Was Geld eigentlich ist
Geld hat keinen Wert an sich. Es ist ein Versprechen, dass andere dir dafür etwas geben. Das klappt, solange genug Menschen darauf vertrauen, und weil laufend neues Geld dazukommt, kannst du dir mit demselben Betrag mit der Zeit weniger kaufen.
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, warum Geld selbst keinen Wert hat und weshalb es laufend an Kaufkraft verliert.
Ein Zwanziger ist bedrucktes Papier. Die Bäckerin gibt dir trotzdem Brot dafür, weil sie weiß, dass ihr Mehlhändler den Schein auch nimmt. Und der Mehlhändler nimmt ihn, weil sein Vermieter ihn nimmt. Geld ist also ein Versprechen, das reihum weitergereicht wird.
Drei Aufgaben
Es erledigt drei Aufgaben. Du kannst damit bezahlen. Du kannst Preise vergleichen, weil alles in Euro angegeben ist. Und du kannst Wert für später aufheben. Die letzte Aufgabe erledigt es am schlechtesten.
Geld ohne Goldbindung
Früher war Geld an Gold gebunden, heute nicht mehr. Notenbanken und Banken können die Geldmenge vergrößern. Wächst sie schneller als die Menge an Waren, die es zu kaufen gibt, ist jeder einzelne Euro etwas weniger wert.
Was auf dem Girokonto passiert
Das merkst du auf dem Girokonto nicht. Dort steht jedes Jahr dieselbe Zahl, du bekommst dafür aber etwas weniger. Hatte Maria vor zehn Jahren 5.000 € auf dem Konto und hat sie heute noch, kauft sie davon spürbar weniger ein als damals. Mit diesem Gedanken fängt alles an, was auf dieser Seite folgt.
Fachleute nennen die drei Aufgaben Tauschmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel. Unser heutiges Geld heißt Fiatgeld. Hinter ihm steht kein Gold und keine Ware. Es gilt, weil der Staat es als Zahlungsmittel festlegt, und vor allem, weil alle erwarten, dass es morgen auch noch angenommen wird.
Wie Geld entsteht
Das meiste Geld entsteht gar nicht in der Notenbank. Es entsteht, wenn Banken Kredite vergeben. Leiht sich Paul 20.000 € für ein Auto, schreibt die Bank ihm den Betrag gut, ohne dass jemand anders diese 20.000 € vorher eingezahlt hätte. Das Geld entsteht in diesem Moment und verschwindet wieder, wenn Paul den Kredit zurückzahlt. Die Notenbank lenkt das nur von außen, vor allem über den Leitzins.
Geldmenge und Inflation
Ob mehr Geld automatisch zu Inflation führt, ist umstritten. Ökonomen schreiben den Zusammenhang gern als M · V = P · Y. M ist die Geldmenge, V wie oft ein Euro im Jahr den Besitzer wechselt, P das Preisniveau und Y, was insgesamt hergestellt wird. Bleiben V und Y gleich und M steigt, steigen die Preise. In Wirklichkeit bleiben V und Y aber selten gleich. Nach 2008 haben die Notenbanken sehr viel Geld geschaffen, und die Preise sind trotzdem jahrelang kaum gestiegen. Deshalb streiten Fachleute bis heute über Geldpolitik.
Zusammenfassung
- Geld ist ein Versprechen auf die Leistung anderer und hat keinen Wert an sich.
- Das meiste Geld entsteht, wenn Banken Kredite vergeben.
- Zum Aufbewahren taugt Geld schlecht, weil seine Menge wächst.
Hast du es verstanden?
Welche drei Aufgaben hat Geld?
Bezahlen, Preise vergleichen und Wert aufheben. Die letzte erledigt es am schlechtesten.
Wo entsteht der größte Teil des Geldes?
Bei den Banken, wenn sie Kredite vergeben. Die Notenbank lenkt das nur indirekt.
Führt mehr Geld immer zu Inflation?
Nicht automatisch. Wie oft Geld umläuft und wie viel hergestellt wird, ändert sich ebenfalls. Der Zusammenhang besteht, aber er läuft nicht wie ein Uhrwerk.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Maria hat 5.000 € auf dem Konto, die Preise steigen zehn Jahre lang um 2 Prozent im Jahr. Rechne aus, wie viel diese 5.000 € danach nach heutiger Kaufkraft wert sind, indem du 5.000 durch 1,02 hoch 10 teilst. Schreib auf, welchen Teil deines Geldes das betrifft.
Quellen und Weiterlesen
- Die Deutsche Bundesbank erklärt, dass der weitaus größte Teil des Buchgelds nicht in der Notenbank, sondern durch Kreditvergabe der Geschäftsbanken entsteht. Quelle ansehen ↗
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