Verlustquoten bei CFDs
Auswertungen der europäischen Aufsichtsbehörden ergaben, dass meistens 74 bis 89 Prozent der Konten von Privatkunden mit CFDs Geld verlieren. Seitdem muss diese Angabe in jeder Werbung stehen.
Die Zahl hat so viel Gewicht, weil sie nicht von Kritikern kommt. Sie stammt aus Auswertungen der nationalen Aufsichtsbehörden, und die Anbieter müssen sie selbst veröffentlichen.
Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA fasste 2018 die Auswertungen der nationalen Behörden zusammen. In verschiedenen EU Ländern verloren meistens zwischen 74 und 89 Prozent der Privatkundenkonten mit CFDs Geld. Im Schnitt verlor jeder Kunde je nach Land zwischen 1.600 und 29.000 €.
Seitdem gelten Obergrenzen für den Hebel bei Privatkunden, ein Schutz davor, mehr als das eigene Geld zu verlieren, und die Pflicht, in jeder Werbung anzugeben, wie viele der eigenen Privatkunden in den letzten zwölf Monaten Geld verloren haben.
Diese Angabe findest du auf jeder CFD Werbung. Lies sie einmal ganz bewusst. Diese Angabe sagt dir vorher, wie viele Kunden eines Anbieters mit dem Produkt Geld verlieren.
Auf den Websites großer Anbieter standen im Oktober 2026 zum Beispiel 77 Prozent bei XTB und 80 Prozent bei Plus500 (jeweils deutsche Seite), bei eToro rund 50 Prozent (englische Seite). Die Werte ändern sich laufend, und die Seiten nennen meist keinen Zeitraum. Wenn also zehn Freunde gemeinsam anfangen, mit CFDs zu handeln, verlieren je nach Anbieter fünf bis acht von ihnen Geld.
Die Aufsicht begründete ihr Eingreifen mit mehreren Punkten: Die Produkte seien kompliziert und schwer durchschaubar, der Hebel bei CFDs zu hoch, binäre Optionen hätten grundsätzlich einen negativen Erwartungswert, und zwischen Anbietern und Kunden gebe es einen eingebauten Interessenkonflikt. Zu den Maßnahmen gehören gestaffelte Obergrenzen für den Hebel, die Pflicht, Positionen zu schließen, wenn die Sicherheit auf die Hälfte des Nötigen fällt, der Schutz vor einem negativen Kontostand, Grenzen für Lockangebote und die einheitliche Warnung mit der Verlustquote.
Wichtig für die Einordnung: Die Quoten zählen Konten und nicht Personen, und sie gelten für zwölf Monate. Über längere Zeiträume dürfte der Anteil höher liegen, weil die Chance, irgendwann einmal Verlust zu machen, mit der Zeit wächst. Die angegebene Quote ist deshalb eher eine Untergrenze als eine Obergrenze.
Daten als Text
Der Kursverlust bis zum Totalverlust beträgt bei Hebel 1 100 Prozent, bei Hebel 2 50 Prozent, bei Hebel 5 20 Prozent, bei Hebel 10 10 Prozent, bei Hebel 20 5 Prozent, bei Hebel 50 2 Prozent und bei Hebel 100 1 Prozent.
Zusammenfassung
- 74 bis 89 Prozent der Konten von Privatkunden verlieren mit CFDs Geld.
- Die Zahl stammt von den Aufsichtsbehörden und von den Anbietern selbst.
- Weil nur zwölf Monate betrachtet werden, ist sie eher eine Untergrenze als eine Obergrenze.
Hast du es verstanden?
Woher stammt die Spanne von 74 bis 89 Prozent?
Aus Analysen der nationalen Aufsichtsbehörden, zusammengefasst von der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA.
Welche Maßnahmen folgten daraus?
Obergrenzen für den Hebel, eine Pflicht zum Schließen bei zu wenig Sicherheit, Schutz vor negativem Kontostand, Grenzen für Lockangebote und die Pflichtangabe der Verlustquote.
Warum ist die Quote eher eine Untergrenze?
Weil sie nur zwölf Monate betrachtet. Über längere Zeit steigt der Anteil der Konten mit Verlust.
Quellen und Weiterlesen
- ESMA, Pressemitteilung vom 27. März 2018 zu Produktinterventionsmaßnahmen bei CFDs und binären Optionen, esma.europa.eu Quelle ansehen ↗
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