Absicherung mit Optionen
Eine Absicherung mit Optionen ist eine Versicherung, für die du eine Prämie zahlst. Sie senkt deine erwartete Rendite und begrenzt dafür Verluste. Sinnvoll ist sie nur, wenn du die Kosten kennst.
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du beurteilen, wann sich eine Absicherung mit Optionen angesichts ihrer Kosten lohnt.
Die einfachste Absicherung ist ein Put auf den Index, den du hältst. Fällt der Markt, steigt der Put im Wert und gleicht einen Teil deines Verlusts aus.
Was Absicherung kostet
Das klingt gut, ist aber wie jede Versicherung eine Frage der Kosten. Sicherst du dein Depot dauerhaft ab, zahlst du Jahr für Jahr eine Prämie. Je nach Marktlage können das schnell einige Prozent im Jahr sein, und über viele Jahre frisst das einen großen Teil deiner Rendite auf.
Dauerhafte Absicherung
Für Privatanleger ist eine dauerhafte Absicherung deshalb meistens keine gute Lösung. Hältst du die Schwankungen nicht aus, senkst du besser deine Aktienquote. Das kostet keine Prämie, aber einen Teil der Renditechance, und es senkt die Schwankung direkt. Statt 80 Prozent Aktien und teurer Puts kannst du genauso gut 60 Prozent Aktien und mehr Tagesgeld halten.
Wann sie sinnvoll ist
Sinnvoll kann eine Absicherung in Sonderfällen sein: wenn du zu einem bekannten Termin Geld brauchst, etwa für den Hauskauf in sechs Monaten, oder wenn eine einzelne Aktie einen sehr großen Teil deines Vermögens ausmacht, zum Beispiel Aktien deines Arbeitgebers.
Puts als Absicherung wirken wie eine Versicherung mit laufender Prämie. Über lange Zeit ist die Summe dieser Prämien groß. Der Grund: Die erwartete Schwankung, die im Preis der Optionen steckt, liegt im Schnitt über der Schwankung, die dann tatsächlich eintritt. Diesen Unterschied zahlt der Käufer der Absicherung. Fachleute nennen ihn Volatilitätsrisikoprämie. Er ist der eigentliche Grund, warum dauerhafte Absicherung Rendite kostet.
Die Kosten senken
Die Kosten lassen sich senken, indem man gleichzeitig eine andere Option verkauft, etwa einen Call mit höherem Basispreis. Die Einnahme daraus bezahlt einen Teil des Puts. Dafür gibst du Gewinne oberhalb dieses Basispreises ab. Eine Absicherung ohne Kosten gibt es nicht. Man kann nur verschieben, wann man gewinnt und wann man verliert.
Passung zum Depot
Ob die Absicherung wirkt, hängt auch davon ab, wie gut sie zu deinem Depot passt. Sicherst du ein Depot aus europäischen Nebenwerten mit Puts auf den amerikanischen Leitindex ab, können beide sich unterschiedlich entwickeln. Fachleute nennen das Basisrisiko. Außerdem wirkt eine Absicherung nur bis zu ihrem Ablauf und muss immer wieder erneuert werden. Das wird gerade nach Rückgängen am teuersten, also dann, wenn du sie am ehesten willst.
Zusammenfassung
- Dauerhafte Absicherung kostet über die Jahre viel Rendite.
- Eine niedrigere Aktienquote wirkt ähnlich und kostet keine Prämie, aber Renditechance.
- Absicherung ist gerade dann am teuersten, wenn du sie am meisten willst.
Hast du es verstanden?
Warum kostet dauerhafte Absicherung Rendite?
Weil die erwartete Schwankung im Optionspreis im Schnitt über der tatsächlichen liegt und der Käufer diesen Unterschied bezahlt.
Gibt es eine Absicherung ohne Kosten?
Nein. Man kann nur verschieben, wann man gewinnt und wann man verliert, etwa indem man Gewinne nach oben begrenzt.
Was ist die einfachere Lösung für Privatanleger?
Dauerhaft eine niedrigere Aktienquote zu halten.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Dein Depot hat 40.000 €. Eine dauerhafte Absicherung mit Puts würde dich angenommen 3 Prozent pro Jahr kosten. Berechne die Prämie für ein Jahr und für zehn Jahre, ohne Zinseszins. Berechne dann zum Vergleich, wie viel Euro Aktien du verkaufen würdest, um die Aktienquote von 80 auf 60 Prozent zu senken, und schreibe auf, welchen Weg du für dich wählst.
Quellen und Weiterlesen
- Eine Forschungsarbeit der US-Notenbank untersucht die Volatilitätsrisikoprämie, also die Differenz zwischen impliziter und realisierter Volatilität, die für dauerhafte Optionsabsicherung bezahlt wird. Quelle ansehen ↗
Passt dazu
- Optionen: Call und PutStufe 5
- Was Rendite wirklich bedeutetStufe 1
- RebalancingStufe 5
- Passende Fragen zu dieser StufeFragen