Was bleibt am Monatsende übrig
Wie viel du jeden Monat sparst, beeinflusst dein Ergebnis am stärksten. Um das zu wissen, brauchst du drei Zahlen: feste Ausgaben, schwankende Ausgaben und eine Rücklage für Kosten, die nur einmal im Jahr kommen.
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du aus festen Ausgaben, schwankenden Ausgaben und Jahreskosten deine eigene Sparrate ausrechnen.
Die meisten unterschätzen ihre Ausgaben, weil die großen Posten, die nur einmal im Jahr kommen, im Kopf fehlen: Versicherungen, Urlaub, Weihnachten, die Autoreparatur, die Steuernachzahlung.
Ausgaben erfassen
Nimm dir die Kontoauszüge der letzten drei Monate und sortiere alles in drei Töpfe:
- Fest: Miete, Strom, Versicherungen, Abos.
- Schwankend: Lebensmittel, Tanken, Freizeit.
- Jährlich: alles, was einmal im Jahr kommt, geteilt durch zwölf.
Ein Beispiel: Lena hat 2.400 € netto. Fest gehen 1.100 € weg, schwankend im Schnitt 700 €. Ihre Jahreskosten, also Versicherungen, Urlaub und Geschenke, liegen bei 2.400 € im Jahr, das sind 200 € im Monat. Übrig bleiben 400 €. Das ist ihre ehrliche Sparrate, auch wenn sie gern 600 € hätte.
Sparrate automatisieren
Ein praktischer Tipp: Richte die Sparrate als Dauerauftrag für den Tag nach dem Gehaltseingang ein. Was zuerst weggeht, wird nicht ausgegeben. Was am Monatsende übrig bleiben soll, bleibt erfahrungsgemäß fast nie übrig.
Wie stark die Sparrate wirkt, zeigt die Formel für den Endwert eines Sparplans: E = R · ((1 + i)n − 1) / i. Dabei ist R die monatliche Rate, i der Zins pro Monat und n die Zahl der Monate. Doppelte Rate heißt doppeltes Ergebnis, und das ohne jede Unsicherheit. Den Zins i dagegen kannst du nicht festlegen, nur schätzen.
Sparrate vor Rendite
Daraus folgt eine Reihenfolge, die viele Anfänger umdrehen. Mühe, die du in eine höhere Sparrate steckst, wirkt sicher. Mühe, die du in die Suche nach der besten Rendite steckst, wirkt vielleicht. Wer als Erstes nach der perfekten Anlage sucht, optimiert die unsichere Größe und lässt die sichere liegen.
Jahreskosten einplanen
Für die Jahreskosten hat sich ein eigenes Konto bewährt, auf das jeden Monat ein Zwölftel der erwarteten Jahressumme fließt. So werden unregelmäßige Ausgaben zu regelmäßigen, und deine Sparrate bleibt planbar. Ohne diesen Schritt wird der Sparplan immer wieder ausgesetzt, und das unterbricht den Zinseszins genau dort, wo er am meisten bringt.
Daten als Text
Beschriftet sind 70.000 Euro bei 100 Euro im Monat, 139.000 Euro bei 200 Euro im Monat und 209.000 Euro bei 300 Euro im Monat. Die Balken unterscheiden eingezahlt und Ertrag.
Zusammenfassung
- Drei Monate Kontoauszüge sagen mehr als jede Schätzung.
- Jahreskosten durch zwölf teilen, sonst stimmt die Rechnung nie.
- Erst sparen, dann ausgeben.
Hast du es verstanden?
Welche Größe in deinem Sparplan kannst du sicher beeinflussen?
Die Sparrate. Die Rendite kannst du nur schätzen.
Warum verrechnen sich viele bei ihren Ausgaben?
Weil Posten, die nur einmal im Jahr kommen, wie Versicherungen, Urlaub oder Reparaturen, beim monatlichen Rechnen fehlen.
Warum hilft ein Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang?
Weil ausgegeben wird, was auf dem Konto liegt. Was zuerst weggeht, steht gar nicht erst zur Verfügung.
Verstehens-Check
Aufgabe für dich
Sortiere die Ausgaben deiner letzten drei Monate in feste, schwankende und jährliche Kosten und teile die Jahreskosten durch zwölf. Ziehe alles von deinem Netto ab und notiere deine ehrliche Sparrate. Setze sie im Sparplanrechner gegen eine Rate ein, die 50 € höher liegt, und schreibe auf, wie groß der Unterschied nach 20 Jahren ist.
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