Stufe 1
72 Fragen
Welche drei Aufgaben hat Geld?
Bezahlen, Preise vergleichen und Wert aufheben. Die letzte erledigt es am schlechtesten.
Wo entsteht der größte Teil des Geldes?
Bei den Banken, wenn sie Kredite vergeben. Die Notenbank lenkt das nur indirekt.
Führt mehr Geld immer zu Inflation?
Nicht automatisch. Wie oft Geld umläuft und wie viel hergestellt wird, ändert sich ebenfalls. Der Zusammenhang besteht, aber er läuft nicht wie ein Uhrwerk.
Wie lange dauert es bei 3,5 Prozent Inflation, bis sich die Kaufkraft halbiert?
Etwa zwanzig Jahre, denn 70 geteilt durch 3,5 ergibt 20.
Was bleibt real bei 2 Prozent Zins und 3 Prozent Inflation?
Ungefähr minus ein Prozent. Trotz Zinsen verlierst du Kaufkraft.
Warum fühlt sich die Inflation für dich oft anders an als die amtliche Zahl?
Weil die amtliche Zahl einen Durchschnittshaushalt misst und du anders einkaufst, etwa mehr für Miete oder Energie ausgibst.
Minus 50 Prozent, dann plus 50 Prozent. Wo stehst du?
Bei 75 Prozent des Anfangsbetrags. Der einfache Durchschnitt von null trifft nicht zu.
Welche Rechnung beschreibt dein tatsächliches Ergebnis über mehrere Jahre?
Das geometrische Mittel, also die annualisierte Rendite.
Warum kostet Schwankung Geld?
Weil die tatsächlich erreichte Wachstumsrate umso stärker unter der erwarteten liegt, je mehr eine Anlage schwankt.
Wie lange dauert eine Verdopplung bei 8 Prozent?
Etwa neun Jahre, denn 72 geteilt durch 8 ergibt 9.
Warum ist der Zuwachs in den letzten Jahren am größten?
Weil jedes Jahr der Zins auf einen Betrag kommt, der selbst schon gewachsen ist.
Warum wirken Gebühren über lange Zeit so stark?
Weil sie über den Zinseszins genauso wachsen wie die Erträge, nur zu deinen Lasten.
Warum wird das Risiko einer einzelnen Aktie nicht extra bezahlt?
Weil es sich durch Streuen vermeiden lässt. Für vermeidbares Risiko zahlt der Markt nichts.
Heißt mehr Risiko automatisch mehr Ertrag?
Nein. Es heißt eine höhere Erwartung, aber auch eine größere Spanne möglicher Ergebnisse, darunter sehr schlechte.
Was folgt daraus für Angebote mit hoher, sicherer Rendite?
Dass etwas nicht stimmt. So eine Kombination hält im Wettbewerb nicht lange.
Bekommt eine Firma Geld, wenn du ihre Aktie kaufst?
Nur beim Börsengang oder bei einer Kapitalerhöhung. Im normalen Handel geht dein Geld an den bisherigen Besitzer.
Was sagt dir der angezeigte Kurs genau?
Zu welchem Preis zuletzt gehandelt wurde. Er sagt nicht, dass beliebig viele Aktien zu diesem Preis zu haben sind.
Warum reicht es nicht, nur die Ordergebühren zu vergleichen?
Weil der Spread und der Ausführungspreis zusätzlich kosten, ohne als Gebühr ausgewiesen zu sein.
Was besitzt du mit einer Aktie konkret?
Einen Anteil an der Firma mit Stimmrecht, Anspruch auf Dividende und einem nachrangigen Anspruch auf das, was bei einer Auflösung übrig bleibt.
Wo stehst du als Aktionär bei einer Pleite?
Ganz hinten. Erst werden alle Gläubiger bedient, danach die Aktionäre.
Was treibt die Rendite einer Aktie über zehn Jahre und mehr?
Vor allem die Dividenden und das Wachstum der Gewinne. Stimmungsschwankungen verlieren mit der Zeit an Gewicht.
Warum fällt der Kurs einer Anleihe, wenn die Zinsen steigen?
Weil neue Anleihen mehr Zinsen bieten. Die alten, niedriger verzinsten Zahlungen sind heute dann weniger wert.
Was sagt dir die modifizierte Duration?
Ungefähr, wie viel Prozent der Kurs verliert oder gewinnt, wenn sich die Zinsen um einen Prozentpunkt ändern.
