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Sachwerte und Sammlerstücke

Uhren, Kunst, Wein und Oldtimer können im Wert steigen. Sie lassen sich aber schwer verkaufen, der Handel ist teuer, und die Renditezahlen, die man darüber liest, sind oft geschönt.

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du einschätzen, warum Uhren, Kunst und andere Sammlerstücke als Geldanlage tückischer sind, als sie wirken.

1 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-24

Berichte über Sammlerstücke klingen fantastisch, weil nur über die Stücke berichtet wird, die teuer geworden sind. Die Uhren, die heute keiner mehr will, tauchen in keiner Statistik auf.

Kosten bei Sammlerstücken

Dazu kommen die Kosten. Auktionshäuser verlangen oft zweistellige Prozentsätze vom Käufer und vom Verkäufer. Lagerung, Versicherung und Pflege kosten zusätzlich. Ersteigert Tobias eine Uhr für 10.000 € und zahlt 12,5 Prozent Aufgeld, ist er bei 11.250 €. Verlangt das Auktionshaus beim Verkauf noch einmal 12,5 Prozent, muss die Uhr fast 12.900 € bringen, damit er nur sein Geld zurückbekommt. Bei fünf Prozent Wertsteigerung im Jahr dauert das gut fünf Jahre.

Verkaufen dauert

Und verkaufen dauert. Eine Aktie bist du in Sekunden los. Für ein Sammlerstück brauchst du jemanden, der genau dieses Stück will. Das kann Monate dauern, und im falschen Moment klappt es gar nicht.

Hobby oder Geldanlage

Als Hobby ist das alles völlig in Ordnung. Als Geldanlage brauchst du Fachwissen, das man sich über Jahre aufbaut. Wer ohne dieses Wissen kauft, zahlt meistens Lehrgeld.

Zusammenfassung

  • Renditezahlen zu Sammlerstücken zeigen fast nur die Gewinner.
  • Handelskosten von zwanzig bis dreißig Prozent fressen Jahre an Wertsteigerung.
  • Ohne Fachwissen weiß der Händler fast immer mehr als du.

Hast du es verstanden?

Warum sind Renditeindizes für Sammlerstücke verzerrt?

Weil sie auf Wiederverkäufen beruhen. Stücke, die niemand mehr will, tauchen darin nicht auf.

Wie hoch sind die Handelskosten bei Auktionen meistens?

Aufgeld und Provision zusammen oft zwanzig bis dreißig Prozent.

Was ist das Problem, wenn Händler mehr wissen als du?

Echtheit und Zustand sind schwer zu prüfen. Die Unsicherheit bezahlt der Käufer, der weniger weiß.

Verstehens-Check

Aufgabe für dich

Ein Kunstdruck wird für 5.000 € zugeschlagen, und du zahlst 10 Prozent Aufgeld obendrauf. Beim Verkauf behält das Auktionshaus 10 Prozent vom Zuschlagspreis. Rechne aus, auf welchen Zuschlagspreis der Druck mindestens steigen muss, damit du nur dein Geld zurückbekommst, und um wie viel Prozent das über 5.000 € liegt.

Quellen und Weiterlesen

  • Die Ökonomen Jianping Mei und Michael Moses (NYU Stern, Schöpfer des Mei-Moses-Kunstindex) legen in ihrer Studie über wiederverkaufte Kunstwerke offen, dass solche Indizes tendenziell zu Papieren mit erhaltenem Wert verzerrt sind und die ausgewiesene Rendite deshalb als Obergrenze, nicht als realistischer Durchschnitt zu verstehen ist. Quelle ansehen ↗

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