Aktive Fonds gegen den Index
Über zehn Jahre bleibt die große Mehrheit aktiv gemanagter Fonds hinter ihrem Vergleichsindex zurück. Bei europäischen Welt-Aktienfonds waren es zuletzt 98 Prozent.
Die verlässlichste Datenreihe zu dieser Frage sind die SPIVA-Berichte von S&P Dow Jones Indices, die seit über zwanzig Jahren erscheinen und aktive Fonds mit ihren Vergleichsindizes vergleichen.
Das Ergebnis im europäischen Bericht zur Jahresmitte 2025: In der größten Kategorie, den auf Euro lautenden Welt-Aktienfonds, blieben über zehn Jahre 98 Prozent der Fonds hinter dem Index zurück. Bei auf Euro lautenden US-Aktienfonds waren es 97 Prozent.
In den USA sieht es ähnlich aus. Über zehn Jahre lagen dort rund 84 Prozent der Fonds mit großen Standardwerten hinter dem S&P 500, bei internationalen Aktien rund 85 Prozent, bei Schwellenländern rund 87 Prozent.
Wichtig ist der Zeitverlauf: Auf Sicht von sechs Monaten liegen die Quoten oft nur knapp über der Hälfte. Je länger der Zeitraum, desto klarer das Bild. Genau deshalb ist die Werbung mit einem guten Jahr ohne Aussagewert.
Im SPIVA-Bericht für Europa zur Jahresmitte 2025 stiegen die Quoten der Unterperformance über Zeiträume von mehr als sechs Monaten deutlich an und erreichten über zehn Jahre 98 Prozent bei auf Euro lautenden Welt-Aktienfonds, 97 Prozent bei auf Pfund lautenden Welt-Aktienfonds, 97 Prozent bei auf Euro lautenden US-Aktienfonds und 94 Prozent bei auf Pfund lautenden US-Aktienfonds. Im ersten Halbjahr 2025 lagen 61 Prozent aller Aktienfonds und 59 Prozent der Rentenfonds der Stichprobe hinter ihrem jeweiligen Vergleichsindex.
Für den US-Markt weisen die Auswertungen über zehn Jahre Quoten von 84,3 Prozent bei allen Fonds mit großen Standardwerten, 85,3 Prozent bei internationalen Aktien außerhalb der USA und 87,4 Prozent bei Schwellenländern aus. Bemerkenswert ist, dass auch in kleineren und als weniger effizient geltenden Marktsegmenten über zehn Jahre 82,2 Prozent der Fonds mit Nebenwerten zurückblieben.
Bei der Auswertung ist der Überlebensfehler zu berücksichtigen: Fonds, die geschlossen oder verschmolzen werden, verschwinden aus laufenden Vergleichen. Die SPIVA-Berichte weisen die Überlebensraten getrennt aus, weshalb sich die tatsächliche Erfolgswahrscheinlichkeit aus Sicht eines Anlegers, der vor zehn Jahren einen Fonds auswählen musste, noch ungünstiger darstellt als die reine Vergleichsquote.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Über zehn Jahre blieben 98 Prozent der europäischen Welt-Aktienfonds hinter dem Index.
- Auf kurze Sicht liegen die Quoten nahe der Hälfte, das macht Einzeljahre wertlos als Argument.
- Geschlossene Fonds verschwinden aus der Statistik und schönen sie.
Hast du es verstanden?
Wie viele auf Euro lautende Welt-Aktienfonds blieben über zehn Jahre hinter ihrem Index?
98 Prozent laut SPIVA Europe zur Jahresmitte 2025.
Warum sagt ein einzelnes gutes Jahr wenig aus?
Weil die Quoten auf kurze Sicht nahe der Hälfte liegen und sich erst über lange Zeiträume klar entwickeln.
Was ist der Überlebensfehler in dieser Statistik?
Geschlossene oder verschmolzene Fonds fallen aus dem Vergleich heraus, wodurch die aktive Seite besser erscheint.
Quellen und Weiterlesen
- S&P Dow Jones Indices, SPIVA Europe Scorecard Mid-Year 2025, spglobal.com
- S&P Dow Jones Indices, SPIVA U.S. Scorecard, Auswertung über 10 Jahre
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