Rebalancing
Rebalancing stellt die ursprüngliche Aufteilung wieder her, indem Gestiegenes verkauft und Gefallenes gekauft wird. Es dient der Risikokontrolle, nicht der Renditesteigerung.
Wer mit siebzig Prozent Aktien startet, hat nach einigen guten Jahren vielleicht fünfundachtzig Prozent Aktien. Ohne dass du etwas getan hast, ist dein Risiko deutlich gestiegen.
Rebalancing bedeutet, wieder auf siebzig zurückzugehen. Du verkaufst also etwas von dem, was gut lief, und kaufst von dem, was schlecht lief. Das fühlt sich falsch an und ist genau der Punkt.
Der Zweck ist Risikokontrolle. Rebalancing sorgt dafür, dass dein Depot nach zehn Jahren noch das Risikoprofil hat, für das du dich einmal entschieden hast.
Wie oft? Einmal im Jahr reicht, oder wenn eine Position mehr als etwa fünf Prozentpunkte von ihrem Zielwert abweicht. Häufiger bringt kaum etwas und kostet Gebühren und möglicherweise Steuern.
Ohne Rebalancing driftet die Gewichtung zugunsten der Anlage mit der höheren Rendite, wodurch das Portfoliorisiko unbeabsichtigt steigt. Die primäre Funktion ist daher die Einhaltung des gewählten Risikoprofils, nicht eine Renditeverbesserung.
Ein zusätzlicher Renditeeffekt kann bei mittelwertrückkehrenden Anlagen auftreten, da systematisch nach relativen Rückgängen zugekauft wird. Dieser Effekt ist empirisch klein und nicht in allen Zeiträumen vorhanden. Bei anhaltenden Trends wirkt Rebalancing renditemindernd, weil die stärkere Anlage laufend reduziert wird.
Bei der Umsetzung sind zwei Ansätze verbreitet: kalenderbasiert in festen Abständen und schwellenbasiert bei Überschreiten einer Abweichungsbandbreite. Untersuchungen finden zwischen beiden geringe Unterschiede, während die Kosten mit der Häufigkeit deutlich steigen. In der Ansparphase lässt sich Rebalancing weitgehend kostenfrei umsetzen, indem neue Einzahlungen bevorzugt in die untergewichtete Position fließen.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Rebalancing hält dein Risiko konstant, es steigert nicht die Rendite.
- Einmal jährlich oder bei fünf Prozentpunkten Abweichung genügt.
- In der Ansparphase über neue Einzahlungen umsetzen, das spart Kosten.
Hast du es verstanden?
Was passiert ohne Rebalancing?
Die Gewichtung driftet zur renditestärkeren Anlage, das Portfoliorisiko steigt unbeabsichtigt.
Wirkt Rebalancing immer renditesteigernd?
Nein. Bei anhaltenden Trends mindert es die Rendite, weil die stärkere Position laufend reduziert wird.
Wie setzt man es günstig um?
Über neue Einzahlungen in die untergewichtete Position statt über Verkäufe.
Passt dazu
- Ziel und ZeithorizontStufe −1
- Was Rendite wirklich bedeutetStufe 0
- WährungsrisikoStufe 1