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Angst und Gier

Die beiden stärksten Kräfte am Markt stehen in keinem Chart. Sie sitzen in deinem Kopf und sorgen dafür, dass Menschen oft teuer kaufen und billig verkaufen.

Lernziel: Nach dieser Lektion erkennst du, wie Angst und Gier deine eigenen Kauf und Verkaufsentscheidungen verzerren.

1 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-24

Wenn alles steigt und überall davon berichtet wird, fühlt sich Kaufen sicher an. Wenn alles fällt und Panik herrscht, fühlt sich Verkaufen vernünftig an. Richtig wäre es genau umgekehrt.

Warum das Gehirn so reagiert

Das ist kein Charakterfehler. So ist unser Gehirn gebaut. Es will sich der Gruppe anschließen und Gefahren aus dem Weg gehen. Früher hat das Leben gerettet. An der Börse kostet es Geld.

Vorab entscheiden

Deshalb hilft es wenig, sich vorzunehmen, ruhig zu bleiben. Im Moment der Panik hält kein Vorsatz. Was hilft, sind Entscheidungen, die du vorher getroffen hast, als es ruhig war.

Praktisch heißt das: ein Sparplan statt einzelner Kaufentscheidungen. Feste Regeln statt Tagesform. Und ein Zettel für den Ernstfall, auf dem steht, was du im Rückgang tust. Hanna hat darauf geschrieben: Ich verkaufe nichts, solange mein Plan sich nicht geändert hat. Im März 2020 hat sie den Zettel dreimal gelesen und nichts verkauft.

Zusammenfassung

  • Kaufen fühlt sich am besten an, wenn es am teuersten ist.
  • Vorsätze halten in der Panik nicht, Automatismen schon.
  • Schreib deine Regeln auf, solange es ruhig ist.

Hast du es verstanden?

Warum halten gute Vorsätze in einer Krise nicht?

Weil unter Unsicherheit, Zeitdruck und Aufregung das schnelle, gefühlsgesteuerte Denken gewinnt.

Was ist die Renditelücke bei Fondsanlegern?

Anleger verdienen weniger als ihr eigener Fonds, weil sie nach guten Zeiten kaufen und nach schlechten verkaufen.

Warum wirken automatische Sparpläne?

Weil sie dir die Möglichkeit zum Handeln nehmen, statt zu verlangen, dass du deine Gefühle beherrschst.

Verstehens-Check

Aufgabe für dich

Schreibe deinen eigenen Zettel für den Ernstfall. Lege darin fest, was du tust, wenn dein Depot um 20 Prozent fällt, und rechne vorher aus, wie viele Euro das bei 15.000 € Depotwert wären. Spiele danach im Crash Test durch, ob du dich an deinen Zettel halten würdest.

Quellen und Weiterlesen

  • Morningstars jährliche Mind-the-Gap-Studie: Über die zehn Jahre bis Ende 2024 erzielte der durchschnittliche in Fonds und ETFs investierte Dollar wegen ungünstigen Timings rund 1,2 Prozentpunkte pro Jahr weniger als die Fonds selbst. Quelle ansehen ↗

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