Futures und Terminmärkte
Ein Future ist eine verbindliche Vereinbarung, etwas zu einem späteren Zeitpunkt zu einem festen Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Anders als bei einer Option sind beide Seiten verpflichtet.
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, worin sich ein Future von einer Option unterscheidet.
Eine Landwirtin vereinbart im Frühjahr, ihren Weizen im Herbst zu einem festen Preis an eine Mühle zu verkaufen. Beide wissen jetzt, woran sie sind, egal was der Weizenpreis bis dahin macht. Das ist die ursprüngliche Idee hinter Terminmärkten.
Future und Option
Der Unterschied zur Option ist wichtig. Bei einer Option hat der Käufer ein Recht und kann es verfallen lassen. Bei einem Future haben beide Seiten eine Pflicht. Aussteigen kannst du nur, indem du einen Gegenvertrag abschließt.
Tägliche Abrechnung
Futures sind genormt und werden an Börsen gehandelt. Du hinterlegst eine Sicherheit, und Gewinne und Verluste werden jeden Tag abgerechnet. Reicht deine Sicherheit nicht mehr, musst du Geld nachschießen, oft noch am selben Tag.
Eignung für Privatanleger
Für Privatanleger sind Futures meistens ungeeignet. Die Verträge sind groß, und durch die tägliche Abrechnung besteht ständig eine Nachschusspflicht. Beim DAX Future bewegt jeder Indexpunkt 25 €. Steht der DAX bei 20.000 Punkten, hat ein einziger Vertrag einen Wert von 500.000 €, auch wenn du nur einen Bruchteil davon als Sicherheit hinterlegst. Wer Futures trotzdem nutzt, muss diesen vollen Wert im Kopf haben und nicht die Sicherheit.
Futures sind genormte Terminverträge. Zwischen Käufer und Verkäufer steht eine zentrale Gegenpartei, meist die Clearingstelle der Börse. Sie übernimmt das Risiko, dass eine Seite nicht zahlt, und sichert sich über die hinterlegten Sicherheiten ab. Die tägliche Abrechnung unterscheidet Futures von sogenannten Forwards, bei denen erst am Ende abgerechnet wird. Aus dieser täglichen Abrechnung folgt, dass du jederzeit genug Geld bereithalten musst.
Der faire Preis
Welcher Preis für einen Future fair ist, ergibt sich aus einer einfachen Überlegung. Statt den Future zu kaufen, könntest du die Ware auch heute kaufen und bis zum Termin lagern. Dann zahlst du Zinsen für das eingesetzte Geld und Lagerkosten. Der Future sollte deshalb ungefähr den heutigen Preis plus diese Kosten kosten, abzüglich eines Vorteils, den man hat, wenn man die Ware selbst besitzt. Weicht der Preis davon ab, kaufen und verkaufen Händler so lange gleichzeitig am Terminmarkt und am Kassamarkt (Arbitrage), bis die Lücke geschlossen ist.
Vorteil des Besitzes
Dieser Vorteil des Besitzes erklärt, warum bei knappen Rohstoffen spätere Verträge manchmal billiger sind als frühere. Für Anlageprodukte, die ihre Verträge ständig erneuern, ist die daraus entstehende Rollrendite neben der Preisänderung ein wichtiger Teil des Ergebnisses. Das hast du schon in der Lektion Rohstoffe gesehen.
Zusammenfassung
- Bei Futures haben beide Seiten eine Pflicht und kein Recht.
- Die tägliche Abrechnung bedeutet, dass du jederzeit nachschießen musst.
- Maßgeblich ist der volle Wert des Vertrags, nicht die hinterlegte Sicherheit.
Hast du es verstanden?
Was unterscheidet einen Future von einer Option?
Bei einer Option hat der Käufer ein Recht, beim Future sind beide Seiten verpflichtet.
Was bedeutet die tägliche Abrechnung?
Gewinne und Verluste werden jeden Tag verrechnet, deshalb musst du bei Verlusten laufend Sicherheiten nachschießen.
Woran misst sich dein Risiko bei einem Future?
Am vollen Wert des Vertrags, nicht an der hinterlegten Sicherheit.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Du vereinbarst, im Herbst 100 Tonnen Weizen zu 250 € je Tonne zu verkaufen. Im Herbst steht der Marktpreis bei 270 €. Berechne, wie viel Euro du gegenüber dem Marktpreis weniger erhältst. Schreibe danach in zwei Sätzen auf, worin sich die Pflicht beider Seiten beim Future vom Recht des Käufers bei einer Option unterscheidet.
Quellen und Weiterlesen
- Die US-Terminmarktaufsicht CFTC definiert einen Future als verbindliche Vereinbarung, die beide Vertragsparteien zur Erfüllung zum vereinbarten Preis verpflichtet, abgesichert durch hinterlegte Sicherheiten (Margin). Quelle ansehen ↗