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Währungsrisiko

Bei Anlagen im Ausland schwankt neben dem Kurs auch die Währung. Es kommt darauf an, in welcher Währung die Firmen im Fonds ihr Geld verdienen, nicht darauf, in welcher Währung du den Fonds kaufst.

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, welches Währungsrisiko bei einer Anlage im Ausland wirklich zählt.

2 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-24

Wer einen ETF auf amerikanische Aktien kauft, setzt auf zwei Dinge gleichzeitig: auf die Aktien und auf den Dollar. Steigen die Aktien um zehn Prozent und der Dollar fällt um zehn Prozent, hast du in Euro ungefähr nichts gewonnen.

Handel in Euro ändert nichts

Ein Rechenbeispiel mit runden Zahlen: Mia investiert 10.000 Euro in einen ETF auf US-Aktien, zum Kurs von 1,10 Dollar je Euro sind das rund 11.000 Dollar. Ein Jahr später sind die Aktien um zehn Prozent auf 12.100 Dollar gestiegen, der Euro hat gegenüber dem Dollar aber um zehn Prozent aufgewertet, ein Euro kostet jetzt 1,21 Dollar. Der Dollar hat damit rund 9,1 Prozent an Wert verloren. Umgerechnet zurück in Euro sind die 12.100 Dollar nur noch rund 10.000 Euro wert, also genau der Betrag, den Mia eingesetzt hat. Der komplette Kursgewinn ist von der Währung aufgefressen worden, obwohl die Aktien selbst gut liefen.

Währungsgesicherte ETFs

Ein häufiges Missverständnis: Wird der ETF in Euro gehandelt, ist das Währungsrisiko nicht weg. Es zählt, in welcher Währung die Firmen darin ihre Geschäfte machen, und nicht, in welcher Währung du das Papier kaufst.

Langfristig meist ungesichert

Es gibt ETFs mit Währungssicherung. Sie nehmen die Schwankung der Währung weitgehend heraus, kosten dafür aber laufend Geld, ungefähr so viel, wie die Zinsen in beiden Ländern auseinanderliegen. Liegen die Zinsen in den USA zwei Prozentpunkte höher als im Euroraum, kostet die Sicherung etwa zwei Prozent im Jahr.

Bei Aktien für viele Jahre sichern die meisten nicht ab. Über sehr lange Zeit gleichen sich Währungsschwankungen zum Teil aus, und die Kosten der Sicherung fallen sicher an, während ihr Nutzen unsicher ist. Bei Anleihen ist das anders. Dort kann die Schwankung der Währung die eigentliche Rendite leicht übertreffen.

Zusammenfassung

  • In welcher Währung ein ETF gehandelt wird, sagt nichts über sein Währungsrisiko.
  • Eine Sicherung kostet dauerhaft ungefähr den Zinsabstand.
  • Bei Aktien sichern die wenigsten ab, bei Anleihen ist die Abwägung anders.

Hast du es verstanden?

Verschwindet das Währungsrisiko, wenn ein ETF in Euro gehandelt wird?

Nein. Es zählt, in welcher Währung die Firmen darin ihr Geld verdienen.

Was kostet eine Währungssicherung ungefähr?

Ungefähr den Zinsabstand zwischen den beiden Währungen, und zwar jedes Jahr.

Warum ist die Abwägung bei Anleihen anders als bei Aktien?

Weil die Schwankung der Währung dort die vergleichsweise kleine Rendite leicht übertreffen kann.

Spielt es eine Rolle, ob ich einen ETF in Euro oder in Dollar kaufe?

Für das Währungsrisiko nicht. Es hängt davon ab, in welcher Währung die Firmen im ETF ihr Geld verdienen. Die Handelswährung bestimmt nur, in welcher Währung der Kurs angezeigt wird.

Verstehens-Check

Aufgabe für dich

Du legst 8.000 € in einen ETF auf US Aktien an, bei 1,10 Dollar je Euro. Die Aktien steigen in einem Jahr um 8 Prozent, der Euro steht dann bei 1,20 Dollar. Rechne aus, wie viel Euro dein ETF danach wert ist und ob du Gewinn oder Verlust gemacht hast.

Quellen und Weiterlesen

  • Die Deutsche Bundesbank untersucht in einer Analyse zur gedeckten Zinsparität, wie sich die Kosten einer Währungssicherung am Devisenterminmarkt aus dem Zinsunterschied zwischen zwei Währungen ergeben. Quelle ansehen ↗

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