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CFDs und warum Aufsichtsbehörden warnen

Ein CFD ist eine Wette mit Hebel auf eine Kursdifferenz, ohne dass du das Wertpapier besitzt. Anbieter müssen angeben, wie viele ihrer Privatkunden Geld verlieren, und diese Zahl liegt meistens bei 65 bis 80 Prozent.

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, warum CFDs als Hebelprodukt gelten und weshalb die Aufsicht davor warnt.

1 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-24

Bei einem CFD kaufst du nichts. Du schließt mit einem Anbieter einen Vertrag darüber, wer wem die Kursdifferenz zahlt. Daher kommt der Name Differenzkontrakt.

CFDs mit Hebel

Das klingt harmlos, ist es aber nicht, weil CFDs fast immer mit Hebel angeboten werden. Es gilt also alles aus den Lektionen zu Hebel und Liquidation, mit einer Besonderheit: Dein Vertragspartner ist der Anbieter selbst.

Pflichtangabe zu Verlusten

Eine bemerkenswerte Zahl steht in jeder CFD Werbung, weil die Aufsicht es verlangt. Dort steht, wie viele Privatkunden dieses Anbieters mit CFDs Geld verlieren. Die Zahl liegt meist zwischen 65 und 80 Prozent, bei einzelnen Anbietern auch darunter.

Die Zahl richtig lesen

Lies das ruhig zweimal. Das ist keine kritische Studie. Es ist die Pflichtangabe des Anbieters über seine eigenen Kunden. Bei CFDs ist diese Angabe vorgeschrieben, und die Zahl ist eindeutig.

Ein Beispieltrade mit erfundenen Zahlen

Jonas eröffnet einen CFD auf einen Aktienindex, der bei 18.000 Punkten steht. Er setzt 1 € pro Punkt, bewegt also 18.000 €. Bei Hebel 20 muss er dafür 900 € Sicherheit hinterlegen. Der Spread kostet ihn beim Einstieg 1,20 €, jede Nacht verlangt der Anbieter in diesem Beispiel rund 1,50 € Finanzierung.

Wenn es klappt: Der Index steigt nach einer Woche um 300 Punkte. Jonas liegt 300 € vorne, nach Spread und sieben Nächten Finanzierung bleiben rund 288 €.

Wenn es schiefgeht: Der Index fällt um 300 Punkte, das sind nur 1,7 Prozent. Jonas verliert 300 €, also ein Drittel seiner Sicherheit, dazu die Kosten. Fällt der Index um 900 Punkte, ist die ganze Sicherheit weg.

Solche Rechnungen erklären, warum laut den Pflichtangaben der Anbieter die meisten Privatkunden mit CFDs Geld verlieren. Mehr dazu im Realitäts-Check zu CFD Verlustquoten.

Zusammenfassung

  • Bei einem CFD besitzt du nichts. Du hast einen Vertrag mit dem Anbieter.
  • Die Verlustquote in der Werbung stammt vom Anbieter selbst.
  • Die täglichen Finanzierungskosten machen längeres Halten teurer.

Hast du es verstanden?

Was besitzt du, wenn du einen CFD kaufst?

Nichts. Du hast mit dem Anbieter einen Vertrag über die Zahlung einer Kursdifferenz.

Woher stammt die Verlustquote in der Werbung?

Vom Anbieter selbst. Die Aufsicht verlangt, dass er sie für seine eigenen Privatkunden angibt.

Welcher Interessenkonflikt kann bestehen?

Hält der Anbieter die Gegenseite selbst, ist dein Verlust sein Gewinn.

Was andere dazu oft fragen

Warum verliert man mit CFDs so schnell?

Wegen des Hebels. Schon kleine Kursbewegungen treffen die hinterlegte Sicherheit mit voller Wucht. Dazu kommen Spread und Kosten für jede Nacht, in der die Position offen ist.

Kann ich mit einem CFD mehr verlieren, als ich eingezahlt habe?

Für Privatkunden in der EU gibt es seit 2018 einen Schutz vor negativem Kontostand. Das eingezahlte Geld kann aber vollständig verloren gehen.

Aufgabe für dich

Suche in der Werbung eines CFD Anbieters die Pflichtangabe, wie viele Privatkunden mit CFDs Geld verlieren, und schreibe den Prozentsatz auf. Rechne aus, wie viele von 1.000 Kunden das sind. Berechne dann im Hebelrechner, bei welcher Kursbewegung ein CFD mit Hebel 30 zwangsweise geschlossen wird.

Quellen und Weiterlesen

  • Pflichtangaben zur Verlustquote von Privatkunden gemäß den Vorgaben europäischer Finanzaufsichtsbehörden. Quelle ansehen ↗

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