Kapitalertragsteuer in Frankreich 2026
Die Flat Tax (PFU) erfasst Kursgewinne, Dividenden und Zinsen pauschal mit 31,4 Prozent, seit Anfang 2026 leicht erhöht. Alternativ kann der progressive Tarif gewählt werden, wenn er günstiger ist.
Seit 2018 gilt in Frankreich für die meisten Kapitalerträge ein einheitlicher Pauschalsatz, die sogenannte Flat Tax oder PFU. Seit dem 1. Januar 2026 liegt sie bei 31,4 Prozent, zusammengesetzt aus 12,8 Prozent Einkommensteuer und 18,6 Prozent Sozialabgaben.
Diese Pauschale gilt für Kursgewinne aus Aktien, Anleihen, Fondsanteilen und ETFs auf einem gewöhnlichen Wertpapierkonto, für Dividenden, für Zinsen und für Kryptogewinne bei Umtausch in eine gesetzliche Währung.
Wer mit seinem Einkommen in eine niedrige Steuerklasse fällt, kann sich stattdessen für den progressiven Tarif entscheiden. Das lohnt sich vor allem bei sehr geringem Gesamteinkommen, weil der reguläre Eingangssteuersatz unter 12,8 Prozent liegen kann.
Zwei Sonderfälle solltest du kennen. Das steuerbegünstigte Aktiensparkonto PEA hat eigene, günstigere Regeln nach einer Haltefrist. Und die Lebensversicherung Assurance-vie bleibt von der Erhöhung 2026 ausgenommen und bleibt bei 30 Prozent.
Offiziell heißt die Flat Tax Prélèvement Forfaitaire Unique, eingeführt 2018. Dass sie 2026 von 30 auf 31,4 Prozent gestiegen ist, liegt allein an höheren Sozialabgaben. Der Anteil der Einkommensteuer ist bei 12,8 Prozent geblieben. Ein Beispiel: Bekommt Camille 2.000 Euro Dividende, gehen davon 628 Euro an den Staat. Ein Jahr früher wären es 600 Euro gewesen.
Wählst du den progressiven Tarif, gilt das für alle deine Kapitalerträge des Jahres. Die Dividenden nach Tarif und die Kursgewinne pauschal zu versteuern geht also nicht. Rechnerisch lohnt sich der Tarif nur, wenn dein persönlicher Grenzsteuersatz unter 12,8 Prozent liegt, meist bei sehr niedrigem Einkommen.
Verluste aus Wertpapieren darfst du zehn Jahre lang mit späteren Gewinnen verrechnen. Bei Kryptowerten geht das nach der Praxis der Steuerbehörde bisher nur im selben Jahr, ein Gesetzesvorschlag aus der Nationalversammlung vom Juli 2026 will das auf zehn Jahre ausweiten. Gewinne aus Immobilien laufen über ein ganz eigenes System mit Freibeträgen, die mit der Haltedauer wachsen. Mit der Flat Tax für Finanzanlagen haben sie nichts zu tun.
Zusammenfassung
- 31,4 Prozent Pauschalsteuer auf Kursgewinne, Dividenden und Zinsen seit 2026.
- Bei niedrigem Einkommen kann der progressive Tarif günstiger sein.
- PEA und Assurance-vie folgen eigenen, günstigeren Regeln.
Hast du es verstanden?
Woraus setzt sich die französische Flat Tax von 31,4 Prozent zusammen?
Aus 12,8 Prozent Einkommensteuer und 18,6 Prozent Sozialabgaben.
Warum stieg der Satz 2026 von 30 auf 31,4 Prozent?
Wegen einer Anhebung der Sozialabgabenkomponente, der Einkommensteueranteil blieb gleich.
Wann lohnt sich der progressive Tarif statt der Pauschale?
Wenn der persönliche Grenzsteuersatz unter 12,8 Prozent liegt, meist bei sehr geringem Einkommen.
Gibt es in Frankreich einen Freibetrag auf Kapitalerträge aus Aktien und ETFs?
Nein. Die Flat Tax von 31,4 Prozent gilt ab dem ersten Euro Gewinn, einen allgemeinen Freibetrag wie den deutschen Sparerpauschbetrag kennt Frankreich bei Wertpapieren nicht.
Quellen und Weiterlesen
- Loi de financement de la Sécurité sociale pour 2026, Anhebung der Sozialabgaben auf Kapitalerträge zum 1. Januar 2026
- Service-Public.fr, Offizielle Erläuterung des Prélèvement Forfaitaire Unique (PFU) Quelle ansehen ↗
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