Wann Anlegen für dich noch keinen Sinn ergibt
Es gibt Lebenslagen, in denen Anlegen die falsche Entscheidung ist. Diese Seite sagt dir offen, welche das sind.
Lernziel: Nach dieser Lektion erkennst du, in welchen Lebenslagen Anlegen für dich noch nicht dran ist.
Diese Seite verdient nichts daran, ob du anlegst oder nicht. Deshalb kann sie dir etwas sagen, was du auf den Seiten von Brokern selten liest: Manchmal ist Anlegen einfach noch nicht dran.
Wann es noch nicht dran ist
Noch nicht dran ist es, wenn
- du teure Schulden hast,
- dein Notgroschen fehlt,
- du das Geld in weniger als drei Jahren brauchst,
- dein Einkommen gerade unsicher ist,
- oder du geliehenes Geld einsetzen willst.
Ebenfalls nicht dran ist es, wenn du gerade unter Druck stehst und Verluste schnell wieder hereinholen willst. Genau in solchen Momenten greifen viele zu Hebelprodukten und verlieren den Rest.
Warten ist kein verlorenes Jahr. Nimm Lukas: Er zahlt in zwölf Monaten seinen Kredit zu 9 Prozent ab und legt 3.000 € als Polster zurück. Damit hat er seine Lage sicher verbessert. Hätte er stattdessen angelegt, hätte er sie vielleicht verbessert. Sicher ist in diesem Fall besser als vielleicht.
Warten hat Kosten, und die sollen ehrlich auf den Tisch. Bei einer angenommenen Realrendite von vier Prozent kostet ein Jahr Warten bei 10.000 € ungefähr 400 € an erwartetem Ertrag. Zahlst du in dieser Zeit einen Kredit zu neun Prozent ab, sparst du dagegen sicher 900 €. In solchen Fällen spricht die Rechnung deutlich für das Warten.
Frühes Aufgeben
Der zweite Grund ist die Gefahr, früh aufzugeben. Wer ohne Polster einsteigt, muss mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann zur Unzeit verkaufen. Ein echter Verlust gleich am Anfang schreckt viele so ab, dass sie nie wieder einsteigen. Ein späterer Einstieg, bei dem du dabeibleibst, bringt am Ende mehr als ein früher, den du abbrichst.
Kredite zum Anlegen
Der dritte Grund betrifft Kredite als Geld zum Anlegen. Wer auf Pump investiert, verbindet die Pflicht zur Rückzahlung mit einem Börsenwert, den er nicht in der Hand hat. Genau daraus entstehen Zwangsverkäufe, die aus einem Minus auf dem Papier einen endgültigen Verlust machen. Es ist derselbe Mechanismus wie beim Hebel, nur auf dein ganzes Leben bezogen.
Zusammenfassung
- Teure Schulden, fehlender Notgroschen, kurzer Zeitraum: dann noch nicht.
- Nie mit geliehenem Geld anlegen.
- Ein späterer Einstieg, bei dem du bleibst, schlägt einen frühen, den du abbrichst.
Hast du es verstanden?
Was kostet ein Jahr Warten ungefähr, und was kann es bringen?
Es kostet die erwartete Rendite eines Jahres. Wer dabei teure Schulden abzahlt, spart sicher und meist mehr.
Warum ist ein früher Ausstieg so schädlich?
Weil ein echter Verlust gleich am Anfang viele dauerhaft abschreckt, sodass sie nie wieder einsteigen.
Warum ist Anlegen auf Kredit besonders gefährlich?
Weil die Rückzahlung an einen Börsenwert gekoppelt ist, den du nicht in der Hand hast. Das führt zu Zwangsverkäufen.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Geh die Lebenslagen aus der Lektion durch und beantworte jede für dich mit Ja oder Nein. Rechne bei einer Schuld von 4.000 € zu 9 Prozent die Zinsen pro Jahr aus und setz sie im Rechner Tilgen oder anlegen einer angenommenen Rendite gegenüber. Schreib auf, was dein Ergebnis für dein nächstes Jahr bedeutet.
Quellen und Weiterlesen
- Die Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank zu Konsumentenkrediten und Ratenkrediten an private Haushalte zeigt die tatsächlichen effektiven Jahreszinsen, gegen die eine erwartete Anlagerendite abgewogen werden sollte. Quelle ansehen ↗
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- Bevor du einen Euro anlegstStufe 0
- Teure Schulden zuerstStufe 0
- Ziel und ZeithorizontStufe 0
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