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Bevor du einen Euro anlegst

Bevor du anlegst, brauchst du drei Dinge: keine teuren Schulden, ein Polster für Notfälle und Geld, das du ein paar Jahre nicht brauchst. Fehlt eines davon, ist Anlegen noch nicht dran.

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du mit drei Fragen selbst entscheiden, ob Anlegen für dich gerade passt.

2 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-24

Fast jede Seite über Geldanlage fängt mit der Frage an, welche Aktie man kaufen soll. Viel wichtiger ist eine andere Frage: Läuft dein Alltag so stabil, dass du Geld ein paar Jahre liegen lassen kannst, ohne es anzufassen?

Sophies Ausgangslage

Nimm Sophie. Sie hat 3.000 € auf dem Konto und will endlich mit einem ETF anfangen. Gleichzeitig steht ihr Dispo bei minus 1.200 €, und ihr Auto ist zwölf Jahre alt. Kauft sie jetzt Anteile und im Herbst fällt die Kupplung aus, muss sie verkaufen, vielleicht genau dann, wenn die Kurse gerade tief stehen.

Drei Fragen vor dem Start

Drei Fragen helfen dir, bevor du loslegst:

  • Habe ich Schulden, die mehr als etwa fünf Prozent Zinsen im Jahr kosten?
  • Habe ich einen Notgroschen für den Fall, dass die Waschmaschine und das Auto im selben Monat kaputtgehen?
  • Weiß ich, wie viel am Monatsende wirklich übrig bleibt?

Kannst du alle drei ehrlich mit Ja beantworten, kannst du anfangen. Wenn nicht, verlierst du nichts. Du nutzt die Zeit, um die Grundlage zu legen. Die Börse gibt es seit über hundert Jahren, sie ist in zwei Jahren auch noch da.

Die Reihenfolge, die zählt. Niemand streicht die Wände, bevor das Dach dicht ist.Teure Schulden tilgenNotgroschen aufbauenExistenzielles versichernAnlegenzerotoinvest.com
Die Reihenfolge, die zählt Niemand streicht die Wände, bevor das Dach dicht ist.
Daten als Text

Die Reihenfolge lautet: teure Schulden tilgen, Notgroschen aufbauen, Existenzielles versichern, anlegen.

Zusammenfassung

  • Bei hohen Zinsen bringt Tilgen mehr als Anlegen.
  • Ohne Notgroschen musst du womöglich im schlechtesten Moment verkaufen.
  • Wie viel du sparst, zählt meist mehr als was du kaufst.

Hast du es verstanden?

Warum bringt das Tilgen eines Dispos oft mehr als eine Anlage?

Weil die gesparten Zinsen sicher und steuerfrei sind, während eine Anlage nur eine unsichere Rendite verspricht.

Wofür brauchst du den Notgroschen, bevor du anlegst?

Damit du bei einer unerwarteten Ausgabe nicht deine Anlagen zu einem schlechten Zeitpunkt verkaufen musst.

Was macht über viele Jahre meist mehr aus, die Sparrate oder die Auswahl der Wertpapiere?

In aller Regel die Sparrate.

Aufgabe für dich

Beantworte die drei Fragen mit eigenen Zahlen: dem Zinssatz deiner teuersten Schuld, der Höhe deines Polsters und dem Betrag, der am Monatsende wirklich übrig bleibt. Rechne dann im Notgroschenrechner mit deinen monatlichen Fixkosten aus, wie viele Monate dein Polster reicht. Schreibe hinter jede der drei Fragen ein Ja oder Nein.

Quellen und Weiterlesen

  • Grundlagen der Haushaltsfinanzen, wie sie von unabhängigen Verbraucherzentralen und Finanzaufsichten empfohlen werden.

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