Tagesgeld und Festgeld
Auf Tagesgeld kommst du jeden Tag heran, der Zins kann sich aber ändern. Festgeld bindet dein Geld für eine feste Zeit zu einem festen Zins. Beide sind zum sicheren Parken da und nicht, um Vermögen aufzubauen.
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du Tagesgeld und Festgeld unterscheiden und einschätzen, wofür beide taugen.
Tagesgeld ist das Konto für deinen Notgroschen. Du kommst jederzeit an dein Geld, dafür kann die Bank den Zins jederzeit ändern. Lockzinsen für Neukunden fallen oft schon nach ein paar Monaten deutlich.
Festgeld und Laufzeit
Festgeld bringt meist etwas mehr, dafür kommst du bis zum Ende der Laufzeit nicht heran. Das passt für Geld mit festem Termin. Spart Aylin für ein Auto, das sie in zwei Jahren kaufen will, kann sie das Geld gut für zwei Jahre festlegen.
Einlagensicherung
Beides ist in der EU durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € je Kunde und Bank geschützt. Hast du mehr, verteilst du es auf mehrere Banken.
Was nach Abzügen bleibt
Nach Steuern und Inflation bleibt bei beiden meistens wenig oder gar nichts übrig. Sie sind dafür da, Geld sicher aufzubewahren. Wer damit Vermögen aufbauen will, wundert sich nach zwanzig Jahren, warum so wenig daraus geworden ist.
Die Einlagensicherung gilt je Kunde und je Bank. Achtung: Mehrere Marken können zur selben Bank gehören. Hast du bei zwei Marken derselben Bank je 80.000 €, sind zusammen nur 100.000 € geschützt. Bei ausländischen Banken, die du über Zinsportale findest, gilt die Sicherung ihres Heimatlandes. Wie gut die im Ernstfall zahlt, hängt auch davon ab, wie finanzstark dieser Staat ist.
Warum Festgeld mehr zahlt
Dass Festgeld mehr Zinsen bringt als Tagesgeld, hat einen Grund. Die Bank bezahlt dich dafür, dass sie mit deinem Geld fest planen kann. Manchmal gibt es für kurze Laufzeiten aber mehr Zinsen als für lange. Fachleute nennen das eine inverse Zinsstruktur. Dann lohnt es sich kaum, Geld lange festzulegen.
Zinsen nach Steuern und Inflation
Es zählt, was nach Steuern und Inflation übrig bleibt. Ein Beispiel: 3 Prozent Zinsen, davon gehen in Deutschland rund 26 Prozent Abgeltungsteuer ab, es bleiben etwa 2,2 Prozent. Steigen die Preise um 3 Prozent, liegst du real bei ungefähr minus 0,8 Prozent. Das ist kein Ausreißer. Über lange Zeit lagen Zinsen auf Bankkonten nach Steuern und Inflation oft um null oder darunter.
| Tagesgeld | Festgeld | |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | täglich | erst am Laufzeitende |
| Zins | schwankt jederzeit | fest für die Laufzeit |
| Höhe | meist etwas niedriger | meist etwas höher |
| Wofür geeignet | Notgroschen | Ziel mit festem Termin |
| Schutz | Einlagensicherung bis 100.000 € | Einlagensicherung bis 100.000 € |
| Nach Steuern und Inflation | häufig um oder unter null | häufig um oder unter null |
Zusammenfassung
- Tagesgeld für den Notgroschen, Festgeld für Ziele mit festem Termin.
- Die Einlagensicherung gilt je Kunde und Bank, nicht je Marke.
- Nach Steuern und Inflation bleibt meistens wenig oder nichts.
Hast du es verstanden?
Wofür eignet sich Festgeld und wofür nicht?
Für Geld mit festem Termin. Für den Notgroschen nicht, weil du nicht herankommst.
Worauf musst du bei der Einlagensicherung achten?
Dass mehrere Marken zur selben Bank gehören können. Der Schutz gilt dann nur einmal.
Was bleibt nach Steuern und Inflation meistens übrig?
Oft ungefähr null oder weniger. Zinskonten erhalten die Kaufkraft meist nicht.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Du hast 12.000 € auf dem Tagesgeld zu 2,5 Prozent, und die Inflation liegt bei 3 Prozent. Rechne den Zins in Euro für ein Jahr und den Kaufkraftverlust in Euro (3 Prozent von 12.000 €). Notiere die Differenz und überlege, wofür das Geld auf diesem Konto trotzdem seinen Platz haben kann.
Quellen und Weiterlesen
- Die Europäische Kommission zur gesetzlichen Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro je Einleger und Bank in der EU. Quelle ansehen ↗
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