Spanien
Kursgewinne, Dividenden und Zinsen fallen in die progressive Sparbasis mit Sätzen von 19 bis 30 Prozent. Diese Skala gilt landesweit einheitlich, anders als die allgemeine Einkommensteuer mit ihren regionalen Zuschlägen.
Spanien trennt sein Einkommensteuersystem in zwei Töpfe. Gehalt und Vermietung fallen in die allgemeine Basis mit teils sehr unterschiedlichen Sätzen je nach Region. Kapitalerträge wie Kursgewinne, Dividenden und Zinsen fallen dagegen in die sogenannte Sparbasis, die im ganzen Land einheitlich ist.
Diese Sparbasis ist progressiv gestaffelt: 19 Prozent bis 6.000 Euro, 21 Prozent von 6.000 bis 50.000 Euro, 23 Prozent von 50.000 bis 200.000 Euro, 27 Prozent von 200.000 bis 300.000 Euro und 30 Prozent darüber.
Eine Haltefrist mit steuerlichem Vorteil gibt es nicht, ein einen Tag gehaltenes Papier wird genauso besteuert wie ein zehn Jahre gehaltenes.
Die Stufen gelten kumulativ wie bei einer Einkommensteuer: Nur der Teil des Gewinns innerhalb einer Stufe wird mit dem jeweiligen Satz besteuert, nicht der gesamte Betrag mit dem höchsten erreichten Satz.
Die Base Imponible del Ahorro erfasst Kapitalerträge aus beweglichem Vermögen einheitlich für ganz Spanien, während die Base General mit ihrem regionalen Anteil zwischen den autonomen Gemeinschaften erheblich variiert. Diese strikte Trennung bedeutet, dass die Wahl des Wohnsitzes innerhalb Spaniens die Besteuerung von Kapitalerträgen aus Wertpapieren nicht beeinflusst, wohl aber die Besteuerung von Arbeitseinkommen.
Die Stufensätze für 2026 betragen 19, 21, 23, 27 und 30 Prozent. Der oberste Satz wurde zum 1. Januar 2026 von zuvor 28 Prozent auf 30 Prozent angehoben, während die übrigen vier Stufen gegenüber 2025 unverändert blieben.
Ein Sonderregime ist das sogenannte Beckham-Gesetz für neu zuziehende Arbeitnehmer, das für sechs Jahre einen Pauschalsatz von 24 Prozent auf spanisches Arbeitseinkommen gewährt. Kapitalerträge aus dem Ausland werden unter diesem Regime weiterhin nach der regulären Sparbasis-Skala besteuert, mit einer Begrenzung auf im Ausland erzieltes Einkommen bis 600.000 Euro.
Zusammenfassung
- Kapitalerträge fallen in eine landesweit einheitliche, progressive Sparbasis von 19 bis 28 Prozent.
- Keine Haltefrist mit steuerlichem Vorteil.
- Anders als bei Gehalt spielt die spanische Region für die Besteuerung von Wertpapiergewinnen keine Rolle.
Hast du es verstanden?
Wie unterscheidet sich die Besteuerung von Kapitalerträgen von der des Gehalts in Spanien?
Kapitalerträge fallen in eine landesweit einheitliche Sparbasis, Gehalt unterliegt zusätzlich regional unterschiedlichen Zuschlägen.
Wie viele Stufen hat die Sparbasis und wie wirken sie?
Fünf Stufen von 19 bis 28 Prozent, die wie bei der Einkommensteuer kumulativ nur auf den jeweiligen Teilbetrag angewendet werden.
Gilt für spanische Kapitalerträge eine Haltefrist mit Steuervorteil?
Nein, die Besteuerung ist unabhängig von der Haltedauer.
Quellen und Weiterlesen
- Agencia Tributaria, Escala del ahorro del IRPF, Stand 2026 Quelle ansehen ↗
- Ley 7/2024, Anhebung der obersten Sparbasis-Stufe von 28 auf 30 Prozent zum 1. Januar 2026
Passt dazu
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