Broker vergleichen
Die Ordergebühr aus der Werbung ist oft der kleinste Teil deiner Kosten. Entscheidend sind Spread, Handelsplätze, Gebühren für Fremdwährungen und ob Sparpläne kostenlos sind.
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du zwei Broker nach den Kosten vergleichen, die wirklich zählen, und nicht nur nach der Ordergebühr aus der Werbung.
Null Euro pro Order klingt unschlagbar. Aber jeder Anbieter will Geld verdienen, und wenn nicht an der Ordergebühr, dann woanders. Meistens am Spread oder an Vergütungen vom Handelsplatz.
Welche Fragen zählen
Vergleich lieber diese Fragen: Kostet ein Sparplan etwas? Welche Handelsplätze kannst du wählen? Was kostet ein Kauf in einer fremden Währung? Gibt es eine Depotgebühr? Und was kostet es, dein Depot später zu einem anderen Anbieter umzuziehen?
Die vergessene Frage
Die letzte Frage vergessen fast alle. Ist der Wechsel teuer oder umständlich, sitzt du fest, auch wenn der Anbieter später schlechter wird.
Was am Ende reicht
Für die meisten Menschen reicht am Ende: kostenlose Sparpläne auf breite ETFs, keine Depotgebühr, ein seriöser Anbieter. Alles darüber hinaus ist Feinschliff. Wenn Nora statt 150 € jeden Monat 200 € spart, bringt ihr das mehr als der günstigste Broker der Welt.
Deine Handelskosten bestehen aus zwei Teilen. Die sichtbaren sind Ordergebühr und Fremdspesen. Die unsichtbaren sind der Spread und die Frage, ob deine Order den Preis gegen dich bewegt. Bei kleinen Orders ist der unsichtbare Teil oft größer. Wer nur die Ordergebühr vergleicht, liegt deshalb regelmäßig daneben.
Interessenkonflikt bei der Ausführung
Bezahlt der Handelsplatz den Broker dafür, dass er ihm Orders schickt, entsteht ein Interessenkonflikt bei der Frage, wo deine Order ausgeführt wird. Broker sind gesetzlich verpflichtet, für bestmögliche Ausführung zu sorgen, und müssen ihre Regeln dafür veröffentlichen. Selbst prüfen kannst du das, indem du deinen Ausführungspreis mit dem Kurs an einer großen Börse zur selben Minute vergleichst.
Laufende Kosten
Wenn du lange anlegst, zählen laufende Kosten mehr als die Kosten pro Order. Eine Depotgebühr oder ein Aufschlag beim Umtausch jeder Dividende in Euro trifft deinen ganzen Bestand, jedes Jahr wieder. Weil der Bestand wächst, wachsen diese Kosten mit, genau wie beim Zinseszins, nur gegen dich.
Zusammenfassung
- Bei kleinen Orders kostet der Spread meist mehr als die Ordergebühr.
- Prüf, was ein Umzug des Depots zu einem anderen Anbieter kostet.
- Laufende Kosten treffen den ganzen Bestand, Kosten pro Order nur die Order.
Hast du es verstanden?
Warum ist eine Ordergebühr von null nicht automatisch günstig?
Weil die Kosten dann meist im Spread oder in Vergütungen vom Handelsplatz stecken.
Welche Kosten wiegen für Langfristanleger am schwersten?
Laufende Kosten wie Depotgebühren, weil sie auf den ganzen wachsenden Bestand wirken.
Warum spielt der Preis für einen Depotumzug eine Rolle?
Weil er bestimmt, wie frei du später wechseln kannst.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Hole dir von zwei Anbietern, die dich interessieren, das Preisverzeichnis und trage deren Konditionen mit deiner eigenen geplanten Sparrate in den Brokerkostenrechner ein. Notiere, welcher Posten über zwanzig Jahre am meisten ausmacht. Schreibe außerdem auf, was ein Depotwechsel bei jedem der beiden kosten würde.
Quellen und Weiterlesen
- § 82 Wertpapierhandelsgesetz zur bestmöglichen Ausführung von Kundenaufträgen, der Broker zu Ausführungsgrundsätzen und Best Execution verpflichtet. Quelle ansehen ↗