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Trendlinien und Kanäle

Eine Trendlinie verbindet aufeinanderfolgende Tiefpunkte oder Hochpunkte. Sie ist nützlich zur Strukturierung, aber wegen ihrer Freiheitsgrade leicht zu manipulieren.

1 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-04

Du verbindest zwei Tiefpunkte mit einer Linie und verlängerst sie. Berührt der Kurs sie später erneut und dreht dort, gilt die Linie als bestätigt. Zwei parallele Linien bilden einen Kanal.

Das ist ein brauchbares Werkzeug, um Struktur in ein Bild zu bringen. Es hat nur ein Problem, das man kennen sollte: Du entscheidest, welche Punkte du verbindest.

Bei zwanzig Kerzen gibt es sehr viele mögliche Linien. Wer lange genug sucht, findet immer eine, die gut aussieht. Deshalb sieht Chartanalyse im Rückblick überzeugender aus als in Echtzeit.

Ein einfacher Test hilft: Zeichne die Linie und decke die rechte Hälfte des Charts ab. Würdest du sie auch dann so ziehen? Wenn nicht, hast du das Ergebnis in die Linie eingebaut.

Drei Sätze zum Mitnehmen

  • Du wählst die Punkte, und darin liegt die ganze Schwäche.
  • Lineare und logarithmische Skala ergeben verschiedene Linien.
  • Ohne vorab festgelegte Parameter ist es Darstellung, keine Methode.

Hast du es verstanden?

Warum wirkt Chartanalyse im Rückblick überzeugender?

Weil die Linien nach Kenntnis des Ergebnisses ausgewählt werden. Das ist Overfitting.

Welche Rolle spielt die Skalierung?

Eine auf linearer Skala gerade Linie ist auf logarithmischer gekrümmt. Beide Darstellungen ergeben andere Aussagen.

Was macht aus einer Darstellung eine prüfbare Methode?

Vorab festgelegte Parameter für Extrempunkte, Berührungen, Toleranz, Skalierung und Bruchdefinition.

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