Einen seriösen Broker finden
Prüf zuerst, ob der Anbieter von einer Finanzaufsicht in der EU zugelassen ist. Erst wenn das stimmt, lohnt sich der Blick auf Gebühren und App.
Lernziel: Nach dieser Lektion erkennst du einen seriösen Broker an seiner Zulassung durch eine Aufsichtsbehörde.
Bevor du dir Gebühren oder die App anschaust, prüf eine einzige Sache: Ist der Anbieter bei einer Finanzaufsicht in der EU zugelassen und steht er in deren öffentlichem Register? In Deutschland ist das die BaFin, in Belgien die FSMA, in Österreich die FMA.
Register prüfen
Diese Register kannst du selbst durchsuchen, das dauert zwei Minuten. Der Anbieter muss dort mit vollem Namen und Sitz stehen. Findest du ihn nicht, oder nur eine ähnlich klingende Firma auf einer fernen Insel, hör an dieser Stelle auf.
Warnzeichen
Die Warnzeichen sind verbreitet und meist dieselben. Jemand ruft an oder schreibt dir und drängt dich zum Einzahlen. Es werden Renditen versprochen. Du bekommst einen persönlichen Berater, der sich rührend um dich kümmert. Das Einzahlen klappt reibungslos, beim Auszahlen gibt es plötzlich Probleme.
So arbeiten seriöse Broker
Bei einem seriösen Broker ruft dich niemand an. Du eröffnest selbst ein Konto, überweist selbst und handelst selbst. Wer dir unbedingt beim Reichwerden helfen will, will an dein Geld.
In der EU gilt der sogenannte Europäische Pass. Ein Broker, der in einem Mitgliedsland zugelassen ist, darf seine Dienste auch in allen anderen anbieten. Zuständig bleibt dann die Aufsicht im Heimatland. Das wird wichtig, wenn du einmal Ansprüche durchsetzen musst. Prüfen kannst du die Zulassung im Register der nationalen Aufsicht und im zentralen Register der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA.
Verwahrung von Wertpapieren und Geld
Unterscheide, wie deine Wertpapiere und wie dein Geld aufbewahrt werden. Wertpapiere werden als Sondervermögen für dich verwahrt und gehören bei einer Pleite des Brokers nicht zu dessen Vermögen. Geld auf dem Verrechnungskonto ist dagegen eine Einlage und fällt unter die Einlagensicherung mit ihren Obergrenzen. Frag also auch, bei welcher Bank das Verrechnungskonto geführt wird.
Täuschung mit regulierter Firma
Unseriöse Anbieter arbeiten oft mit einem Trick. Geworben wird mit einer regulierten Firma aus dem Konzern, den Vertrag schließt du aber mit einer Schwesterfirma in einem Land ohne ernsthafte Aufsicht. Es zählt allein die Firma, die in deinem Vertrag steht. Die findest du in den Vertragsunterlagen und im Impressum. In der Werbung steht sie selten.
Zusammenfassung
- Erst die Zulassung im öffentlichen Register prüfen, dann alles andere.
- Es zählt die Firma im Vertrag, nicht die in der Werbung.
- Bei seriösen Anbietern ruft dich niemand an.
Hast du es verstanden?
Was prüfst du bei einem Broker zuerst?
Ob er im öffentlichen Register einer Aufsicht steht und mit welcher Firma du den Vertrag schließt.
Wie unterscheidet sich der Schutz von Wertpapieren und Guthaben?
Wertpapiere sind Sondervermögen und bei einer Pleite geschützt. Guthaben sind Einlagen und nur bis zur Grenze der Einlagensicherung geschützt.
Was ist ein typisches Warnzeichen?
Wenn dich jemand von sich aus kontaktiert, zum Einzahlen drängt oder Renditen verspricht.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Such im Register der BaFin oder der Aufsicht deines Landes nach einem Anbieter, von dem du schon einmal gehört hast. Notiere in drei Zeilen den vollen Namen, den Sitz und die zuständige Aufsicht. Findest du ihn nicht, schreib auf, wie du als Nächstes vorgehst.
Quellen und Weiterlesen
- Die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA betreibt gemeinsam mit den nationalen Aufsichtsbehörden öffentliche Register, in denen sich die Zulassung eines Wertpapierdienstleisters nach MiFID II EU-weit nachprüfen lässt. Quelle ansehen ↗
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