Welches Risiko verschwindet, wenn du bis zum Ende hältst, und welches nicht?
Das Zinsrisiko verschwindet, das Ausfallrisiko bleibt.
Welches Risiko nimmt dir ein breiter ETF ab und welches nicht?
Das Risiko einzelner Firmen nimmt er dir ab, das Risiko des ganzen Marktes nicht.
Was passiert mit deinem ETF, wenn der Anbieter pleitegeht?
Nichts. Ein ETF ist Sondervermögen und gehört nicht zum Vermögen der Fondsgesellschaft.
Warum sagt die Tracking Differenz mehr als die laufenden Kosten?
Weil sie zeigt, wie weit der Fonds tatsächlich hinter dem Index lag, einschließlich Einnahmen aus Wertpapierleihe und steuerlicher Effekte.
Warum folgt das Argument gegen aktive Fonds schon aus der Rechnung?
Weil alle aktiven Depots zusammen den Markt ergeben. Nach Kosten müssen sie im Schnitt dahinter liegen.
Was ist der Survivorship Bias in dieser Statistik?
Geschlossene oder zusammengelegte Fonds fallen aus den Auswertungen, dadurch sehen aktive Fonds besser aus, als sie waren.
Hilft dir die Vergangenheit, einen guten Fonds auszuwählen?
Kaum. Dass frühere Überrenditen anhalten, lässt sich nur schwach belegen.
Welches Problem löst die Technik hinter Kryptowährungen?
Dass man dasselbe Guthaben nicht zweimal ausgeben kann, ohne dass eine zentrale Stelle das prüfen muss.
Warum ist ein Coin schwerer zu bewerten als eine Aktie?
Weil es keine künftigen Zahlungen an den Besitzer gibt, aus denen sich ein Wert berechnen ließe.
Welches Risiko trägst du bei einem Stablecoin vor allem?
Das Risiko, dass der Herausgeber nicht zahlen kann, weil die hinterlegten Reserven fehlen oder nicht prüfbar sind.
Warum lässt sich ein alter Eintrag nicht unbemerkt ändern?
Weil jeder Block den Hashwert des vorherigen enthält. Eine Änderung würde alle folgenden Blöcke ungültig machen.
Was unterscheidet Proof of Work von Proof of Stake?
Beim einen sichert Rechenarbeit die Kette, beim anderen hinterlegtes Geld, das man bei Betrug verliert.
Was ist das Orakelproblem?
Eine Blockchain kann sichern, dass ihre Einträge nicht verändert wurden, aber nicht prüfen, ob sie mit der Wirklichkeit übereinstimmen.
Woher kommt die Rendite einer langfristigen Investorin?
Aus der Risikoprämie und daraus, dass die Firmen tatsächlich Werte schaffen. Alle Langfristanleger können gleichzeitig gewinnen.
Warum verlieren Trader nach Kosten zusammen Geld?
Weil jedem Gewinn ein Verlust gegenübersteht und zusätzlich Spread, Gebühren und Steuern abgehen.
Welche Frage solltest du dir vor jedem Trade stellen?
Worin genau dein Vorteil gegenüber der Gegenseite besteht.
Was fanden Barber und Odean heraus?
Die Anleger, die am meisten handelten, schnitten am schlechtesten ab, die ruhigsten am besten.
Was ist die Lücke zwischen Fonds und Fondsanlegern?
Anleger verdienen weniger als ihr eigener Fonds, weil sie nach Anstiegen kaufen und nach Rückgängen verkaufen.
Warum ist Aussteigen während eines Rückgangs so teuer?
Weil die stärksten Erholungstage besonders oft in unsicheren Phasen liegen, in denen man dann nicht investiert ist.
Warum kann ein Kurs bei einer guten Nachricht fallen?
Weil die Anleger eine noch bessere erwartet hatten. Diese Erwartung war schon im Preis.
Was besagt die mittlere Form der Markteffizienz?
Dass alle öffentlich bekannten Informationen schon in den Kursen stecken.
Was folgt daraus für dich?
Dass du mit Nachrichten, die jeder lesen kann, keinen Vorteil hast.
Wovon leben Market Maker?
Vom Spread und von Vergütungen der Handelsplätze. Ob Kurse steigen oder fallen, ist für sie zweitrangig.
Was bedeutet adverse Selektion beim Handeln?
Die besser informierte Gegenseite handelt vor allem dann mit dir, wenn es für sie günstig ist, also eher zu deinem Nachteil.
