Futures und Terminmärkte
Ein Future ist eine verbindliche Vereinbarung über Kauf oder Verkauf zu einem späteren Zeitpunkt. Anders als bei Optionen besteht auf beiden Seiten eine Verpflichtung.
Ein Landwirt vereinbart im Frühjahr, seinen Weizen im Herbst zu einem festen Preis zu verkaufen. Beide Seiten wissen, woran sie sind. Das ist die ursprüngliche Idee hinter Terminmärkten.
Der Unterschied zur Option ist wichtig: Bei einer Option hat der Käufer ein Recht. Bei einem Future haben beide Seiten eine Pflicht. Es gibt kein Verfallenlassen.
Futures sind standardisiert und werden an Börsen gehandelt. Du hinterlegst eine Sicherheit, und Gewinne oder Verluste werden täglich verrechnet. Reicht die Sicherheit nicht mehr, musst du nachschießen.
Für Privatanleger sind sie meist ungeeignet, weil die Kontraktgrößen groß sind und die tägliche Verrechnung eine ständige Nachschusspflicht bedeutet. Wer sie trotzdem nutzt, sollte die Kontraktgröße genau kennen, nicht die hinterlegte Sicherheit.
Futures sind standardisierte Terminkontrakte mit zentraler Gegenpartei, die das Ausfallrisiko übernimmt und über Einschüsse absichert. Der tägliche Gewinn- und Verlustausgleich unterscheidet sie von Forwards, bei denen die Abrechnung erst bei Fälligkeit erfolgt. Aus dieser täglichen Verrechnung folgt die laufende Liquiditätsanforderung.
Der theoretische Preis folgt aus der Kostenparität: F = S · e^((r + u − y)T), mit r als Finanzierungskosten, u als Lagerkosten und y als Verfügbarkeitsprämie. Für nicht lagerfähige Basiswerte entfällt der Lagerkostenterm. Abweichungen von dieser Beziehung werden durch Arbitrage weitgehend eingeebnet.
Die Verfügbarkeitsprämie erklärt das Auftreten von Backwardation bei Rohstoffen mit knapper physischer Verfügbarkeit. Für Anlagestrategien, die Terminkontrakte laufend erneuern, ist die resultierende Rollrendite die entscheidende Ertragskomponente neben der Spotpreisänderung, was bereits in der Rohstofflektion der Stufe 0 behandelt wurde.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Bei Futures haben beide Seiten eine Pflicht, kein Recht.
- Die tägliche Verrechnung erzeugt eine laufende Nachschusspflicht.
- Maßgeblich ist die Kontraktgröße, nicht die hinterlegte Sicherheit.
Hast du es verstanden?
Was unterscheidet einen Future von einer Option?
Bei einer Option hat der Käufer ein Recht, beim Future haben beide Seiten eine Verpflichtung.
Was bedeutet täglicher Gewinn- und Verlustausgleich?
Verluste werden täglich abgerechnet, wodurch laufend Sicherheiten nachgeschossen werden müssen.
Woran bemisst sich dein Risiko bei einem Future?
An der Kontraktgröße, nicht an der hinterlegten Sicherheit.