Was Geld eigentlich ist
Geld ist kein Wert an sich, sondern ein Gutschein auf Leistung anderer. Es funktioniert nur, solange genug Menschen daran glauben, und es wird laufend mehr, weshalb es an Kaufkraft verliert.
Ein Zwanzig-Euro-Schein ist bedrucktes Papier. Er ist nichts wert, weil das Papier wertvoll wäre, sondern weil der Bäcker dir dafür Brot gibt. Und der Bäcker nimmt ihn, weil er weiß, dass sein Lieferant ihn auch nimmt.
Geld ist also ein Versprechen, das reihum weitergegeben wird. Es hat drei Aufgaben: Man kann damit bezahlen, man kann Preise damit vergleichen, und man kann Wert damit aufbewahren. Die dritte Aufgabe erfüllt es am schlechtesten.
Früher war Geld an Gold gebunden. Heute ist es das nicht mehr. Notenbanken und Geschäftsbanken können die Geldmenge vergrößern. Wenn die Menge des Geldes schneller wächst als die Menge der Waren, wird jeder einzelne Schein weniger wert.
Genau deshalb ist Geld auf dem Girokonto keine sichere Sache, sondern ein langsamer Verlust. Es steht immer dieselbe Zahl darauf, aber du bekommst jedes Jahr etwas weniger dafür. Das ist der Ausgangspunkt für alles, was auf dieser Seite folgt.
Ökonomisch werden drei Funktionen unterschieden: Tauschmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel. Modernes Geld ist Fiatgeld, es hat keinen inneren Wert und keine Deckung durch ein Gut. Sein Wert beruht auf gesetzlicher Zahlungsmittelfunktion und, wichtiger, auf Erwartungssicherheit der Marktteilnehmer.
Der weitaus größte Teil der Geldmenge entsteht nicht in der Notenbank, sondern durch Kreditvergabe der Geschäftsbanken. Vergibt eine Bank einen Kredit, schreibt sie den Betrag dem Konto gut, ohne dass er zuvor bei ihr eingelegt worden wäre. Buchgeld entsteht also im Moment der Kreditvergabe und verschwindet bei der Tilgung wieder. Die Notenbank steuert diesen Prozess indirekt über den Leitzins und über Mindestreserveanforderungen.
Für den Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisniveau liefert die Quantitätsgleichung M · V = P · Y einen Bezugsrahmen, mit M als Geldmenge, V als Umlaufgeschwindigkeit, P als Preisniveau und Y als realer Produktion. Sie ist eine Identität, keine Kausalaussage: Steigt M bei konstantem V und Y, steigt P. In der Praxis sind V und Y jedoch nicht konstant, weshalb aus einer Ausweitung der Geldmenge nicht mechanisch Inflation folgt. Genau dieser Umstand macht die Debatte über Geldpolitik dauerhaft strittig.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Geld ist ein Versprechen auf die Leistung anderer, kein Wert an sich.
- Der größte Teil des Geldes entsteht durch Kredite der Banken.
- Als Aufbewahrungsmittel taugt Geld schlecht, weil seine Menge wächst.
Hast du es verstanden?
Welche drei Funktionen erfüllt Geld?
Tauschmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel. Die letzte erfüllt es am schlechtesten.
Wo entsteht der größte Teil des Geldes?
Bei den Geschäftsbanken durch Kreditvergabe, nicht in der Notenbank.
Folgt aus einer größeren Geldmenge zwangsläufig Inflation?
Nein. Umlaufgeschwindigkeit und reale Produktion verändern sich ebenfalls. Der Zusammenhang ist real, aber nicht mechanisch.
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