Verlustquoten bei CFDs
Analysen europäischer Aufsichtsbehörden ergaben, dass typischerweise 74 bis 89 Prozent der Privatkundenkonten mit CFDs Geld verlieren. Die Angabe steht seither verpflichtend in jeder Werbung.
Diese Zahl ist deshalb so aussagekräftig, weil sie nicht von Kritikern stammt, sondern aus Auswertungen der nationalen Aufsichtsbehörden und weil die Anbieter sie selbst veröffentlichen müssen.
Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA fasste 2018 die Analysen der nationalen Behörden zusammen: Über verschiedene EU-Länder hinweg verloren typischerweise zwischen 74 und 89 Prozent der Privatkundenkonten mit CFDs Geld. Der durchschnittliche Verlust je Kunde lag je nach Land zwischen 1.600 und 29.000 Euro.
Als Folge gelten seither Hebelobergrenzen für Privatkunden, ein Schutz vor negativem Kontosaldo und die Pflicht, in jeder Werbung anzugeben, welcher Anteil der eigenen Privatkunden in den letzten zwölf Monaten Geld verloren hat.
Diese Angabe findest du auf jeder CFD-Werbung. Lies sie einmal bewusst. Kein anderes Finanzprodukt muss dir vorab mitteilen, wie viele seiner Kunden damit verlieren.
Die Analysen der nationalen Aufsichtsbehörden zum CFD-Handel über verschiedene EU-Rechtsordnungen hinweg zeigten, dass typischerweise 74 bis 89 Prozent der Privatkundenkonten Geld verlieren, bei durchschnittlichen Verlusten je Kunde zwischen 1.600 und 29.000 Euro.
Die Aufsicht begründete ihr Eingreifen mit der Komplexität und mangelnden Transparenz der Produkte, mit der übermäßigen Hebelwirkung bei CFDs, mit einem strukturell negativen Erwartungswert bei binären Optionen sowie mit einem eingebauten Interessenkonflikt zwischen Anbietern und Kunden. Zu den Maßnahmen zählen gestaffelte Hebelobergrenzen, eine einheitliche Glattstellungsregel bei 50 Prozent der erforderlichen Sicherheit, der Schutz vor negativem Kontosaldo, Beschränkungen für Anreize sowie die standardisierte Risikowarnung mit Angabe der Verlustquote.
Für die Einordnung ist wesentlich, dass diese Quoten Konten und nicht Personen zählen und dass sie einen Zwölfmonatszeitraum betreffen. Über längere Zeiträume ist von höheren Anteilen auszugehen, da die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal einen Verlustzeitraum zu erleben, mit der Beobachtungsdauer steigt. Die ausgewiesene Quote ist damit eher eine Unter- als eine Obergrenze.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- 74 bis 89 Prozent der Privatkundenkonten verlieren mit CFDs Geld.
- Die Zahl stammt von den Aufsichtsbehörden und den Anbietern selbst.
- Da nur zwölf Monate betrachtet werden, ist sie eher eine Unter- als eine Obergrenze.
Hast du es verstanden?
Woher stammt die Spanne von 74 bis 89 Prozent?
Aus Analysen der nationalen Aufsichtsbehörden, zusammengefasst von der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA.
Welche Maßnahmen folgten daraus?
Hebelobergrenzen, eine Glattstellungsregel, Schutz vor negativem Kontosaldo, Anreizbeschränkungen und die Pflichtangabe der Verlustquote.
Warum ist die Quote eher eine Untergrenze?
Weil sie nur zwölf Monate betrachtet. Über längere Zeiträume steigt der Anteil der Konten mit Verlusten.
Quellen und Weiterlesen
- ESMA, Pressemitteilung vom 27. März 2018 zu Produktinterventionsmaßnahmen bei CFDs und binären Optionen, esma.europa.eu
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