Pump and Dump
Eine Gruppe kauft einen Wert, der kaum gehandelt wird, sorgt für Aufsehen und verkauft dann an die Käufer, die sie damit angelockt hat. Den Verlust tragen die, die zuletzt kommen.
Man sucht sich einen kleinen Wert, mit dem wenig gehandelt wird. Weil so wenig los ist, treiben schon kleine Käufe den Kurs deutlich nach oben.
Dann kommt die Phase der Aufmerksamkeit: Beiträge in sozialen Netzwerken, Chatgruppen, angebliche Insiderinformationen, Screenshots von Gewinnen. Das überzeugendste Argument ist der steigende Kurs selbst, denn der ist echt.
Sobald genug neue Käufer da sind, verkaufen die Initiatoren. Der Kurs fällt so schnell, wie er gestiegen ist, oft innerhalb von Minuten. Übrig bleiben die, die zuletzt eingestiegen sind. Wer bei einem Coin für 100 € einsteigt, der gerade um 300 Prozent gestiegen ist, hat eine Stunde später oft nur noch 20 €.
Man schreibt es auch Pump-and-Dump oder abgekürzt P&D, gemeint ist immer dasselbe Vorgehen. Woran du es erkennst: Normalerweise wird kaum gehandelt, dann steigt der Kurs plötzlich ohne Nachrichten. Dazu Zeitdruck und Aufforderungen, schnell zu handeln, bevor es zu spät ist. Echte Gelegenheiten haben es nicht eilig.
Wie leicht sich ein Wert manipulieren lässt, hängt davon ab, wie wenig gehandelt wird. Ist die Markttiefe gering, bewegt schon wenig Volumen den Preis stark. Genauso stark fällt er, wenn die Initiatoren verkaufen. Ihr Gewinn ist der Unterschied zwischen dem Preis beim Einkaufen und beim Verkaufen, abzüglich dessen, was sie mit ihren eigenen Käufen und Verkäufen am Preis verschieben.
Der Ablauf nutzt bekannte Schwächen im Denken. Was man ständig liest, hält man für wahr. Wenn scheinbar alle begeistert sind, will man dabei sein. Und die Angst, etwas zu verpassen, wiegt schwerer als die Angst vor dem Verlust (Verlustaversion). Der steigende Kurs wirkt wie ein Beweis, dass die Geschichte stimmt, und verstärkt den Bestätigungsfehler.
Bei Aktien ist Marktmanipulation verboten und wird verfolgt, auch wenn das bei kleinen Werten mühsam ist. Bei Kryptowährungen fehlt eine vergleichbare Aufsicht oft ganz, deshalb passiert so etwas dort häufiger und offener. Die praktische Folgerung: Halte dich von sehr kleinen, wenig gehandelten Werten grundsätzlich fern.
Zusammenfassung
- Die Voraussetzung ist ein Wert, der kaum gehandelt wird. Wenig Volumen ist das Warnzeichen.
- Der steigende Kurs ist Werbung und kein Beweis.
- Zeitdruck in der Kommunikation ist immer ein Alarmsignal.
Hast du es verstanden?
Warum funktionieren solche Aktionen nur bei kleinen Werten?
Weil bei wenig Handel schon kleine Käufe den Preis stark bewegen.
Welche Rolle spielt der steigende Kurs?
Er wirkt wie ein Beweis, dass die Geschichte stimmt, und verstärkt den Bestätigungsfehler.
Welches Kommunikationsmerkmal ist ein Alarmsignal?
Zeitdruck. Echte Gelegenheiten haben es nicht eilig.
Was bedeutet Pump and Dump?
Aufpumpen und abladen. Eine Gruppe treibt den Kurs eines kaum gehandelten Werts mit Werbung nach oben und verkauft dann an die Käufer, die sie damit angelockt hat. Man liest es auch als Pump & Dump.
Ist Pump and Dump verboten?
Bei Aktien ja, das ist Marktmanipulation und wird verfolgt. Bei Kryptowährungen fehlt eine vergleichbare Aufsicht oft, deshalb kommt die Masche dort häufiger vor.
Wird auch die Abkürzung P&D oder die Schreibweise Pump-and-Dump verwendet?
Ja, beide Formen sind gebräuchlich und meinen dasselbe Vorgehen: den Kurs künstlich aufpumpen und dann abladen.
Passt dazu
- PapertradingStufe 2
- FOMOStufe 3
- VerlustaversionStufe 3