Optionen: Call und Put
Eine Option ist das Recht, etwas zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Wer sie kauft, zahlt eine Prämie. Wer sie verkauft, geht eine Verpflichtung ein.
Ein Call gibt dir das Recht, etwas zu einem festen Preis zu kaufen. Steigt der Kurs darüber, ist das Recht etwas wert. Ein Put gibt dir das Recht zu verkaufen und wird wertvoll, wenn der Kurs fällt.
Für dieses Recht zahlst du eine Prämie. Passiert nichts, verfällt die Option und die Prämie ist weg. Der Verlust ist also begrenzt auf das, was du bezahlt hast.
Auf der anderen Seite steht jemand, der die Option verkauft hat. Er bekommt die Prämie und trägt dafür die Verpflichtung. Diese Seite hat begrenzte Gewinne und potenziell sehr große Verluste.
Wichtig für den Anfang: Der Wert einer Option hängt nicht nur vom Kurs ab, sondern auch von der Restlaufzeit und der erwarteten Schwankung. Man kann mit der Richtung richtig liegen und trotzdem verlieren, weil die Zeit gegen einen arbeitet.
Der Wert einer Option zerfällt in inneren Wert und Zeitwert. Der innere Wert ist der sofort realisierbare Betrag, der Zeitwert bildet die Wahrscheinlichkeit künftiger günstiger Bewegungen ab. Der Zeitwert nimmt bis zum Verfall auf null ab, wobei die Abnahme sich zum Laufzeitende beschleunigt.
Die Bewertungsfaktoren werden über Sensitivitätskennzahlen beschrieben: Delta als Reaktion auf den Basiswert, Gamma als Änderung des Delta, Theta als Zeitwertverlust je Tag, Vega als Reaktion auf die erwartete Schwankung und Rho als Zinssensitivität. Eine Position kann bei richtiger Richtungseinschätzung verlieren, wenn Theta und Vega gegenläufig wirken.
Zentral ist die implizite Volatilität, also jene Schwankungserwartung, die den beobachteten Optionspreis im Bewertungsmodell erklärt. Sie ist die eigentliche Handelsgröße am Optionsmarkt. Ein Kauf von Optionen bei hoher impliziter Volatilität kann selbst bei zutreffender Richtungsprognose verlustreich sein, wenn die Erwartung anschließend zurückgeht.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Käufer haben begrenzte Verluste, Verkäufer begrenzte Gewinne.
- Der Zeitwert verfällt und beschleunigt sich zum Laufzeitende.
- Man kann bei richtiger Richtung verlieren, wenn die Schwankungserwartung fällt.
Hast du es verstanden?
Woraus besteht der Optionspreis?
Aus innerem Wert und Zeitwert. Der Zeitwert fällt bis zum Verfall auf null.
Was misst Theta?
Den Zeitwertverlust je Tag.
Was ist die implizite Volatilität?
Die Schwankungserwartung, die den beobachteten Optionspreis erklärt. Sie ist die eigentliche Handelsgröße.