit ihr Preis trotzdem nahe am Preis des zugrunde liegenden Marktes bleibt, zahlen sich Long- und Short-Seite in festen Abständen (bei vielen Anbietern alle acht Stunden) gegenseitig eine Funding Rate. Liegt der Perpetual-Preis über dem Preis des zugrunde liegenden Marktes, zahlen üblicherweise die Longs, im umgekehrten Fall die Shorts. Wer eine Position nur für Minuten hält, merkt davon selten etwas. Wer sie über mehrere Tage hält, sollte Funding wie eine laufende Gebühr in die Rechnung aufnehmen, nicht wie eine Randnotiz.
Die genauen Sätze für Maker, Taker und Funding unterscheiden sich stark je nach Anbieter, Handelsvolumen und Produkt und ändern sich häufig. Die Zahlen in diesem Beispiel veranschaulichen die Größenordnung, nicht die tatsächlich bei dir anfallenden Kosten. Die verbindlichen Sätze findest du in der Gebührentabelle deines eigenen Anbieters.
Zusammenfassung
- Gebühren berechnen sich auf das gesamte Positionsvolumen, nicht auf die Marge.
- Maker-Orders (wartende Limit-Orders) kosten meist weniger als Taker-Orders (sofort ausgeführte).
- Beim Stop-Loss geht Ausführungssicherheit vor Gebührenersparnis.
- Je kürzer und kleiner das Kursziel, desto größer der Anteil, den Gebühren davon wegnehmen.
Hast du es verstanden?
Was ist der Unterschied zwischen Maker und Taker?
Ein Maker legt eine Order ins Orderbuch und wartet, ein Taker führt sofort gegen bestehende Orders aus. Maker zahlen in der Regel weniger.
Worauf werden Trading-Gebühren berechnet?
Auf das gesamte Positionsvolumen, bei gehebelten Produkten also nicht nur auf den eigenen Einsatz.
Sollte der Stop-Loss eine Limit-Order sein?
Nein. Er soll sicher ausgeführt werden, deshalb nimmt man die höhere Taker-Gebühr in Kauf.
Verstehens-Check
Passt dazu
- Order-ArtenStufe 2
- Spread, Slippage und LiquiditätStufe 2
- Alle Gebühren, die dich Rendite kostenStufe 2
- PerpetualsTrading
- Passende Fragen zu dieser StufeFragen