Die Handelsoberfläche verstehen
Chart, Orderbuch, Positionsübersicht und Ordermaske sehen fast überall ähnlich aus. Wenn du weißt, was du da siehst, vertippst du dich viel seltener.
Lernziel: Nach dieser Lektion findest du dich in einer typischen Handelsoberfläche zurecht, ohne Eingabefehler zu riskieren.
Vier Bereiche findest du fast überall. Der Chart zeigt, wie sich der Kurs entwickelt hat. Das Orderbuch zeigt, wer gerade zu welchem Preis kaufen oder verkaufen will. In der Ordermaske gibst du deinen Auftrag ein. Die Positionsübersicht zeigt, was du besitzt.
Das Orderbuch
Im Orderbuch stehen meist links die Kaufangebote und rechts die Verkaufsangebote. Der höchste Kaufpreis und der niedrigste Verkaufspreis stehen sich gegenüber. Die Lücke dazwischen ist der Spread. Den zahlst du bei jedem sofortigen Kauf mit.
Die Positionsübersicht
In der Positionsübersicht steht meistens ein Gewinn oder Verlust, der noch nicht realisiert ist. Diese Zahl ändert sich ständig und bedeutet noch nichts. Echt wird sie erst, wenn du verkaufst. Viele Anfänger reagieren stark auf eine Zahl, die es eigentlich noch gar nicht gibt.
Tipp für die ersten Wochen
Ein Tipp für die ersten Wochen: Schließ die Positionsübersicht, wenn du sie nicht brauchst. Wer ständig draufschaut, handelt ständig, und wer ständig handelt, zahlt ständig.
Das Orderbuch ist nach Preis und Zeit sortiert. Du siehst die Markttiefe, also wie viel Volumen auf jeder Preisstufe wartet. Das ist eine Momentaufnahme und kein Versprechen. Aufträge können jederzeit zurückgezogen werden, und ein guter Teil des angezeigten Volumens verschwindet oft, sobald der Preis näher kommt.
Die Ordermaske
In der Ordermaske wählst du die Art des Auftrags, wie lange er gelten soll und eventuelle Zusatzbedingungen. Fehler passieren meistens an drei Stellen. Man verwechselt die Stückzahl mit dem Betrag in Euro, gibt 100 ein und meint 100 € statt 100 Aktien. Man verwechselt Limitpreis und Stoppreis. Oder die Gültigkeit ist kürzer oder länger als gedacht. Ein Blick auf die Vorschau vor dem Absenden verhindert die meisten dieser Fehler.
Angezeigte Kurse
Die angezeigten Kurse sind je nach Anbieter die Kurse eines bestimmten Handelsplatzes und nicht unbedingt der Preis, zu dem deine Order ausgeführt wird. Beim Handel außerhalb der Börse nennt der Anbieter eigene Kurse, die davon abweichen können. Ob du gut ausgeführt wurdest, siehst du deshalb am besten, wenn du deinen Preis mit einem unabhängigen Kurs zur selben Zeit vergleichst.
Zusammenfassung
- Der Spread steht im Orderbuch zwischen bestem Kauf und bestem Verkaufsangebot.
- Ein noch nicht realisierter Gewinn oder Verlust ist noch kein Ergebnis.
- Ein Blick auf die Vorschau vor dem Absenden verhindert die meisten Eingabefehler.
Hast du es verstanden?
Was zeigt die Markttiefe im Orderbuch?
Wie viel Volumen auf jeder Preisstufe wartet, als Momentaufnahme. Aufträge können jederzeit zurückgezogen werden.
Warum führt der noch nicht realisierte Gewinn oder Verlust in die Irre?
Weil er sich ständig ändert und erst beim Verkauf zu einem echten Ergebnis wird.
Ist der angezeigte Kurs dein Ausführungspreis?
Nicht unbedingt. Je nach Handelsplatz und Anbieter können angezeigter und tatsächlicher Preis abweichen.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Im Orderbuch steht der höchste Kaufpreis bei 49,95 € und der niedrigste Verkaufspreis bei 50,05 €. Berechne den Spread in Euro und in Prozent des Verkaufspreises und was er dich kostet, wenn du 100 Stück sofort kaufst und sofort wieder verkaufst. Prüfe im Breakevenrechner, wie weit sich ein Kurs bewegen muss, bis solche Kosten ausgeglichen sind.
Passt dazu
- Spread, Slippage und LiquiditätStufe 2
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