Warum ist die Gegenseite beim langfristigen Investieren egal?
Weil deine Rendite aus der Risikoprämie und den Gewinnen der Firmen kommt und nicht daraus, andere zu übertrumpfen.
Ab welchem Rückgang spricht man meist von einem Bärenmarkt?
Ab etwa zwanzig Prozent unter dem letzten Hoch. Das ist eine Verabredung, kein Signal.
Warum platzen Blasen?
Wer auf Kredit gekauft hat, muss bei fallenden Preisen verkaufen, und diese Verkäufe drücken die Preise weiter.
Woran erkennt man eine Blase mittendrin am ehesten?
Weniger an hohen Bewertungen als daran, wie viel mit geliehenem Geld gekauft wird.
Was ist der Dispositionseffekt?
Die Neigung, Verlierer zu lange zu halten und Gewinner zu früh zu verkaufen.
Warum führt es in den Ruin, den Einsatz nach Verlusten zu erhöhen?
Weil der Erwartungswert dadurch nicht besser wird und das Geld begrenzt ist. Irgendwann kommt eine Pechsträhne, die alles aufzehrt.
Was bringt dir eine vorher aufgeschriebene Regel?
Dass du sie nicht neu verhandelst, wenn du gerade unter Druck stehst.
Wofür eignet sich Festgeld und wofür nicht?
Für Geld mit festem Termin. Für den Notgroschen nicht, weil du nicht herankommst.
Worauf musst du bei der Einlagensicherung achten?
Dass mehrere Marken zur selben Bank gehören können. Der Schutz gilt dann nur einmal.
Was bleibt nach Steuern und Inflation meistens übrig?
Oft ungefähr null oder weniger. Zinskonten erhalten die Kaufkraft meist nicht.
Warum lässt sich Gold nicht wie eine Aktie bewerten?
Weil es keine Zahlungen gibt, aus denen sich ein Wert berechnen ließe.
Wie wirken steigende reale Zinsen auf den Goldpreis?
Es wird teurer, Gold statt einer verzinsten Anlage zu halten. Das drückt eher auf den Preis.
Wofür ist Gold im Depot gut?
Dafür, dass es sich oft anders bewegt als Aktien. Eine hohe Rendite sollte man nicht erwarten.
Was bedeutet Contango?
Spätere Terminkontrakte sind teurer als frühere. Jede Erneuerung kostet dann Geld.
Kann ein Rohstofffonds verlieren, obwohl der Rohstoff teurer wird?
Ja. Die Kosten beim Wechsel in neue Verträge können den Preisanstieg auffressen.
Schützen Rohstoffe verlässlich vor Inflation?
Nicht verlässlich. Das hängt stark vom Zeitraum und davon ab, welche Rohstoffe im Index stecken.
Warum führt die Bruttomietrendite in die Irre?
Weil Kaufnebenkosten, Reparaturen, Verwaltung und Leerstand fehlen. Erst die Nettomietrendite sagt etwas aus.
Wann wirkt der Kredit gegen den Eigentümer?
Wenn der Kredit mehr kostet, als die Immobilie einbringt, etwa bei einer teureren Anschlussfinanzierung.
Warum wirken eigene Immobilien stabiler als REITs?
Weil sie selten bewertet werden. Das ist ein Messeffekt. Sie schwanken deshalb nicht weniger.
Warum sind Renditeindizes für Sammlerstücke verzerrt?
Weil sie auf Wiederverkäufen beruhen. Stücke, die niemand mehr will, tauchen darin nicht auf.
Wie hoch sind die Handelskosten bei Auktionen meistens?
Aufgeld und Provision zusammen oft zwanzig bis dreißig Prozent.
Was ist das Problem, wenn Händler mehr wissen als du?
Echtheit und Zustand sind schwer zu prüfen. Die Unsicherheit bezahlt der Käufer, der weniger weiß.
Welche Trennlinie zwischen Anlageklassen ist die wichtigste?
Ob die Anlage etwas einbringt oder allein am Preis hängt.
Warum ist eine schwer verkäufliche Anlage doppelt gefährlich?
Weil du dein Geld meist genau dann brauchst, wenn sich auch am schwersten ein Käufer findet, nämlich in Krisen.
Wovon hängt ab, ob eine Beimischung dein Depot verbessert?
Davon, wie sie die Schwankung des ganzen Depots beeinflusst, also von ihrer Korrelation zum Rest, weniger von ihrer eigenen Rendite.