Absicherung mit Optionen
Absicherung ist eine Versicherung mit Prämie. Sie senkt die erwartete Rendite und begrenzt dafür Verluste, und sie lohnt sich nur, wenn man die Kosten kennt.
Die einfachste Absicherung ist ein Put auf den Index, den man hält. Fällt der Markt, steigt der Put im Wert und gleicht einen Teil des Verlusts aus.
Das klingt nach einer guten Idee und ist wie jede Versicherung eine Kostenfrage. Wer sein Depot dauerhaft absichert, zahlt Jahr für Jahr eine Prämie, die über lange Zeiträume einen erheblichen Teil der Rendite auffrisst.
Deshalb ist dauerhafte Absicherung für Privatanleger meist keine sinnvolle Lösung. Wer die Schwankung nicht aushält, senkt besser dauerhaft seine Aktienquote. Das kostet nichts und wirkt zuverlässig.
Sinnvoll kann Absicherung in Sonderfällen sein: wenn ein bekannter Termin bevorsteht, an dem du Geld brauchst, oder wenn ein einzelner Wert einen sehr großen Teil deines Vermögens ausmacht.
Eine Absicherung über Puts wirkt wie eine Versicherung mit laufender Prämie. Über lange Zeiträume ist die Summe der Prämien erheblich, da die implizite Volatilität im Mittel über der realisierten liegt. Diese Differenz, die Volatilitätsrisikoprämie, wird vom Käufer der Absicherung bezahlt und ist die strukturelle Ursache dafür, dass dauerhafte Absicherung die Rendite mindert.
Die Kosten lassen sich über Konstruktionen reduzieren, etwa durch gleichzeitigen Verkauf einer Option mit anderem Basispreis. Solche Strukturen senken die Prämie und begrenzen im Gegenzug den Gewinn oder führen zusätzliche Verpflichtungen ein. Kostenfreie Absicherung existiert nicht, sondern nur Umverteilung des Auszahlungsprofils.
Die Wirksamkeit hängt an der Übereinstimmung zwischen Absicherungsinstrument und abgesichertem Bestand. Basisrisiko entsteht, wenn Index und Portfolio unterschiedlich zusammengesetzt sind. Zusätzlich ist die Absicherung nur für die Laufzeit wirksam, sodass wiederkehrende Erneuerung erforderlich ist, deren Kosten von der jeweiligen Marktlage abhängen und gerade nach Rückgängen am höchsten sind.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Dauerhafte Absicherung kostet über die Jahre erheblich Rendite.
- Eine niedrigere Aktienquote wirkt gleich und kostet nichts.
- Absicherung ist gerade dann am teuersten, wenn man sie am ehesten will.
Hast du es verstanden?
Warum mindert dauerhafte Absicherung die Rendite?
Weil die implizite Volatilität im Mittel über der realisierten liegt und der Käufer diese Prämie zahlt.
Gibt es kostenfreie Absicherung?
Nein. Man kann nur das Auszahlungsprofil umverteilen, etwa durch Begrenzung des Gewinns.
Was ist die einfachere Alternative für Privatanleger?
Eine dauerhaft niedrigere Aktienquote.
Passt dazu
- Optionen: Call und PutStufe 4
- Was Rendite wirklich bedeutetStufe 0
- RebalancingStufe 4