Sachwerte und Sammlerstücke
Uhren, Kunst, Wein und Oldtimer können im Wert steigen, sind aber illiquide, teuer im Handel und in ihren Renditeangaben systematisch geschönt.
Berichte über Sammlerstücke klingen fantastisch, weil immer nur von den Stücken berichtet wird, die teuer geworden sind. Die Uhren, die niemand mehr will, tauchen in keiner Statistik auf.
Dazu kommen die Kosten. Auktionshäuser nehmen häufig zweistellige Prozentsätze von Käufer und Verkäufer. Bei Lagerung, Versicherung und Pflege kommt weiteres hinzu.
Und der Handel dauert. Eine Aktie verkaufst du in Sekunden. Für ein Sammlerstück brauchst du einen Käufer, der genau dieses Stück will, und das kann Monate dauern oder im falschen Moment gar nicht klappen.
Als Leidenschaft ist das alles vollkommen in Ordnung. Als Geldanlage braucht es Fachkenntnis, die man sich über Jahre aneignet. Wer ohne diese Kenntnis kauft, bezahlt sie in der Regel mit Lehrgeld.
Renditeangaben zu Sammlermärkten leiden systematisch unter Selektionsverzerrungen. Indizes basieren typischerweise auf wiederholten Verkäufen desselben Objekts, wodurch Stücke ohne Nachfrage aus der Betrachtung fallen. Der resultierende Survivorship Bias überzeichnet die tatsächlich erzielbare Rendite erheblich.
Die Transaktionskosten sind der zweite dominierende Faktor. Käuferaufgeld und Verkäuferprovision summieren sich bei Auktionen häufig auf zwanzig bis dreißig Prozent des Zuschlagspreises. Bei einer angenommenen jährlichen Wertsteigerung im mittleren einstelligen Bereich bindet allein die Deckung dieser Kosten mehrere Jahre.
Ökonomisch handelt es sich um illiquide, nicht standardisierte Einzelstücke mit ausgeprägter Informationsasymmetrie zugunsten des professionellen Handels. Wo Qualität und Echtheit schwer prüfbar sind, entsteht das klassische Problem des Marktes für Zitronen: Der Preis reflektiert die Unsicherheit über die Qualität, und der uninformierte Teilnehmer trägt sie.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Renditestatistiken zu Sammlerstücken zeigen nur die Gewinner.
- Handelskosten von zwanzig bis dreißig Prozent binden Jahre an Wertsteigerung.
- Ohne Fachkenntnis ist der Informationsnachteil gegenüber dem Handel groß.
Hast du es verstanden?
Warum sind Renditeindizes für Sammlerstücke verzerrt?
Weil sie auf Wiederverkäufen beruhen. Stücke ohne Nachfrage tauchen darin nicht auf.
Wie hoch sind die Handelskosten bei Auktionen typischerweise?
Käuferaufgeld und Verkäuferprovision zusammen häufig zwanzig bis dreißig Prozent.
Was ist das Problem der Informationsasymmetrie hier?
Echtheit und Qualität sind schwer prüfbar. Der uninformierte Käufer trägt diese Unsicherheit.