Wenn der Broker pleitegeht
Deine Wertpapiere gehören dir und sind bei einer Pleite des Brokers geschützt. Bargeld auf dem Verrechnungskonto ist eine Einlage und nur bis 100.000 € abgesichert.
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, was bei einer Pleite deines Brokers mit deinen Wertpapieren und mit deinem Bargeld passiert.
Diese Frage stellen sich viele vor der ersten Einzahlung, und die Antwort ist beruhigender, als die meisten denken. Deine Wertpapiere gehören dir. Der Broker bewahrt sie nur für dich auf.
Wertpapiere bei einer Pleite
Geht er pleite, werden deine Bestände an dich oder an eine andere Bank übertragen. Die Gläubiger des Brokers kommen an sie nicht heran.
Bargeld im Depot
Anders ist es beim Geld, das nicht angelegt auf dem Verrechnungskonto liegt. Das ist eine ganz normale Einlage und über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € je Kunde und Bank geschützt.
Hat Ali 50.000 € in ETFs und 20.000 € Bargeld im Depot, sind im Ernstfall beide Teile sicher: die ETFs, weil sie ihm gehören, das Bargeld über die Einlagensicherung. Bei Krypto gilt das alles oft nicht. Coins auf einer Kryptobörse sind rechtlich häufig kein Sondervermögen, dort gelten ganz andere Regeln.
Broker müssen ihr eigenes Vermögen und das ihrer Kunden getrennt halten. Wertpapiere liegen meist in Sammelverwahrung bei einem Zentralverwahrer, in Deutschland bei Clearstream. Dir gehört dabei ein Anteil am gemeinsamen Bestand. Bei einer Pleite gibt dir das das Recht, deinen Anteil herauszuverlangen.
Restrisiko
Ein Restrisiko bleibt trotzdem. Hat der Broker schlampig gebucht oder Kundenbestände unerlaubt verwendet, kann eine Lücke entstehen. Für diesen Fall gibt es Entschädigungseinrichtungen für Anleger. In Deutschland ersetzen sie 90 Prozent des Schadens, höchstens 20.000 €. Das ist deutlich weniger als die Einlagensicherung, kommt aber auch sehr selten vor.
Verwahrung bei Kryptowerten
Bei Kryptowerten hängt alles davon ab, wie der Anbieter verwahrt und wo er sitzt. Mischt eine Kryptobörse die Coins aller Kunden mit ihren eigenen, hast du oft nur einen Anspruch gegen die Firma. Bei einer Pleite stehst du dann in einer Reihe mit allen anderen Gläubigern. Genau so haben 2022 die Kunden von FTX einen großen Teil ihres Geldes erst einmal verloren.
| Ort | Rechtsstellung | Bei Insolvenz des Anbieters |
|---|---|---|
| Wertpapiere im Depot | Sondervermögen, dein Eigentum | werden ausgesondert und übertragen |
| Guthaben auf dem Verrechnungskonto | Einlage | geschützt bis 100.000 € je Institut |
| Fondsanteile | Sondervermögen | fallen nicht in die Insolvenzmasse |
| Kryptowerte auf einer Plattform | oft nur ein Anspruch | einfache Forderung im Verfahren |
| Kryptowerte in eigener Wallet | du hältst die Schlüssel | unberührt, dafür trägst du den Verlustrisiken selbst |
| CFD-Konto | Vertrag mit dem Anbieter | Forderung gegen den Anbieter |
Zusammenfassung
- Wertpapiere gehören dir und sind bei einer Pleite des Brokers geschützt.
- Bargeld auf dem Verrechnungskonto ist nur bis 100.000 € abgesichert.
- Bei Krypto auf einer Börse gilt dieser Schutz meist nicht.
Hast du es verstanden?
Was passiert mit deinen Aktien, wenn dein Broker pleitegeht?
Sie gehören dir, werden herausgegeben und übertragen. Die Gläubiger des Brokers kommen nicht an sie heran.
Wofür gibt es die Entschädigung für Anleger?
Für Lücken, die durch Fehler oder Missbrauch bei der Verwahrung entstehen. Sie deckt deutlich weniger ab als die Einlagensicherung.
Warum ist es bei Kryptobörsen anders?
Ohne getrennte Verwahrung hast du oft nur einen Anspruch gegen die Firma und stehst bei einer Pleite hinter vielen anderen Gläubigern.
Was andere dazu oft fragen
Ist mein Geld weg, wenn mein Neobroker pleitegeht?
Deine Aktien und ETFs gehören dir und werden getrennt vom Vermögen des Brokers verwahrt. Sie fallen nicht in die Insolvenz. Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist über die Einlagensicherung der Bank bis 100.000 € geschützt.
Und wenn Wertpapiere trotzdem fehlen?
Für diesen seltenen Fall gibt es in der EU die Anlegerentschädigung. Sie deckt mindestens 20.000 € ab, in Deutschland 90 Prozent bis zu dieser Summe. Sie schützt nicht vor Kursverlusten.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Schreibe auf, wie viel Bargeld du bei jeder Bank und jedem Broker liegen hast, und prüfe, ob eine Summe über 100.000 € je Bank liegt. Rechne dann ein Beispiel: 90.000 € in ETFs und 130.000 € Bargeld bei einem Broker. Welcher Teil ist über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, und warum sind die ETFs anders abgesichert?
Quellen und Weiterlesen
- Die BaFin erläutert die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde und Bank sowie die davon getrennte, deutlich geringere Anlegerentschädigung von 90 Prozent der Forderung bis maximal 20.000 Euro. Quelle ansehen ↗
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