Aktive Fonds gegen den Index
Über zehn Jahre schneidet die große Mehrheit der aktiv gemanagten Fonds schlechter ab als ihr Vergleichsindex. Bei europäischen Fonds auf Aktien der ganzen Welt waren es zuletzt 98 Prozent.
Die verlässlichste Datenreihe dazu sind die SPIVA Berichte von S&P Dow Jones Indices. Sie erscheinen seit über zwanzig Jahren und vergleichen aktive Fonds mit ihren Vergleichsindizes.
Im europäischen Bericht zur Jahresmitte 2025 lagen in der größten Gruppe, den Fonds auf Aktien der ganzen Welt in Euro, über zehn Jahre 98 Prozent hinter dem Index. Bei Fonds auf amerikanische Aktien in Euro waren es 97 Prozent. Von 100 Fondsmanagern, die du vor zehn Jahren hättest wählen können, haben also zwei den Index geschlagen.
In den USA sieht es ähnlich aus. Über die zehn Jahre bis Ende 2025 lagen dort rund 86 Prozent der Fonds mit großen Aktien hinter dem S&P 500, bei internationalen Aktien rund 90 Prozent und bei Schwellenländern rund 88 Prozent.
Wichtig ist der Zeitraum. Über sechs Monate liegen die Quoten oft nur knapp über der Hälfte, da ist es fast ein Münzwurf. Je länger du schaust, desto klarer wird das Bild. Deshalb sagt dir Werbung mit einem einzelnen guten Jahr nichts.
Im ersten Halbjahr 2025 lagen 61 Prozent aller Aktienfonds und 59 Prozent der Anleihefonds im europäischen Bericht hinter ihrem Vergleichsindex. Über zehn Jahre stiegen die Quoten deutlich: 98 Prozent bei Fonds auf Aktien der ganzen Welt in Euro, 97 Prozent in Pfund, 97 Prozent bei Fonds auf amerikanische Aktien in Euro und 94 Prozent in Pfund.
Auch in Bereichen, die als weniger effizient gelten und in denen gute Manager eigentlich mehr Chancen haben müssten, sieht es ebenfalls schlecht aus. In den USA lagen über die zehn Jahre bis Ende 2025 76,0 Prozent der Fonds auf kleinere Firmen hinter ihrem Index, der niedrigste Wert der vier Gruppen. Die anderen Gruppen liegen höher: bei großen Aktien 85,6 Prozent, bei internationalen Aktien 89,8 Prozent und bei Schwellenländern 87,7 Prozent.
Dazu kommt ein Messfehler, der die Fonds noch besser aussehen lässt, als sie sind. Fonds, die geschlossen oder zusammengelegt werden, verschwinden aus den laufenden Vergleichen. Die SPIVA Berichte weisen deshalb eigens aus, wie viele Fonds überhaupt überlebt haben. Hättest du vor zehn Jahren einen Fonds auswählen müssen, standen deine Chancen deshalb noch schlechter, als die Quote allein zeigt.
Zusammenfassung
- Über zehn Jahre blieben 98 Prozent der europäischen Welt-Aktienfonds hinter dem Index.
- Auf kurze Sicht liegen die Quoten nahe der Hälfte. Einzelne gute Jahre sind deshalb kein Argument.
- Geschlossene Fonds verschwinden aus der Statistik und lassen die übrigen besser aussehen.
Hast du es verstanden?
Wie viele auf Euro lautende Welt-Aktienfonds blieben über zehn Jahre hinter ihrem Index?
98 Prozent laut SPIVA Europe zur Jahresmitte 2025.
Warum sagt ein einzelnes gutes Jahr wenig aus?
Weil die Quoten auf kurze Sicht nahe der Hälfte liegen und sich erst über lange Zeiträume ein klares Bild ergibt.
Was ist der Überlebensfehler in dieser Statistik?
Geschlossene oder zusammengelegte Fonds fallen aus dem Vergleich heraus, dadurch sehen die aktiven Fonds besser aus, als sie waren.
Quellen und Weiterlesen
- S&P Dow Jones Indices, SPIVA Europe Scorecard Mid-Year 2025, spglobal.com Quelle ansehen ↗
- S&P Dow Jones Indices, SPIVA U.S. Scorecard Year End 2025, Auswertung über 10 Jahre. Abgerufen am 14.10.2026. Quelle ansehen ↗
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